Frau Frank, wie geht es Ihnen in dieser surrealen Zeit, in der das Coronavirus die Welt beherrscht?

Danke der Nachfrage, mir und meinen Liebsten geht es gut. Bei GZSZ hatten wir das Glück, dass wir nach einer einwöchigen Zwangspause schon wieder arbeiten durften. Die Unterbrechung wurde genutzt, um Drehbücher und Sets den Sicherheitsmaßnahmen zur Risiko-Minimierung anzupassen. Abseits der Arbeit ist das Leben bedingt durch das Coronavirus derzeit natürlich ein völlig anderes und das weltweite Leid sehr bedrückend.

Vor Kurzem wurde die 7000. Folge ausgestrahlt. Wie erklären Sie sich den dauerhaften Erfolg der Serie?

Es liegt an mehreren Faktoren: GZSZ ist sich immer treu geblieben, hat sich dennoch stetig weiterentwickelt und neu erfunden. Schaut man sich alte Folgen an und vergleicht diese mit den aktuellen, stellt man fest, dass sich wahnsinnig viel zum Positiven verändert hat. Zum Beispiel inhaltlich, visuell und hinsichtlich der Erzählweise der Geschichten, in der sich die Menschen – egal, ob jung oder alt – nach wie vor wiederfinden. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass GZSZ längst zu einer richtigen Familienserie geworden ist, die mehrere Generationen gleichermaßen begeistert.

Sie verkörpern seit 2002 und nunmehr über 4000 Folgen Katrin Flemming. Dass Sie die Figur so lange spielen würden, hätten Sie damals sicher nicht gedacht, oder?

Nein, zumal sie ursprünglich nur als viermonatige Gastrolle angelegt war. Ich fand die Figur von Anfang an sehr spannend. Katrin hatte sich mit Jo Gerner auf eine Affäre eingelassen und schon damals erste Intrigen gesponnen. Als das so gut funktionierte, dass ich die Anfrage bekam, die Rolle dauerhaft zu spielen, habe ich mich total gefreut. Dass ich fast 18 Jahre später immer noch für GZSZ vor der Kamera stehe, ist trotzdem unglaublich.

Haben Sie sich mal gefragt, wie Ihr Leben wohl ohne GZSZ verlaufen wäre?

Ich habe Schauspiel, Gesang und Tanz studiert und meine Karriere auf der Musical-Bühne begonnen. Wenn man diesen Beruf ergreift, weiß man, dass dieser mit stetigen Veränderungen verbunden und man immer wieder auf der Suche nach neuen Engagements ist. Ohne GZSZ wäre mein Leben in dieser Art weiter verlaufen, und ich hätte auch so glücklich werden können. Stattdessen gibt es mit Katrin Flemming nun eine wunderbare Konstante in meinem Leben, für die ich sehr dankbar bin. Dass man eine Rolle über einen derart langen Zeitraum spielen darf, ist eher ungewöhnlich. Dennoch freue ich mich, wenn ich nebenbei immer mal wieder in andere Rollen schlüpfen oder auch Theater spielen kann.

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Die Jubiläums-Folge wurde unter anderem mit Ihnen auf Fuerteventura gedreht. Wie war‘s?

Es war ein aufregender, großartiger und herausfordernder Dreh, zumal es auf der Insel sehr stürmisch war und uns die ganze Zeit der Sand ins Gesicht peitschte. Wir waren hinterher sandgestrahlt. (lacht)

Katrin ist eine ehrgeizige und normalerweise auch starke, toughe und souveräne Geschäftsfrau, die für ihre Ziele, wenn es sein muss, über Leichen geht. Haben Sie Gemeinsamkeiten mit ihr?

Es gibt einige Parallelen zwischen uns. Ich bin ebenfalls ehrgeizig. Wenn ich etwas anfange, bin ich mit voller Leidenschaft dabei, verlange viel von mir und anderen. Ich lasse mich nie unterkriegen, stehe immer wieder auf. Viel mehr Parallelen gibt es allerdings nicht. Ich bin offener als Katrin, gehe auf andere Menschen zu und versuche, zunächst immer einmal das Positive in meinem Gegenuber zu sehen. Und wenn ich merke, dass ich gegenüber meinem Mann oder Kollegen vielleicht mal einen falschen Ton angeschlagen habe, fällt es mir nicht schwer, mich dafür zu entschuldigen. Ich stehe zu meinen Fehlern.

Um an ihr Ziel zu kommen, schreckt Katrin nicht vor Intrigen, Rachefeldzügen oder gar Erpressungen zurück. Andere TV-Bösewichte bekommen in der Öffentlichkeit schon mal den Unmut von Menschen zu spüren, die zwischen Realität und Fiktion offenbar nicht so richtig unterscheiden können. Wie ist es bei Ihnen?

Ein negatives Erlebnis hatte ich diesbezüglich noch nie – weder auf der Straße noch in der Bahn. Eher im Gegenteil: Viele Leute sind uberrascht, wie nett ich bin. (lacht) Auch beim Bäcker wurde ich bislang immer freundlich bedient und bekam das gewünschte Brot.

Sie sind am 1. Februar 51 geworden. Werfen wir mal einen Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie sich mit 70 – immer noch bei GZSZ?

Sehr gerne. Man könnte sagen, ich bin süchtig nach GZSZ. Ich fühle mich am Set wie zu Hause und möchte meine Rolle noch so lange spielen wie möglich. Es wäre auch spannend zu sehen, wo Katrin dann steht und wie sie mit ihrem fortgeschrittenen Alter umgeht.

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