Frau Meis, woran erkennen Sie, ob es bei zwei Menschen gefunkt hat, zum Beispiel bei den Kandidaten von „Love Island“?

Man spürt, wenn man genau hinschaut, die chemistry und das Kribbeln. Das kann man wirklich sehen. Und das sage ich nicht nur, weil ich es selber erlebt habe mit meinem Mann. Das war wirklich love at first sight bei uns. Es ist so schön, wenn man sich zum ersten Mal sieht und gleich merkt: „Da ist was!“ Das mag ich an „Love Island“, dass man das als Zuschauer auch sehen und spüren kann – den Anfang von einer großen, einer echten Verbindung zwischen zwei Menschen. Ich bin glücklich, dass ich als Moderatorin beobachten kann, wie Leute sich verlieben.

„Love Island“ ist eine Flirt-Show. Ist es wichtig, dass Paare miteinander flirten?

Absolut. Bei „Love Island“ geht es ums Flirten und die große Liebe und alles, was dazwischen ist. In der neuen Staffel fördern wie die echten, authentischen Verbindungen unserer Islander. Sie haben alle einen richtig krassen Weg hinter sich, der Casting-Prozess war noch intensiver als sonst. Die Leute, die in die Villa einziehen, sind offen und bereit, die Liebe zu finden. Wir sorgen dafür, dass sie so schnell wie möglich auf eine tiefere Ebene kommen, dass die Gespräche mehr als nur oberflächliches Flirten sind.

Flirten gehört zum Leben, es macht das Leben schön, es macht Spaß. Aber wir wollen auch, dass die Leute sich so schnell wie möglich öffnen und zeigen, wer sie sind. Dass sie eine Verbindung zueinander aufbauen. Deshalb haben wir sehr viel verändert in der Show. Und das ist es, was diese Staffel so spannend macht. Es gibt Dates und Spiele, die die Kandidaten dazu bringen, dass sie viel schneller auf den Punkt kommen können.

Wollen Sie denn als Moderatorin etwas anders machen als 2021?

Nein. Ich werde einfach so weitermachen, wie ich angefangen habe. Ich will ich selber sein, ich will locker sein. Ich weiß, dass mir in dieser Reality-Show auch Unerwartetes und Witziges passieren kann. Dass ich als Moderatorin auch Humor zeigen und spontan sein darf. Es hängt natürlich viel davon ab, wie die Islander so sind. Ich mag dieses quasi Live-Gefühl, dass ich vorher auch nicht weiß, wie eine Paarungszeremonie verlaufen wird, weil einfach jeder Mensch anders ist. Es passieren Sachen in the moment, auf die ich reagiere. Das macht es für mich so toll, die Sendung zu moderieren.

Die Liebes-Insel ist Teneriffa. Glauben Sie, dass man sich in einer so schönen Umgebung schneller verliebt?

Ja, das ist natürlich ein Pluspunkt, wenn man auf einer traumhaft schönen Insel ist, wo die Sonne scheint. Es ist nicht umsonst eine Frühlings-Staffel, wo Frühlingsgefühle hochkommen. Die Umstände sind so, dass sie es den Kandidaten einfacher machen, Gefühle zuzulassen. Unsere Islander wissen, dass sie in der Sendung die außergewöhnliche Chance haben, die wahre Liebe zu finden – in einer Umgebung, in der sie wirklich alles machen können. Die Kulisse ist traumhaft, die Menschen werden hot und sexy sein. Ich meine, da gibt es alles, was man braucht. (lacht)

Auf einer Urlaubsinsel wie Teneriffa klappt das mit dem Verlieben besonders gut, glaubt Sylvie Meis.
Auf einer Urlaubsinsel wie Teneriffa klappt das mit dem Verlieben besonders gut, glaubt Sylvie Meis. | Bild: RTLzwei

Die Zuschauer können ja auch eingreifen und beeinflussen, was in der Sendung passiert. Sind Sie auch jemand, der schaut, wer zusammenpasst und wer nicht?

Ja, klar. Ich bin ja nicht nur Moderatorin, ich bin auch Zuschauerin von „Love Island“. Ich gucke mir die Show jeden Tag an und habe auch eine Meinung zu den Kandidaten. Es ist wirklich krass, wie schnell man „Love Island“-Expertin wird. (lacht) Man analysiert und überlegt, wer passt zu wem. Und man hat das Gefühl, bei diesem couple könnte es wirklich funktionieren, die gehören zusammen, das müssen sie doch merken! Aber dann suchen sie sich andere Partner …

Aber deshalb macht „Love Island“ auch so süchtig. Man möchte jedes Mal wissen, wie es weitergeht, wie sich die Beziehungen entwickeln. Ich bin die Erste, die am Set nach der Person sucht, die diese Informationen haben könnte. Es ist auch wichtig für mich als Moderatorin, dass ich alles weiß, damit ich Dinge ansprechen kann, damit wir Fragen beantworten können, die die Zuschauer haben. Das ist Teil meines Jobs. Das Ganze hat aber auch einen spielerischen Charakter, es geht auch um Spaß.

Dieses Spielerische geht ja im Alltag manchmal verloren. Wie wichtig ist es für eine Beziehung?

Ich finde, dass man sich das Leben so schön wie möglich machen soll. Dazu gehört auch ein bisschen Humor und ein bisschen Selbstironie. Deshalb ist „Love Island“ auch so ein geiles Format, weil es Humor hat. Simon Beeck, unser Kommentator, macht das hervorragend! Als Zuschauer fällt man wirklich oft um vor Lachen, weil er auf so witzige Art und Weise erzählt. Das ist genau meine Art von Humor.

Ich finde, man sollte im Leben alles ein bisschen lockerer sehen, nicht alles zu ernst nehmen – auch sich selbst nicht. Es ist immer gut, bestimmte Situationen mal aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Wenn man einfach mal einen Schritt zurück geht und den Humor einer Situation erkennt, dann ist es oft gar kein Drama mehr. Es macht sogar vieles leichter.

Es passiert ja immer wieder, dass sich Menschen in TV-Shows verlieben. Wie groß ist Ihrer Meinung nach die Chance, dass so eine Beziehung dann auch wirklich hält?

Ich glaube, die ganzen Kameras vergisst man irgendwann, man gewöhnt sich daran. So eine Sendung ist eine geschützte bubble, eine eigene Welt. Schwierig wird es danach, wenn Freunde und Familie ihre Meinung dazu sagen, Leute auf Social Media … Ob die Beziehung hält, das kann keiner sagen, weil es keiner weiß. Es gibt keine Garantie. Man kann nur sein Bestes geben und sollte auch eine clevere Wahl treffen. Ich meine, wenn man keine Fernbeziehung will, sollte man seine Zeit vielleicht nicht in jemanden investieren, der in einem anderen Land lebt. Man muss ja auch ein bisschen realistisch sein, damit die Liebe wirklich eine Chance hat.

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Sie stehen ja schon lange in der Öffentlichkeit. Was raten Sie den Islandern: Wie geht man am besten mit diesem Interesse um?

Bei mir hat es lange gedauert, bis ich damit umgehen konnte. Das geht nicht von einem auf den anderen Tag. Wichtig ist, ganz nah bei sich selbst zu bleiben. Wenn das eine Situation ist, die man noch nie erlebt hat, kann einem natürlich keiner sagen, wie man das am besten macht. Das ist Lebenserfahrung, ein Teil der Geschichte der Kandidaten. In dem Moment, in dem die Islander in die Villa einziehen, verändern sie auch ihre Geschichte. „Love Island“ wird für immer Teil ihres Lebens sein, das kann man nicht rückgängig machen. Ich glaube, je bewusster man sich das macht, desto besser ist man vorbereitet.

Sylvie Meis (vorn) mit einigen der Kandidatinnen und Kandidaten von „Love Island“.
Sylvie Meis (vorn) mit einigen der Kandidatinnen und Kandidaten von „Love Island“. | Bild: RTLzwei

Als verheiratete Frau kommen Sie als Kandidatin für eine Dating-Show natürlich nicht in Frage. Werden Sie denn oft für andere Reality-Shows angefragt?

Nein. Ich bin noch nie als Kandidatin für eine Reality-Show angefragt worden.

Tatsächlich?

Ich glaube, die Sender wissen alle, dass das nicht zu mir passt. Für mich kommt, so wie bei „Love Island“, nur die Rolle der Moderatorin in Frage. Von allen Reality-Shows war „Love Island“ auch die einzige, die ich moderieren wollte. Ich habe immer schon gedacht: Das wäre was für mich!

Ihr Mann stammt aus Thüringen. Hat er Ihnen seine Heimat schon mal gezeigt?

Natürlich!

Und herrschte dann in Neuhaus am Rennweg große Aufregung?

Nein. Wir sind zum Beispiel rund um Weihnachten dort, dann ist es auch ein bisschen ruhiger. Wenn wir in Erfurt essen gehen, sind dort natürlich mehr Leute unterwegs, da fällt man schon ein bisschen mehr auf. Es macht immer Spaß, In Neuhaus zu sein. Ich fühle mich dort sehr wohl. Und die Leute sind nett und bodenständig.