Frau Broich, Sie spielen in der ARD-Reihe „Meine Mutter“ die gelassene Heidi Janssen. Sind Sie privat auch eher der Typ, den so schnell nix umhaut?

Das kommt drauf an. Wenn es kleinere Katastrophen sind, die sich schnell wieder einrenken lassen, dann bin ich tatsächlich ziemlich gelassen, aber bei größeren Katastrophen ist das nicht so. Da komme ich auch an meine Grenzen.

Sie haben einmal gesagt, Sie waren früher so chaotisch, dass sie keine Familie gegründet hätten, wären sie nicht einfach schwanger geworden. Stimmt das?

Ja, das stimmt. Dass ich Kinder bekommen habe, ist ein Wunder. Ich bin als junge Frau schwer erkrankt. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern. Ich saß im Interzonenzug mit anderen Schauspielschülern und bekam hohes Fieber. Damals konnte man nicht aussteigen, und als ich in Berlin ankam, war ich fast ohnmächtig. Ein Krankenwagen brachte mich dann in die Klinik. Der Arzt sagte mir nach ein paar Tagen ganz ruhig, dass ich wohl keine Kinder bekommen würde.

Wie kamen Sie damit zurecht?

Zu diesem Zeitpunkt habe ich das gelassen aufgenommen. Ich hatte noch gar nicht an eine Familie gedacht, deshalb habe ich das nicht als Schicksalsschlag empfunden. Das kam erst später. Mit 30 war ich dann aber plötzlich schwanger. Das war eine große Überraschung. Und neun Jahre später klappte es dann noch einmal. Für jemanden, der als vollkommen unfruchtbar galt, ist das doch eine gute Ausbeute. (lacht) Meine Kinder sind für mich immer noch wie ein Wunder, ein Geschenk des Himmels und ein großer Segen.

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In „Meine Mutter im siebten Himmel“ verdreht Ihnen der junge Gärtner den Kopf. Könnten Sie sich vorstellen, sich in einen jüngeren Mann zu verlieben?

Ich habe mich noch nie in einen jüngeren Mann verliebt. Mein Ex-Partner Martin Wuttke ist zwar zwei Jahre jünger, aber er sah immer älter aus. (lacht) Ich bin sehr glücklich mit meinem zwei Jahre älteren Mann. Da kann ich mir einen anderen, älteren oder jüngeren, Mann schlecht vorstellen. Aber natürlich kann ich mir vorstellen, dass sich eine Frau in einen jüngeren Mann verliebt. Das erzählt unser Film ja auch.

Heute wundert sich keiner mehr, wenn ein 60-jähriger Mann mit einer jungen Frau daherkommt und mit 70 noch einmal Vater wird. Umgekehrt ist es anders, darüber wird dann sofort geredet. Das geht mir als Frau schon auf den Wecker. Ich finde es am besten, wenn man jemanden auf Augenhöhe trifft, das ist das Schönste. Ich denke, dass das mit dem Alter gar nichts zu tun hat.

Heidi (Magarita Broich) genießt die Zeit mit Gärtner Ron (Martin Bretschneider).
Heidi (Magarita Broich) genießt die Zeit mit Gärtner Ron (Martin Bretschneider). | Bild: ARD Degeto/Martin Rottenkolber

Privat hat Amor Sie ja 2019 direkt ins Herz getroffen. Wie ist das passiert?

Mein Mann und ich haben uns auf dem Flug von Frankfurt nach Berlin kennengelernt. Ich wurde gefragt, ob ich mich woanders hinsetzen könnte, weil ein Paar gerne nebeneinander sitzen wollte. Mein Mann wurde ein paar Sitzreihen weiter dasselbe gefragt. Wir trafen uns dann in Reihe sieben.

Dabei waren Sie zwar frisch getrennt, aber nicht auf der Suche.

Genau. Eigentlich war ich mit meinem Leben ganz glücklich. Ich habe wirklich nichts gesucht und alles gefunden. Das kommt ja im Leben nicht so häufig vor. Ich bin mir sehr sicher, dass wir füreinander bestimmt sind. Wenn man älter ist, ist das schon etwas ganz Besonderes, auf jemanden zu treffen, mit dem man sich so gut versteht.

Margarita Broich mit ihrem Mann Dirk Schmalenbach – weil die Hochzeit inmitten der Corona-Pandemie sehr klein ausfiel, soll die ...
Margarita Broich mit ihrem Mann Dirk Schmalenbach – weil die Hochzeit inmitten der Corona-Pandemie sehr klein ausfiel, soll die Party nachgeholt werden. | Bild: Jörg Carstensen/dpa

Sie haben dann schon ein Jahr später geheiratet. Mit Martin Wuttke waren Sie dagegen 30 Jahre ohne Trauschein zusammen. Hatte er sie nie gefragt?

Martin und ich haben den Zeitpunkt verpasst zu heiraten. Es war nie wirklich ein Thema. Wir haben mehr oder weniger im und für das Theater gelebt. Und wir haben uns ganz gut unverheiratet durchs Leben geschlagen.

Sie haben Ihre Hochzeitsreise nach Asien gemacht – mit dem Rucksack.

Ja, das habe ich vorher noch nie gemacht. Auch das liebe ich so sehr an meinem Mann, dass er genauso wie ich neugierig geblieben ist. Es wäre für mich unvorstellbar, mit jemandem zusammen zu sein, der nicht neugierig ist und nicht interessiert ist. Das sind kleine Dinge, die müssen einfach stimmen.