Musiker Konstantin Wecker hat sich nach eigenen Worten vor allem als junger Mann oft nicht so verhalten, wie er es in seinen Texten besang.

«Ich bin in meinem Leben reich beschenkt worden mit Texten, die mir selbst zum Teil weit voraus waren», sagte der 75-Jährige dem «Fränkischen Tag». «Ich weiß noch, wie ich als junger Mann ein saublödes Gehabe hatte, so wie das junge Männer halt oft haben. Aber in meinen Texten kam dieses saublöde Gehabe schon damals nicht zum Ausdruck.»

Seine Texte seien nachdenklich, gewitzt und humanistisch geprägt gewesen, obwohl er damals selbst «noch ganz anders unterwegs war. Meine Texte waren klüger als ich selbst.»

Der Münchner gilt vielen als Ikone des Widerstands gegen Rechts. Seine Ballade «Willy» über einen jungen Mann, der bei einer Kneipenschlägerei von Neonazis getötet wird, ist ein Kultsong. Bei Festivals, Mahnwachen, Demos und Konzerten ruft der Liedermacher zum Kampf gegen rechte Gewalt und Hetze auf, in seiner Musik stecken Botschaften und Kritik an Missständen.