Frau Baumgartner, Sie sollten eigentlich ein Junge werden. Während Ihre Schwester mit Puppen spielte, haben Sie mit Werkzeug hantiert und sich mit Jungs geprügelt …

Mein Papa war neben seinem Beruf als Postbeamter auch ein sehr guter Handwerker. Er hat immer gewerkelt und gebastelt. Vermutlich habe ich deshalb so eine Leidenschaft zum Handwerk entwickelt. Das habe ich instinktiv getan. Natürlich wollte ich ihm gefallen und beweisen, dass ich das auch alles kann. Was ist eine Frau schließlich ohne Bohrmaschine und Kombizange?

Gibt es etwas, das Sie nicht können?

Ich liebe es, mit meinen Händen zu arbeiten, etwas herzustellen. Ich hatte mit meinem Ex-Mann Neil eine Bühnenbau-Firma, wir haben sogar den Orient-Express nachgebaut. Was mir nicht so liegt, ist die neue digitale Welt. Ich habe zwar einen Computer, schreibe E-Mails, habe ein Smartphone, verschicke auch Fotos, Nachrichten, aber ich bin weder bei Instagram noch bei Facebook. Die sozialen Medien liegen mir nicht. Und ganz ehrlich: Ich habe schlichtweg keine Zeit dafür!

Als Schauspielerin hatten Sie viele Film-Ehemänner. An welchen Kollegen erinnern Sie sich am liebsten?

Ich war unsterblich verliebt in Elmar Wepper. Ein wundervoller Mann. Er gab mir allerdings zu verstehen, dass er eine Freundin hat und nichts aus uns werden könnte. Immerhin haben wir 2018 im Kinofilm „Grüner wird‘s nicht“ ein Paar gespielt – ein unglückliches.

Elmar Wepper und Monika Baumgartner bei der Premiere des Films „Grüner wird‘s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“.
Elmar Wepper und Monika Baumgartner bei der Premiere des Films „Grüner wird‘s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“. | Bild: Ursula Düren/dpa

Sie haben durch Ihre Kollegin Barbara Valentin Queen-Sänger Freddie Mercury kennengelernt. Wie war die Begegnung?

Das war unfassbar. Er war ein kleiner, zierlicher Mann und saß eines Tages einfach so bei uns in den Proben in den Münchener Kammerspielen. Danach gingen wir noch griechisch essen und haben uns toll unterhalten. Wir hatten einen unvergesslichen Abend. Und er hatte keine Weltstar-Allüren, sondern war einfach total nett.

Sie werden im Sommer 70. Macht Ihnen die Zahl Angst?

Nein, ich habe keine Angst davor. Ich fühle mich allerdings auch nicht wie 70. Ich bin seit drei Jahren in Rente und fühle mich auch nicht wie eine Rentnerin, weil ich so viel zu tun habe. Ich habe alles, was ich will. Ich konnte stets von meinem Job leben, trotz Existenzängsten, die es immer mal gibt. Ich lebe und arbeite, wo andere Urlaub machen, kann unter tollen Leuten sein und bekomme dafür Geld. Ob ich groß feiern werde, weiß ich noch nicht.

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Sie haben durch den „Bergdoktor“ eine neue Familie bekommen, stimmt‘s?

Das stimmt. Einmal Mama, immer Mama. (lacht) Wir sind seit 2007 zusammen, das sind jetzt 13 Jahre. In solch einer langen Zeit lernt man sich sehr gut kennen. Als wir anfingen, war meine Film-Enkelin Ronja Forcher gerade mal sieben Jahre alt, Hans Sigl und Heiko Ruprecht, meine Film-Söhne, sind mir in der Zeit natürlich sehr ans Herz gewachsen. Wir haben auch privat Kontakt, besuchen uns gegenseitig, wenn wir Theater-Projekte oder sonstige Aufführungen haben.

Familienfoto von 2010: Martin Gruber (Hans Sigl, von links), Lilli Gruber (Ronja Forcher), Hans Gruber (Heiko Ruprecht) und Lisbeth Gruber (Monika Baumgartner) in einer Drehpause am Wilden Kaiser in Österreich.
Familienfoto von 2010: Martin Gruber (Hans Sigl, von links), Lilli Gruber (Ronja Forcher), Hans Gruber (Heiko Ruprecht) und Lisbeth Gruber (Monika Baumgartner) in einer Drehpause am Wilden Kaiser in Österreich. | Bild: Ursula Düren/dpa

Würden Sie sich als Mutter denn diese Söhne wünschen?

Um Gottes Willen. (lacht) Nein, ich habe natürlich die besten Söhne der Welt.

Der „Bergdoktor“ hat Ihnen bei einer Schmerz-Attacke vor ein paar Jahren die richtige Diagnose gestellt.

Ich war morgens aufgewacht und konnte mich nicht mehr bewegen – weder Arme noch Beine. Ich war total verzweifelt, die Ärzte fanden nichts, vermuteten eine Fibromyalgie, eine unheilbare rheumatische Erkrankung. Hans Sigl hatte einen hervorragenden Arzt parat, der die richtige Diagnose gestellt hat. Es war nämlich eine Polymyalgie, gegen die man etwas tun kann. Der Arzt hat das mit Cortison in den Griff bekommen. Hans hat mich somit wirklich vor großem Leid gerettet. Ich habe sogar einen Brief an Lady Gaga geschrieben, bei der Fibromyalgie festgestellt wurde.