Micky Beisenherz, Autor beim RTL-Dschungelcamp, brachte es vergangene Woche auf den Punkt: „Klar ist man irritiert über das Ausmaß an Soziopathie und Spaltungswillen. Andererseits muss man sagen: Figuren wie Yotta und Mangiapane haben wir Fernsehzuschauer und -macher uns jahrelang so zurechtgezüchtet.“

Die Rede ist von zwei Finalisten der Sat.1-Show „Promis unter Palmen“: Bastian Yotta (43), über jeden Selbstzweifel erhabener Selfmade-Millionär (als solchen bezeichnet er sich selbst) und Gewinner der Sendung, und Matthias Mangiapane (36), Vollzeit-Kandidat von TV-Formaten aller Art.

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Was Yotta und Mangiapane eint: Sie waren beide schon im Dschungelcamp und wissen daher eigentlich genau, wie Fernsehen funktioniert – erstaunlicherweise haben sie nach ein paar Tagen unter Kamerabeobachtung bei „Promis unter Palmen“ dennoch ihre möglicherweise mal vorhanden gewesenen guten Manieren vergessen. Wegen der Aussicht auf 100.000 Euro?

Gemeinsam haben sie die – wenn auch streitbare – Show-Kollegin Claudia Obert (58) nicht nur zum Weinen gebracht, sondern regelrecht aus dem Format geekelt. Unterste Schublade, selbst für eine Sendung im Trash-TV. „Eine Frau so fertig zu machen, dass sie anfängt zu heulen, das ist schon krass“, resümierte Kandidat Tobias Wegener (27). Reality-TV-Sternchen Carina Spack (23), die Obert ebenfalls schikanierte, soll wegen ihres fragwürdigen Verhaltens in der Sendung sogar Morddrohungen bekommen haben.

So viel Ärger wegen einer goldenen Kokosnuss – und 100.000 Euro. Für Geld machen manche Promis offenbar wirklich alles.
So viel Ärger wegen einer goldenen Kokosnuss – und 100.000 Euro. Für Geld machen manche Promis offenbar wirklich alles. | Bild: Sat.1

Dabei hatte das neue Format so unterhaltsam angefangen – und Hoffnungen auf eine Art Dschungelcamp im Sommer geweckt. Doch seit in Folge fünf unkommentiert die Mobbing-Dämme brachen, stehen sowohl die beteiligten Kandidaten als auch Sender und Produktionsfirma in der Kritik. Die Sendung wird aktuell von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen geprüft.

Natürlich wollen Zuschauer von Reality-TV-Formaten wie „Promis unter Palmen“ anderen beim Streiten zuschauen. Und selbst wenn das Verhalten Einzelner mal unter die Gürtellinie geht, sind zum Beispiel beim Dschungelcamp immer noch Moderatoren vor Ort, die einordnen, was zu sehen ist. Auf spezielle Art, aber immerhin.

Der Gewinner ist der große Verlierer

Sat.1 will von einer weiteren Zusammenarbeit mit Yotta absehen – wenigstens etwas. Der 43-Jährige hat sich schon einiges mehr zuschulden kommen lassen als den Zuschauern sogar das Fremdschämen madig zu machen. „Gewonnen und trotzdem ein Verlierer sein, das kennzeichnet Yotta“, findet Entertainerin Désirée Nick (63). Mangiapane sagt inzwischen halbwegs selbstkritisch, er würde sich heute mehr zurücknehmen – „dennoch würde ich in vielen Situationen genauso handeln“.

Und nun? Im Kreislauf des Fernsehens gibt es immer jemanden, der profitiert. Das ist in diesem Fall vor allem die attackierte Claudia Obert. Die selbsternannte „Luxus-Lady“ freut sich über den Zuspruch und sagt: „Nach dem Aufenthalt kann ich auch mit Vollidioten umgehen.“ Am 6. Mai 2020 um 22.20 zeigt Sat.1 „Die große Aussprache“. Bastian Yotta ist nicht dabei, aber man darf trotzdem sicher sein: Der Streit wird weiter gehen.