Seit fast einer Woche ist Zlatko Trpkovski aus der 6000-Einwohner-Gemeinde Nattheim (bei Heidenheim) nun dort, wo er eigentlich nie mehr sein wollte: im Fernsehen. Originalzitat: „Ich habe lange überlegt, ob ich das wirklich wieder mache.“

Während der 43-Jährige beim Einchecken auf dem von Sat.1 wenig liebevoll gestalteten Zeltplatz namens „Promi Big Brother“ (derzeit täglich ab 22.15 Uhr in Sat.1 zu sehen) noch recht lustlos wirkte (er ist nach eigenen Angaben ja ohnehin nur wegen des Geldes hierher gekommen), hat er sich inzwischen bestens integriert.

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Er gab schon den verständnisvollen Zuhörer, versuchte – erfolglos –, einen Campingstuhl zu reparieren, überwarf sich mit wenigstens einem Mitbewohner, machte die Schicksalsgemeinschaft dann jedoch mit dem Einkauf von Salz und Gemüsebrühe glücklich. Wer ist dieser Mann?

Wer kennt wen? Zlatko begrüßt beim Einzug seine Mitbewohner bei „Promi Big Brother“.
Wer kennt wen? Zlatko begrüßt beim Einzug seine Mitbewohner bei „Promi Big Brother“. | Bild: Sat.1

Über 40 Tage hatte es Trpkovski 2000 im „Big Brother“-Container ausgehalten – und weil das damals die erste Show ihrer Art in Deutschland war, erinnern sich auch heute noch viele an die Sendung und ihre Protagonisten. Sogar an den gefühlten Sieger Zlatko, obwohl der nicht lange nach seinem Auszug dem Leben als Halbpromi schon wieder den Rücken kehrte.

In kurzer Zeit sehr erfolgreich

Ein Album hatte er bis dahin veröffentlicht und zwei Nummer-eins-Singles in den Charts platziert („Ich vermiss‘ dich wie die Hölle“ und „Großer Bruder“), war in TV-Shows zu Gast gewesen, hatte eine Doku-Soap namens „Zlatkos Welt“ gehabt und sich sogar mal als Schauspieler versucht.

Bei „Big Brother“ wurden sie Freunde – zwischen Zlatko (links) und Jürgen Milski herrscht jedoch seit Jahren Funkstille.
Bei „Big Brother“ wurden sie Freunde – zwischen Zlatko (links) und Jürgen Milski herrscht jedoch seit Jahren Funkstille. | Bild: Jens Kalaene / dpa

Da war er Mitte 20, völlig unbedarft und bestach nicht gerade durch ausuferndes Allgemeinwissen. Und auch wenn er heute sagt: „Ich bin der Gleiche wie vorher. Ich denke nicht nach. Ich rede einfach nur, was ich denke.“ Was er sagt und was er tut, wirkt dennoch viel durchdachter als vor 19 Jahren.

Macher statt Mitläufer

Auffällig ist: Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Was andere von ihm denken, ist ihm egal – er zieht sein Ding durch. Während er bei „Big Brother“ eher ein Mitläufer war, gibt er heute den Ton an.

Der Bürgermeister von Trpkovskis Heimatgemeinde merkt an: „Zlatko spielt hier keine Rolle.“ Aber Sat.1 verkauft den gelernten Kfz-Mechaniker trotzdem begeistert als „Big Brother“-Legende, was den 43-Jährigen selbst am meisten überrascht haben dürfte. Schließlich ist es lange her, dass er ein bisschen berühmt war.

Weniger Haare, mehr Tattoos

Jünger ist er nicht geworden, der Kopf ist kahl rasiert, der Körper größtenteils tätowiert. Aber: Er weiß, wie‘s läuft. Anders als seine Mitcamper hat er – das galt damals, das gilt heute – keinen Grund, eine Rolle zu spielen oder einer Strategie zu folgen. Einen Plan brauche er nicht, sagt er.

„Man muss sich irgendwie arrangieren für die Zeit. Wenn mir ein Mitbewohner passt, dann kann man über alles reden. Wenn nicht, dann muss man sich aus dem Weg gehen.“ Trpkovski hat nichts zu verlieren, im Zweifelsfall nur 100.000 Euro (zusätzlich zum Honorar) zu gewinnen. Und dass er nach maximal zwei Wochen freiwillig wieder in der Versenkung verschwindet, daran sollte eigentlich kein Zweifel bestehen.