„Die Suche blieb bislang erfolglos“, teilte die Reederei des Kreuzfahrtschiffs „Aidaluna“, Aida Cruises, am Montag in Rostock mit. Inzwischen sei die „Aidaluna“ von der kanadischen Küstenwache aus der Suchaktion entbunden worden und habe ihre Fahrt in Richtung Halifax fortgesetzt. Die kanadische Küstenwache suche aber weiter nach dem 33-Jährigen.

Der zuletzt unter dem Künstlernamen Kaiser-Küblböck arbeitende Sänger war nach Angaben der Reederei am frühen Sonntagmorgen von Bord des Schiffs gesprungen. Die Reederei erklärte, in dieser „schwierigen Zeit“ sei sie mit ihren Gedanken bei der Familie des Vermissten.

Der aus dem niederbayerischen Eggenfelden stammende Küblböck war Anfang der 2000er Jahre zu Prominenz gekommen. Als schriller Kandidat der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ und danach als Kandidat des RTL-Dschungelcamps gehörte er vorübergehend zu den bekanntesten Fernsehstars. In den danach folgenden Jahren unternahm er verschiedene Aktivitäten als Künstler und Geschäftsmann, zuletzt machte er eine Schauspielausbildung.

Über Nacht wurde er bei DSDS ein Star

Mit gerade einmal 17 Jahren wurde der aus der Nähe von Hutthurm bei Passau stammende Teenager mit der markanten Brille schlagartig ins Rampenlicht katapultiert. In der ersten Staffel der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) kam er zwar nur auf den dritten Platz. Aber seine Dauerpräsenz in vielen Medien, die ihn als schrille und schräge Gestalt präsentierten, bot ihm die Chance für eine jahrelange Karriere als Sänger, Entertainer und Kandidat in Casting-Shows.

Eigentlich absolvierte er eine Ausbildung zum Kinderpfleger, aber nur Monate nach seinem Ausscheiden bei DSDS veröffentlichte Küblböck mit beträchtlichem Erfolg sowohl das Album „Positive Energie“ als auch - mit gerade einmal 18 Jahren - seine Autobiografie „Ich lebe meine Töne“. Schon damals galt Küblböck als Paradiesvogel, und diese Rolle pflegte der Sänger - etwa als Kandidat bei der ersten Staffel der RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ Anfang 2004. Er sammelte auch diverse Auszeichnungen und Goldene Schallplatten ein.

Bizarre Gestalt mit Unterhaltungswert

Selbst ungeplante Zwischenfälle steigerten seinen Ruf als bizarre Gestalt mit Unterhaltungswert. In die Schlagzeilen geriet Küblböck etwa, als er 2004 am Steuer eines Autos einem Lastwagen die Vorfahrt nahm und dabei schwer verletzt wurde. Dass es sich dabei um einen Gurkenlaster handelte, durfte in kaum einem Medienbericht fehlen.

Küblböck, der damals noch keinen Führerschein hatte, wurde in einem Prozess zu einer Geldstrafe von 25 000 Euro und acht Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Wenige Monate später erschien der Film „Daniel, der Zauberer“, der in den Kinos aber fulminant floppte.

Von Millionärin adoptiert und Namensänderung in Kaiser-Küblböck

In den nächsten Jahren folgten weitere TV-Auftritte, etwa 2005 bei „Big Brother“ oder 2015 bei „Let's Dance“, sowie etliche - mehr oder weniger erfolgreiche - Plattenaufnahmen und Tourneen. In den Fokus der Öffentlichkeit geriet der Sänger auch 2011, als er von einer Millionärin adoptiert wurde und fortan Kaiser-Küblböck hieß, oder 2013 nach dem Tod seines älteren Bruders Michael, zu dem er nach eigener Darstellung jahrelang keinen Kontakt mehr hatte.

In den vergangenen Jahren wurde es ruhig um Daniel Kaiser-Küblböck, der zuletzt in Berlin und Palma de Mallorca lebte. Versuche, sich für den European Song Contest (ESC) zu qualifizieren, scheiterten. Dennoch verfolgte er beharrlich eine künstlerische Karriere - mit weiteren Konzerten und Albumveröffentlichungen, aber auch mit einer Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin.

Auf seiner Homepage war für den vorigen Samstag ein Auftritt in Berlin angesagt - doch da war Kaiser-Küblböck den Aida-Angaben zufolge auf einem Kreuzfahrtschiff zwischen Grönland und Neufundland unterwegs. (dpa)