Es ist schon traurig, wie die große Liebe so mancher Hollywood-Traumpaare endet. Als ob die Trennung nicht schon schlimm genug wäre – erst recht, wenn Kinder betroffen sind –, endet so manche Glamour-Beziehung vor Gericht. Auch Angelina Jolie und Brad Pitt sehen sich seit ihrer Trennung meist in Begleitung von Anwälten. Streitpunkt ist die Kinderschar der beiden Schauspieler.

Um das Sorgerecht und den Unterhalt für ihre Kinder Maddox (16), Pax (14), Zahara (13) – sie sind adoptiert – sowie Shiloh (12) und die Zwillinge Vivienne und Knox (9) streiten sich Jolie und Pitt seit der Trennung. Jolie hatte den gebürtigen Kambodschaner Maddox gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Billy Bob Thornton adoptiert, nach der Scheidung erhielt sie das alleinige Sorgerecht. Pitt adoptierte ihn und das äthiopische Mädchen Zahara 2005. 2006 wurde die leibliche Tochter Shiloh Nouvel geboren – in Namibia. 2007 adoptierte Jolie – zunächst allein – ein Kind aus Vietnam: Pax, den Pitt später ebenfalls adoptierte. 2008 brachte die Schauspielerin dann die Zwillinge Knox und Vivienne zur Welt – in Nizza.

Immer wieder sickert was durch

Seit der Trennung („zum Wohl der Familie“, so Jolie) sind die sechs Kinder vorwiegend bei ihrer Mutter. Nach allem, was man hört, will die 43-Jährige es gern dabei belassen. Die Verhandlungen finden zwar hinter verschlossenen Türen statt, angeblich mit einem privaten Richter. Doch immer wieder werden Details öffentlich gemacht.

Zuletzt war vor zwei Wochen ein zweiseitiges Gerichtsdokument aufgetaucht, laut dem Jolie ihrem Noch-Ehemann vorwirft, seit der Trennung 2016 keine „bedeutenden“ Zahlungen zur Unterstützung seiner Familie geleistet zu haben. Pitts Anwälte dementierten das umgehend – er habe mehr als neun Millionen US-Dollar gezahlt, sagen sie.

Richter spricht ein Machtwort

Mittlerweile soll ein Gericht der Schauspielerin auferlegt haben, den Kindern einen engeren Umgang mit ihrem Vater zu gewähren – sonst könnte sie das primäre Sorgerecht verlieren. Medienberichten zufolge heißt es in der gerichtlichen Verfügung, dass es für die Kinder „schädlich“ sei, wenn sie keine Beziehung zu ihrem Vater hätten. Die Kinder seien bei Pitt „sicher“, eine „gesunde“ Beziehung zu beiden Eltern sei für ihre Entwicklung wichtig.

Hintergrund dürfte sein, dass nach der Trennung sogar Polizei und Jugendamt eingeschaltet worden waren. Es ging um eine angebliche Auseinandersetzung während eines Fluges. Pitt soll seinen Sohn Maddox geschlagen haben, war zu hören. Die Untersuchungen wurden eingestellt, Pitt wurde nicht belangt. Auch sein angeblicher Cannabis- und Alkoholkonsum wurden thematisiert. Pitt gab vergangenes Jahr zu, in Therapie zu sein. Jolie ließ sich zu der Aussage hinreißen: „Es war eine sehr schwierige Zeit. Aber wir sind eine Familie. Und wir werden immer eine Familie sein.“

Pitt hofft auf gemeinsames Sorgerecht

Angeblich darf der 54-jährige Pitt inzwischen uneingeschränkt mit seinen Kindern telefonieren und ihnen Nachrichten schicken, ohne dass Jolie das überwacht. Außerdem soll das Gericht den Berichten zufolge festgelegt haben, dass er im Sommer viel Zeit mit den Kindern verbringen darf. Pitts Ziel ist das gemeinsame Sorgerecht. Morgen steht dem Vernehmen nach wieder ein Gerichtstermin an. Wenn die Familien-Angelegenheiten geregelt sind, haben Jolie und Pitt vielleicht wieder mehr Zeit für die Karriere. Vor der Kamera stand Jolie zuletzt für „By The Sea“ (2015), Pitt war in diesem Jahr in „Deadpool 2“ zu sehen. Aktuell steht er für „Once Upon a Time in … Hollywood“ vor der Kamera.

Mit Material von dpa