Frau Geppert, erinnern Sie sich noch, wer der erste Promi war, für die Sie geschwärmt haben?

Eine richtige Promischwärmerin war ich eigentlich nie …

Gab es keine Boygroups, die Sie beeindruckt haben?

Auch nicht. (lacht) Ich war Britney-Spears-Fan. Aber als Volontärin habe ich mal Lenny Kravitz getroffen, das war für mich ein Highlight, weil meine ganze Familie den ganz toll findet. Ich durfte ihn schon zwei Mal treffen. Jemandem gegenüber zu sitzen, den man nur durch seine Musik kennt – das war aufregend. Beim zweiten Mal hat er sich sogar an mich erinnert, das war echt cool. Ja, und einmal war ich auf der Fashion Week in New York hinter den Kulissen und wollte gerade die Kamera einrichten, um ein Interview mit Kanye West zu machen – da liefen Beyoncé und Jay-Z mit ihrer Tochter Blue Ivy auf dem Arm an mir vorbei. Ich bin ein Riesenfan, und in dem Moment ist mir echt die Luft weggeblieben. Ich habe die beiden angestarrt und kein Wort rausbekommen. (lacht)

Was war denn eigentlich ihr Traumberuf, als Sie ein Kind waren?

Als Kind wollte ich Ballerina oder Tierärztin werden. Tierärztin hat nicht geklappt, weil ich überhaupt kein Blut sehen kann. Und für Ballerina hat‘s auch nicht gereicht. Nach der Schule habe ich dann gedacht: Irgendwas mit Medien würde mich interessieren. Ich habe dann viele Praktika gemacht und bin irgendwann bei ProSieben gelandet. Da habe ich gemerkt, dass es mir Spaß macht, Beiträge fürs Fernsehen zu machen – von der Idee bis zur Umsetzung. Ich bin dort den klassischen Weg gegangen: Praktikantin, Volontärin, Redakteurin. Vor drei Jahren kam nach einem internen Casting noch die Moderation dazu. Ich hatte ja irgendwie schon immer Lust darauf, auf der Bühne zu stehen. Und ich konnte schon immer gut reden.

Sie sind im Schwarzwald aufgewachsen. Hatten Sie dort eine schöne Zeit?

Ich fand es super, in Kirchzarten aufzuwachsen. Wir haben nicht auf einem Bauernhof gelebt, aber Kirchzarten ist einfach ein kleines Dorf. Und das Gute ist: Man kann sich ins Auto setzen und ist in zehn Minuten auf dem Berg. Ich liebe die Berge! Dort kann ich mich entspannen, und es gibt mir Kraft. Das ist auch in München so, wo ich jetzt lebe. Wenn ich mich gestresst fühle, setze ich mich ins Auto, fahre zum Beispiel nach Österreich und komme ein paar Stunden später tiefenentspannt wieder.

War Ihnen Kirchzarten als Teenager nicht manchmal zu klein?

Natürlich kam irgendwann der Punkt, an dem ich gesagt habe: „Jetzt will ich raus in die große Stadt!“ Lustigerweise genieße ich es jetzt, mit Ende 20, total, einmal im Monat nach Hause zu meinen Eltern zu fahren. Wenn ich durchs Höllental fahre oder über den Schauinsland, dann entspannt sich bei mir alles. Ich glaube, ich würde nicht in Freiburg wohnen und arbeiten wollen, weil es dort in meiner Branche einfach nicht so viele Möglichkeiten gibt wie in München, aber für mich ist es die schönste Region in Deutschland.

Nach der Schule sind Sie zum Studium nach Augsburg gegangen. War das ein Kulturschock?

Ich glaube, Berlin wäre vielleicht im ersten Moment ein Kulturschock gewesen. Aber ich bin schon immer viel gereist, auch mit meinen Eltern – deswegen war mir Augsburg am Anfang eigentlich fast zu klein. Ich bin ja dorthin gegangen, weil mir die Universität gefallen hat und ich einen passenden Studiengang gefunden hatte. Ich habe mich dort total wohl gefühlt. Augsburg ist eine richtige Studentenstadt, da war einfach immer was los. Und es war die richtige Entscheidung, dort zu studieren. Mich hat‘s dann aber trotzdem nach München gezogen.

Warum denn?

Ich war schon während des Studiums viel dort. Was mir an der Stadt gefällt, ist, dass man schnell viele Leute kennenlernt. Man hat dieses Großstadt-Feeling, aber trotzdem ist die Lebensqualität sehr hoch. Man ist schnell im Grünen, in den Bergen, am See. Und es ist so sauber und sicher. Ich fühle mich hier einfach sehr wohl.

Wie finden Ihre Familie und Ihre Freunde es eigentlich, dass sie Sie im Fernsehen sehen können?

Meine Eltern und Großeltern haben sich mittlerweile darangewöhnt. Aber für meine Freunde ist es immer noch komisch, wenn sie mich im Fernsehen in einer Aufzeichnung sehen, während ich bei ihnen vor der Tür stehe. (lacht) Ich habe noch den gleichen Freundeskreis, den ich hatte, bevor ich angefangen habe zu moderieren. Ich bin nicht nur noch mit anderen Promis unterwegs. Ich habe immer noch meine Freundinnen von früher – und darauf bin ich auch sehr stolz. Wenn wir unterwegs sind, werde ich manchmal angesprochen und um ein Foto gebeten. Meine Freundinnen sind dann immer völlig verwirrt, weil sie das irgendwie gar nicht so realisieren, dass ich im Fernsehen bin.

Aber Sie haben sich daran gewöhnt, oder?

Ich bin mittlerweile total in meinem Job angekommen. Auch für meinen Freund ist das ganz normal, und für meine Familie ist es erst dann komisch, wenn andere Leute sie darauf ansprechen. Ich glaube, dann realisieren sie erst so richtig, dass ich im Fernsehen bin. Meine Oma guckt jeden Tag „taff“, wenn ich moderiere, und schreibt mir danach ein Feedback – wie sie mein Outfit fand, wie sie meine Moderation fand …

Sie haben vorhin gesagt, dass Sie auch mal angesprochen werden. Passiert das oft?

In München gucken die Leute vor allem. Ich höre sie dann immer flüstern: „Das ist doch die …“ Aber sie kommen nicht wirklich auf einen zu. Wenn ich aber zum Beispiel in Freiburg bin oder auch in Norddeutschland, werde ich öfter angesprochen. Vielleicht sind die Leute in München so an Schauspieler und Moderatoren gewöhnt, weil so viele hier leben, dass sie sich dann zurückhalten. Auf jeden Fall trauen sich die Leute eher, mich anzusprechen, wenn ich allein unterwegs bin.

Das Aussehen spielt ja eine große Rolle, wenn man im Fernsehen ist. Sind Sie jemand, der sich auch privat für Mode interessiert?

Ja, sehr. Ich bin sozusagen mit Mode aufgewachsen. Meine Großeltern hatten einen Großhandel, sie haben Boutiquen beliefert und hatten auch eine eigene Kollektion. Meine Mutter hat auch mit Mode zu tun – das war also schon immer ein großes Thema bei uns in der Familie. Und es macht mir auch Spaß. Ich bin sicher kein Paradiesvogel, überhaupt nicht, aber ich liebe es, mich mit Mode auseinanderzusetzen, zu gucken was mir steht und was nicht. Natürlich habe ich bei ProSieben eine Stylistin, die mir Looks raussucht, aber im Endeffekt entscheide ich, was ich anziehe und wie ich es kombiniere. Ich beschäftige mich auch privat mit Mode, aber ehrlich gesagt nicht mehr so viel wie früher, als ich noch nicht vor der Kamera stand. Seit ich jeden Tag geschminkt und gestylt werde, habe ich zu Hause gar nicht mehr so viel Lust, mich schön anzuziehen. An manchen Tagen trage ich wirklich nur Leggings, einen Pulli und Sneaker.

Als Teenager waren Sie Kandidatin bei „Germany's Next Topmodel“. Wollten Sie damals ernsthaft Model werden oder haben Sie nur aus Spaß mitgemacht?

Ich habe damals schon nebenbei Fotos gemacht und mir damit ein bisschen Geld verdient. Dass ich bei „Germany's Next Topmodel“ dabei war, war aber Zufall. Ich war mit meinen Eltern im Europa-Park, als dort gerade ein Casting für die Sendung lief. Da kam jemand auf mich zu und sagte: „Komm doch mal vorbei!“ Und dann habe ich gedacht, gucke ich halt mal. Es hat Spaß gemacht – und ich bin wirklich weitergekommen! Aber ich habe mir nie Chancen ausgerechnet, Model zu werden, dafür bin ich mit 1,70 Metern einfach zu klein. Ich bin erst mal unter die letzten 100 gekommen, dann unter die letzten 25. Im Nachhinein ist es aber vermutlich auch gut, dass alles so kam, wie es kam. Aber es war cool, mal hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie Fernsehen funktioniert. Das hat mich um eine Erfahrung reicher gemacht.

Sie berichten in diesem Jahr vom Finale, nicht wahr?

Ja, genau. Wir sind mit „red.“ vor Ort. Wenn die Siegerin gekürt ist, werde ich sie interviewen – und sicher auch den einen oder anderen Stargast der Show.

Sind Sie bei solchen Live-Moderationen noch aufgeregt?

Auf jeden Fall! Bei „taff“ und „red.“ bin ich nicht mehr so aufgeregt, weil ich inzwischen daran gewöhnt bin, in die Kamera zu sprechen. Aber eine Live-Sendung ist natürlich Nervenkitzel pur. Und ich glaube, es ist gut, aufgeregt zu sein, weil es ohne das Adrenalin ja auch langweilig wird. Man braucht diesen Kick, um wirklich 100 Prozent zu geben.

Sie haben ja inzwischen sehr viele Prominente getroffen. Wer hat Sie denn da positiv überrascht?

Charlie Sheen. Ich bin mit sehr viel Respekt in das Interview gegangen, weil er ja zuletzt mit ziemlich negativen Schlagzeilen in den Medien war. Und ich wusste nicht, wie er sich mir gegenüber verhalten würde. Und dann habe ich ihn getroffen und er war total offen. Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass es ein Interview ist und ich meinen Fragenkatalog abarbeiten muss, sondern wir haben einfach ein nettes Gespräch geführt und ich habe ihn dadurch besser kennengelernt. Wir hatten sofort eine gemeinsame Ebene, er hat mich total nah an sich rangelassen und wir haben uns wirklich lange unterhalten, bestimmt zwei Stunden. Er ist ein wirklich reflektierter Mann. Klar, er hat viel Mist gebaut in seinem Leben und hat nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Aber er hat seine Familie, die hinter ihm steht, und über das ganze Negative ist er hinweg.

Sind Sie jemand, der sich Gedanken über seine Karriere macht? Darüber, was vielleicht noch kommen könnte?

Ich glaube, man macht sich immer Gedanken. Wenn man das nicht tut, läuft irgendwas falsch. Momentan macht mir mein Job großen Spaß, aber ich habe trotzdem noch tausend Ideen im Kopf – privater und beruflicher Natur. Ich möchte noch mehr im Entertainment-Bereich machen oder eine investigative Reportage drehen. Aber ich bin jemand, der sehr im Moment lebt. Ich genieße das, was ich gerade mache, und wenn morgen ein Projekt entsteht, das ich toll finde, dann mache ich das. Ich bin ganz entspannt, aber auch sehr dankbar für all die tollen Dinge, die ich machen darf.

Sie posten viel auf Instagram. Sind Sie dort auch unterwegs, um zu schauen, was andere machen?

Ja, auf jeden Fall. Instagram ist ein super cooles Tool. Wenn ich in den Urlaub fahre, schaue ich zum Beispiel, welche Hotels und Restaurants Blogger empfehlen. Da hole ich mir viele Tipps. Und ich folge auch tatsächlich ein paar hundert Leuten – egal ob Models, Hollywood-Stars oder Freunde von mir. Ich finde es schön, dass man sich auf Instagram auch privat austauschen kann. Meine Familie und Freunde wissen so immer, was ich gerade mache. Manchmal will ich ganz aufgeregt jemandem erzählen, was ich erlebt habe, und dann höre ich: „Das weiß ich doch schon, hab‘ ich auf Instagram gesehen.“ (lacht) Es ist bloß schade, dass dort auch viele Hater unterwegs sind.

Sie haben mal gesagt, dass Sie „eine richtige Hausfrau“ sind. Wie darf man das denn verstehen?

Ich glaube, viele Menschen denken, nur weil man im Fernsehen ist, hat man ein glamouröses Leben. Das ist natürlich Quatsch. Ich bin jemand, der sehr gern zu Hause ist und den kompletten Haushalt schmeißt. Ich mache wahnsinnig gern die Wäsche. Ich weiß nicht warum, aber damit könnte ich mich stundenlang beschäftigen: Wäsche waschen, aufhängen, bügeln, zusammenlegen … Und ich koche sehr viel, unter der Woche eigentlich jeden Abend. Ich bin da sehr kreativ. (lacht) Darüber freut sich auch mein Freund.

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