Herr Gärtner, am Karfreitag läuft der neue „Matula“-Film. Nachdem er erst an der Nordsee ermittelt hat und dann im Allgäu, ist nun Mallorca dran. Hatten Sie bei der Wahl des Drehorts Mitspracherecht?

An der Nordsee haben wir damals im Februar gedreht, da war‘s bitterkalt und ich lag bei zehn Grad minus im Wattenmeer – dann hab‘ ich gesagt: Beim nächsten Film muss es wärmer sein. Also waren beim nächsten Film im Mai im Allgäu – und ja, da war es schön warm. Aber nicht auf 2000 Metern Höhe! Also haben wir wieder gefroren. Und dann hab‘ ich gesagt: Beim nächsten Mal muss es aber wirklich warm sein. Wir haben also auf Mallorca gedreht, aber leider schlechtes Wetter erwischt. Es gab sogar Überschwemmungen, die uns bei den Dreharbeiten auch ein bisschen behindert haben.

Haben Sie denn schon einen Wunsch geäußert für einen möglichen vierten Teil?

Da warte ich erst mal darauf, wie das Drehbuch aussieht.

Wird bei „Matula“ eigentlich von Film zu Film geplant?

Ja.

Und würde man Sie ohne die Filme noch im Fernsehen sehen?

Höchstens in Wiederholungen. Ich spiele jetzt erst mal wieder Theater, meine Frau bereiter gerade das neue Stück vor. Außerdem mache ich Lesungen mit meiner Biografie.

Was war beim neuen „Matula“-Film für sie die größte Herausforderung?

Es gibt eine Szene, bei der ich ins Wasser springe, um jemanden herauszuholen. Und zwar nicht nur einmal. Mal wurde das von oben gefilmt, mal von der Seite … Ich bin bestimmt 17 Mal ins Wasser gesprungen. Bei dem schlechten Wetter war das nicht besonders angenehm.

Matula (Claus Theo Gärtner, rechts) versucht, das Leben des Yachtbesitzers Ingo Schumann (Jochen Horst) zu retten.
Matula (Claus Theo Gärtner, rechts) versucht, das Leben des Yachtbesitzers Ingo Schumann (Jochen Horst) zu retten. | Bild: Hans-Joachim Pfeiffer / ZDF

Matula hat ja einen Hund, Dr. Renz. Macht ein Tier am Set die Arbeit entspannter oder chaotischer?

Das ist ein gut trainierter Hund. Der macht keine Probleme und das klappt alles wunderbar mit ihm. Nur seine Trainerin ist ein bisschen eifersüchtig, weil er auch auf mich hört. (lacht)

Matula (Claus Theo Gärtner) ermittelt mit seinem Hund Dr. Renz auf Mallorca.
Matula (Claus Theo Gärtner) ermittelt mit seinem Hund Dr. Renz auf Mallorca. | Bild: Hans-Joachim Pfeiffer / ZDF

Ist die Rolle des Matula für Sie eigentlich inzwischen Routine?

Routine ist es sicher nicht, die Figur ist ja jedes Mal neu. Es ist jedes Mal eine neue Geschichte und Matula muss sich immer auf eine neue Situation einstellen.

Ihr Bäcker in Basel kennt Sie, wie man hört, nicht als Herr Gärtner, sondern als Herr Matula …

Er sagt zu meiner Frau sogar Frau Matula. (lacht)

Frustriert Sie das manchmal, wenn die Menschen zwischen Ihnen und der Rolle nicht unterscheiden?

Nein. Die Hauptsache ist doch, dass ich weiß, dass ich das bloß spiele.

Seit es die Serie „Ein Fall für zwei“ nicht mehr gibt, sind Sie ja seltener als Matula zu sehen. Werden Sie dadurch weniger oft angesprochen?

Nein, daran hat sich nichts verändert. Ich habe mich ja auch nicht aus dem Geschäft zurückgezogen.

Wie lange wollen Sie denn noch Matula sein?

Solange ich fit bin!

Der Film läuft an Ihrem Geburtstag, da werden Sie vermutlich nicht vor dem Fernseher sitzen. Wie feiern Sie denn?

Wir feiern nicht groß. Ich werde 76, das ist ja nun nichts Besonderes. Wir feiern eher den Geburtstag meiner Frau groß – sie wird 40, und das ist ein Grund zu feiern.

Wie jung fühlen Sie sich gerade?

Ich komme grade von der Skipiste, und ich muss sagen, das hat alles wunderbar geklappt, obwohl ich zwei Jahre nicht auf Skiern stand. Ich kann’s zwar nicht so gut wie meine Frau, mit ihr komme ich nicht mit. Aber sie ist halt auch Schweizerin. (lacht)

Claus Theo Gärtner und seine Frau Sarah bei der Berlinale 2017.
Claus Theo Gärtner und seine Frau Sarah bei der Berlinale 2017. | Bild: Jens Kalaene / dpa

Sie leben ja auch in Basel. Wie fühlen Sie sich als Deutscher in der Schweiz?

Ich fühle mich integriert, wenn Sie das meinen. Ich habe in Basel ja auch schon Theater gespielt.

Sie wollten mit Ihrer Frau in diesem Jahr eigentlich im Wohnmobil durch Neuseeland fahren. Was ist daraus geworden?

Wir haben es nicht gemacht. Meine Frau war ja wir vier Monate in Australien und hat dort ihren Tauchlehrerschein gemacht. Danach wollten wir eigentlich zusammen durch Neuseeland fahren. Nun ist sie aber einen Monat früher fertig geworden und wollte erst mal wieder nach Hause. Das kann ich gut verstehen – und ich hatte sie ja auch gern wieder bei mir. Also ist sie erst mal zurückgekommen, und das mit Neuseeland haben wir verschoben.

Sie reisen viel, Sie drehen oder stehen auf der Bühne. Legen Sie manchmal auch die Füße hoch?

Was meinen Sie, was ich hier gerade mache?

Außer Skifahren?

Gar nichts. Ich wohne in einem wunderbaren Hotel, wo man auch Wellness betreiben kann …

Sie hatten sich ja immer mal eine Rolle auf dem „Traumschiff“ gewünscht.

Das war so: Wolfgang Rademann, der inzwischen verstorbene Produzent, hatte mir das mal zugesagt. Aber die anderen wissen das wohl nicht …

Wollen Sie es denn noch?

Ja, ich würde es machen. Aber nun haben wir schon eine Kreuzfahrt gemacht, und selbst meine Frau, die vorher Bedenken hatte, fand es dann doch ganz schön.