DJ BoBo, worauf kann sich das Publikum bei der „KaleidoLuna“-Tour freuen?

Wir starten die Show mit einem Raumschiff: Wir kommen aus dem Weltall auf die Erde und landen mitten auf der Bühne. Wir reisen sozusagen durch verschiedene Fantasiewelten. Dabei präsentieren wir die neuen Songs meines aktuellen „KaleidoLuna“-Albums, aber auch wie immer meine größten Hits.

Sie spielen in den größten Hallen, mehr als fünf Millionen Zuschauer haben bisher Ihre Live-Tourneen besucht. Gibt es da überhaupt noch eine Steigerung?

Toppen kann man das schon lange nicht mehr, weil wir die Größenmaße der Arenen schon seit etwa zehn Jahren ausgeschöpft haben. Aber anders sein, das kann man. Und das versuchen wir mit jeder neuen Show. Immer ein bisschen etwas neu erfinden, Neues ausprobieren – das geht. Neue Choreografien, neue Technologien. All diese Innovationen sind auch ein Teil davon, was uns ausmacht. Aber größer geht nicht mehr.

Sie hatten vergangenes Jahr Ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum. Was war der bisher magischste Moment Ihrer Karriere?

Wirklich magisch war das Konzert in der Mongolei 2002. Wir spielten an einem fremden Ort, an dem vorher noch kein westlicher Künstler vor uns war. Ich wusste nicht, ob man meine Musik dort überhaupt kennt. Es gibt ja keine Plattenfirmen in der Mongolei. Doch was wir dann erlebten, war sehr außergewöhnlich: Die Menschen in diesem Fußballstadion, die eigentlich gar kein Englisch sprechen, sangen unsere Songs mit, kannten alle Texte. Das war extrem emotional – und pure Magie.

Ein Phänomen Ihrer Musik ist auch, dass bei Ihren Konzerten fast alle Altersgruppen vereint sind. Wie schaffen Sie das?

Wer die Konzerte besucht, kann man als Künstler lustigerweise nicht beeinflussen. Das Publikum sucht sich immer den Künstler aus und nicht der Künstler das Publikum. Viele Kollegen in der Branche hätten gerne dieses „Hipster-Publikum“ – also die 25- bis 35-Jährigen. Aber die suchen sich ihre Stars schon selber aus. Ich habe das Glück, dass das Alter meiner Fans nach unten und nach oben sehr offen ist. Viele meiner Fans sind mit mir älter geworden.

Aber nach wie vor stehen auch viele Jugendliche auf Ihre Musik …

So ist es, und das freut mich. Es ist schon was ganz Spezielles, dass unsere Musik in allen Altersklassen funktioniert. Aber ich habe es nie forciert. Das ist einfach so passiert. Das habe ich nie bewusst angestrebt: Ich habe nie versucht, gezielt Jugendliche zu erreichen – auch nicht in den 90er-Jahren bei der „Bravo“. Ich hatte damals eigentlich Tanzmusik für die Clubs gemacht. Die ging irgendwann Cross-over, und das haben sich die Jugendlichen ausgesucht.

Sie sind vergangenes Jahr 50 geworden. Wie schaffen Sie es, die anstrengenden Tourneen nach wie vor durchzustehen?

Inzwischen spiele ich ja nicht mehr so oft wie früher, gehe nur noch alle zwei bis drei Jahre auf Tournee. Und die Zeit zwischen den Tourneen brauche ich heute auch, damit man nicht in dieses Hamsterrad gerät – Platte, Tour, Platte, Tour, Platte, Tour. Es gibt ja noch andere Dinge im Leben. Nach der „KaleidoLuna“-Tour 2019 werde ich sogar eine dreijährige Pause machen.

Was bedeuten Ihnen Ruhm und Erfolg?

Natürlich freue ich mich, wenn meine Musik bei den Menschen ankommt und unsere Shows erfolgreich sind. Aber Erfolg ist nicht meine Antriebsfeder. Auch Ruhm ist nicht wichtig, sondern die Leidenschaft für die Musik. Das ist mein Motor. Wer seine Passion über alles stellt, der kann auch langfristig davon leben. Wobei keine Rolle spielt, ob man in einer Arena die Menschen begeistert oder in einem Club. Hauptsache, man ist mit dem Herzen dabei. Als kleiner DJ war ich übrigens auch sehr glücklich.

Langjährige Wegbegleiter zeugen für Ihre Loyalität. Wie sind Sie als Chef?

Ich bin schon sehr loyal. Aber ich will auch, dass meine Leute mitwachsen, sich mit mir neu orientieren. Also wenn sich jemand auf seinen Lorbeeren ausruht, das mag ich gar nicht. Deshalb spare ich nicht mit Lob und Anerkennung, erwarte von meinen Mitstreitern aber auch viel. Für meine Leute bin ich nicht der nette Boss von nebenan – nach dem Motto „Piep piep piep, wir haben uns alle lieb“, sondern ich kann als Chef schon sehr fordernd und intensiv sein. Gerade wenn es um die Bühnenshows geht. Alles andere wäre unprofessionell.

Haben Sie eigentlich noch Träume?

Es gibt noch ein paar Länder, in denen ich gerne auftreten würde. Zum Beispiel im Iran. Das wird zwar schwierig. Aber das habe ich mir in den Kopf gesetzt, weil wir da ganz viele Fans haben. Allerdings darf man im Iran nicht tanzen. Und bei einem DJ BoBo-Konzert nicht zu tanzen, ist eine echte Herausforderung. (lacht) Auch was meine Kinder betrifft, habe ich ein sehr ambitioniertes Ziel. Mein Herzenswunsch ist, dass meine Kinder irgendwann sagen werden: Papa war unser Vorbild.