Herr Bezzel, Sie waren vor kurzem in der Komödie „Echte Bauern singen besser“ zu sehen. Darin spielten Sie eine Doppelrolle als schüchterner Landwirt und abgewrackter und alkoholkranker Rockstar. Wie gut ist Ihre Sangeskunst?

Ich kann so singen, dass die Leute nicht weglaufen. Aber ich würde mich selbst nicht als einen begnadeten Sänger bezeichnen. Ich singe eigentlich nur daheim hin und wieder mit meinen Kindern. Hinterher heißt es dann meist: „Das war doch gar nicht so übel.“ Aber ich habe noch nie gehört: „Boah, das war betörend schön.“ (lacht)

Haben Sie im wahren Leben abseits Ihres Jobs schon mal jemanden etwas vorgespielt?

Das macht man doch ständig. Viele Menschen versuchen, sich oft von ihrer besten Seite zu zeigen. Ich erinnere mich nicht an große Betrugsgeschichten, aber früher, als ich Frauen kennenlernen wollte, habe ich natürlich versucht, mich möglichst cool zu präsentieren. Das Problem dabei ist immer nur, dass Frauen es relativ schnell durchschauen, wenn man nicht authentisch ist.

Was war das Verrückteste, das Sie bislang in Ihrem Leben getan haben?

Ich habe geheiratet, bin zudem Vater geworden und das gleich zwei Mal. Das ist aus meiner Sicht verrückter als an einem Seil hängend eine Brücke hinunter zu springen. Ich hatte schon etwas Bammel davor. Ich habe lange als Single gelebt. Eine Familie zu gründen, ist schon eine gewaltige Sache, die viel Mut erfordert.

Haben Sie so etwas wie einen unerfüllten Jugendtraum?

Ich hätte gerne mal im Fußball-Champions-League-Finale in der 90. Minute das entscheidende Siegtor für den FC Bayern geschossen. Aber ich bin sehr glücklich mit dem, was ich als Schauspieler erleben darf.

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Ihr Vater ist Vogelkundler. Wollten Sie nie in seine Fußstapfen treten?

Ich habe viel von meinem Vater übernommen, beispielsweise seine Leidenschaft fürs Reisen oder die Fähigkeit souverän Vorträge vor einem größeren Publikum halten zu können. Aber für Vögel oder auch die verschiedenen Vogelarten habe ich mich nie besonders interessiert – im Gegensatz zur Schauspielerei: Meine Eltern sind mit mir und meinem älteren Bruder schon früh ins Theater gegangen. Und wenn im Fernsehen mal Filme von Billy Wilder liefen, durften wir abends auch mal länger aufbleiben.

Waren Sie als Kind kein Naturbursche?

Doch, natürlich. Ich war fast ständig in der Natur unterwegs. Wir haben Baumhäuser gebaut und sind im Winter fast jeden Tag Ski gefahren.

Sie haben fast 13 Jahre als schnöseliger Helfer Kai Perlmann an der Seite von Klara Blum (Eva Mattes) im Konstanzer „Tatort“ ermittelt. Hatten Sie, der TV-Polizist, im wahren Leben mal mit polizeirelevanten Dingen zu tun?

Zum Glück nicht. Ich wurde mal mit meinem Handy am Steuer erwischt. Schlimmere Vergehen habe ich mir noch nicht geleistet – bis jetzt. Aber ich erinnere mich, dass ich mal nach Hause kam und zwei Polizisten vor meinem Haus warteten. Ich war ziemlich erschrocken, fragte mich schon, ob ich irgendwas verbrochen hatte.

Und?

Die Beamten klärten mich auf uns verwiesen mich auf einen Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens, den ich am Vortag erhalten hatte. Ich war nur 8 km/h zu schnell gewesen und wollte das fällige Bußgeld zeitnah überweisen. Ich war total perplex, dass sie wegen dieser Lappalie vor meiner Tür standen. Sie erwiderten, dass sie gerade in der Gegend unterwegs waren und mich mal treffen wollten. Sie kannten mich aus „Abschnitt 40“ (preisgekrönte Polizeiserie Anm. d. Red.) und waren Fans von mir.

Ihre Frau und Sie feiern im September Ihren zehnten Hochzeitstag. Bis Sie mit ihr einst zusammengekommen sind, hat es drei Jahre gedauert. Wieso?

Wir haben uns über die Schauspielerei kennengelernt und dann immer mal wieder zufällig getroffen. Irgendwann war es dann nicht mehr zufällig (grinst). Aber es stimmt: Es hat etwas gedauert.

Worauf kommt es Ihnen in einer Beziehung besonders an?

Dass man ehrlich zueinander ist und sich nicht gehen lässt, für den anderen interessant bleibt. Wichtig finde ich auch, dass man die Beziehung niemals als selbstverständlich ansieht.

Was schätzen Sie an Ihrer Frau am meisten?

Sie ist eine wahnsinnig engagierte Frau, die eine klare Haltung hat. Schön ist, dass wir beide denselben Humor und eine ähnliche Sicht auf das Leben haben.