Wirklich wahr: Wenn Florence Kasumba die Vorschau für die Neuverfilmung von „Der König der Löwen“ sieht, kommen ihr die Tränen. Nicht, dass das Thema neu wäre für die 42-jährige Schauspielerin – sie kennt das Original und stand eineinhalb Jahre lang täglich im Musical auf der Bühne.

„Natürlich fragt man sich da: Echt, müsstest du nicht langsam mal darüber hinweg sein?“, sagt sie. „Aber nein, diese emotionale Reaktion habe ich immer noch. Und ich glaube, das wird auch nicht weggehen.“

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Kasumba mag die Musik, die Geschichte, die Figuren – sogar die Hyänen, von denen sie eine spielt. Schon im Musical war sie Shenzi, sie ist nun auch ihre Rolle im Film – sowohl im Original als auch in der deutschen Synchronisation. Ein Zufall?

„Ich habe keine Ahnung“, gibt Kasumba zu. Es spielt aber wohl auch keine Rolle – es zeigt bloß, dass sie in Hollywood angekommen ist. Dank Filmen wie „The First Avenger: Civil War“, „Wonder Woman“, „Black Panther“ und „Avengers: Infinity War“ ist Kasumba längst international bekannt.

Fast wie am Theater

Vor der Kamera stand Kasumba für den Animationsfilm nicht im klassischen Sinn. Zum Teil fand die Arbeit im Tonstudio statt, aber auch anderswo: „Wir haben in einer Blackbox gearbeitet, also auf einer Art schwarzer Bühne, in der wir Schauspieler während der Stimmaufnahmen wirklich miteinander spielen und umeinander herumlaufen konnten“, erklärt sie.

Es sei fast wie am Theater gewesen. Und, da ist sich Kasumba sicher, man merke, „dass nicht jeder für sich, sondern wir alle gemeinsam gearbeitet haben“.

Musicalrolle nicht ausgeschlossen

Ob sie irgendwann noch mal eine Musicalrolle übernehmen und täglich auf der Bühne stehen will, weiß Kasumba nicht – ausschließen will sie es jedenfalls nicht. Die Arbeit sei hart, „denn so ein Musical darf man nicht unterschätzen“.

Acht Shows pro Woche wären körperlich kein Problem für sie, „allerdings würde eine Verpflichtung für ein Jahr eben auch bedeuten, dass ich viele andere Dinge nicht machen könnte. Und im Moment drehe ich einfach gerne.“ Unter anderem als Tatort-Kommissarin an der Seite von Maria Furtwängler.

Fernsehzuschauer kennen Florence Kasumba (links) aus dem Niedersachsen-Tatort – sie ist dort an der Seite von Maria Furtwängler zu sehen.
Fernsehzuschauer kennen Florence Kasumba (links) aus dem Niedersachsen-Tatort – sie ist dort an der Seite von Maria Furtwängler zu sehen. | Bild: Swen Pförtner / dpa

Kasumba, geboren in Ugandas Hauptstadt Kampala, aufgewachsen in Essen, wohnhaft in Berlin, kombiniert Projekte fürs deutsche Fernsehen und internationale Produktionen scheinbar mühelos. „Meine Agenturen nehmen mir natürlich unglaublich viel ab“, sagt sie. Am Ende sei es eine Frage der Organisation.

„Wenn drei Projekte kommen, die alle innerhalb eines halben Jahres gedreht werden sollen, dann muss man sich eben hinsetzen und das organisieren.“ Manchmal müsse sie etwas absagen, aber manchmal tue sich ein Loch im Kalender auf. Stress? Von wegen!

Sie nutzt ihre Chancen

„Wenn man etwas gerne macht, dann hat man eine andere Einstellung“, sagt sie. „Statt zu jammern, weil ich innerhalb einer Woche in drei unterschiedlichen Zeitzonen sein werde, sage ich: Wow, ich habe die Chance, einen Film zu präsentieren, auf den ich stolz bin!“

Als sie zwölf war, war Kasumba mit der Schule im Musical „Starlight Express“ – „so etwas hatte ich noch nie gesehen“, erinnert sie sich. Sie wusste: „Das will ich auch machen.“ Dennoch hatte sie später andere Pläne: „Ursprünglich wollte ich Steuerberaterin werden.“ Ihre Mutter habe ihr geraten, etwas anderes zu machen – zum Glück.