Vom Teenie-Schwarm zum Talentsucher: Sänger Sasha hat bei der Castingshow „The Voice Kids“ offenbar seinen neuen Traumjob gefunden

Guten Tag, Herr Schmitz-Röntgen, oder darf ich Sasha sagen?

Sasha, bitte.

Also, Sasha, Sie scheinen bei Ihrer neuen Arbeit viel Spaß zu haben …

Auf jeden Fall. Ich habe da sogar sehr viel Spaß. Und ich glaube, wenn man sich nicht komplett sein Herz hat rausschneiden lassen, dann kann man dabei nur Spaß haben. Es ist einfach toll, zu beobachten, wie die Talente bei „The Voice Kids“ für die Musik brennen. Musik ist in jedem Alter und jeder Lebenslage allgegenwärtig. Und gerade bei den Kids ist das so unverfälscht und ehrlich zu spüren.

Die Talentdichte bei den Kindern ist beachtlich …

Absolut. Ich will uns jetzt nicht hervorheben, aber ich finde, in dieser Staffel haben wir besonders viel Glück gehabt: Wir haben tatsächlich eine sehr hohe Dichte an extrem guten jungen Talenten. Sie sind teilweise besser als die Großen. Und ich freue mich total, meine Talente auf ihrer Reise in dieser Welt ein Stückchen zu begleiten.

Was macht ein Talent aus? Wie viel ist naturgegeben, wie viel ist Übung?

Ich weiß, dass die Kids sehr unterschiedlich an die Musik rangehen. Manche flashen einen mit ihrem Können und erzählen dann, dass sie erst seit einem halben Jahr Musik machen. Dann muss es ein Naturtalent sein. Manche spielen aber auch schon mehrere Instrumente – wie Sofia, die unfassbar begabt ist und mit zwölf Jahren bereits Klavier, Gitarre, Geige, Saxofon, Cello und Schlagzeug spielt. Das ist dann eine Mischung aus beidem: Talent und ganz viel Übung. Und zum Glück ist Sofia in meinem Team

(grinst).

Gibt es bei „The Voice Kids“ auch sogenannte Eiskunstlauf-Eltern, die ihre Kinder zum Erfolg antreiben?

Überhaupt nicht. Schon vor den Shows, also bei der Auswahl der Kinder, wird darauf geachtet, dass die Familienverhältnisse stimmen. Das ist auch mir persönlich sehr wichtig. Die Kids machen Musik, weil es ihnen selber Spaß macht, und nicht weil Mama oder Papa Druck auf sie ausüben. Wir lernen ja immer auch die Eltern der Kinder kennen, und ich fand die alle ziemlich locker und entspannt. Außerdem achtet der Sender schon sehr darauf, dass jeder gut behandelt wird und sich alle wohlfühlen. Das klingt jetzt blöd, aber irgendwie haben sich alle lieb. Wir umarmen uns vor jeder Show und manchmal auch währenddessen.

Wie ist das Verhältnis der Coaches?

Das Frotzeln gehört dazu. Und jeder sieht ja auch, dass das mit einem Augenzwinkern geschieht. Ich denke, der Spaß und der Humor sind das Wichtigste an der ganzen Sache. In dieser Sendung hat nichts Böses Platz. Es wird niemand niedergemacht, sondern nur positive, konstruktive Kritik geäußert. Da ist kein Gezicke und kein Ellbogen-Gerangel, sondern ein Miteinander. Trotzdem wird nicht alles in Watte gepackt. Ein gewisser Kampfgeist und Ehrgeiz gehören auch dazu. Ich bin der Onkel Sasha, der mit seiner Erfahrung punkten kann. Auch wenn ich der Neue in der Runde bin, werden wir ja sehen, wer am Ende die stärkste Stimme hat …

(lacht)

Trotzdem bricht das eine oder andere Kind beim Ausscheiden in Tränen aus …

Klar fließt dabei auch schon mal ein Tränchen, das kann man nicht verhindern. Wir vergessen oft, dass Kinder täglich bewertet werden, ob im Kindergarten, in der Schule, beim Sport oder in den sozialen Medien. Da passiert auch schon mal die eine oder andere Enttäuschung. Doch bei „The Voice Kids“ wird jedes Kind aufgefangen. Es gibt sehr viele Betreuer hinter den Kulissen.

Haben Sie neue Fans gewonnen?

Jetzt werde ich auch von Kids und Teens auf der Straße erkannt und nicht nur von ihren Müttern

(lacht).

Das ist schon lustig. Die meisten Kinder kannten mich vor der Sendung gar nicht, und einige Kinder wollten nur in mein Team, weil sie von ihren Eltern den Tipp bekommen hatten. Doch jetzt bekomme ich auch wieder Fanpost von der jüngeren Generation. Trotzdem gibt es zum Glück immer noch Leute in meinem Alter, die von damals mitgekommen sind. Und manchmal treffe ich auch witzige Omis, die mich knuddeln wollen.

Sie haben einen guten Draht zu Kindern.

Erstaunlicherweise ja. Obwohl meine Frau und ich selber keine Kinder haben. Aber vielleicht auch genau deshalb. So kann ich ganz befreit aufspielen und den Kindern auf Augenhöhe begegnen. Ich sehe in ihnen Gleichgesinnte, mit denen ich meine Freude an der Musik teilen kann. Natürlich bin ich für sie nicht nur ein erwachsener Freund, sondern auch ein wichtiger Ratgeber. Doch bevor ich meine Erfahrung weitergebe, frage ich die Kinder, ob sie meine Meinung überhaupt hören wollen.

Erinnern Sie sich noch? Das sind die größten Hits von Sasha und Dick Brave – Videos auf

www.suedkurier.de/plus


Das ist Sasha

Sascha Schmitz-Röntgen (44), besser bekannt als Sasha, ist mit 18 Charts-Singles sowie neun mit Gold und Platin ausgezeichneten Alben einer der erfolgreichsten deutschen Musiker. Als Solokünstler und in der Rockabilly-Formation Dick Brave & the Backbeats erhielt der Sänger alle wichtigen deutsche Musikpreise. 2014 erschien sein sechstes Studioalbum „The One“. Der gebürtige Westfale ist mit der PR-Beraterin Julia Röntgen verheiratet, das Paar lebt in der Nähe von Hamburg. Sasha ist derzeit als Coach in der Castingshow „The Voice Kids“ zu

sehen (freitags, 20.15 Uhr, Sat.1). (ple)