Wenn Hanna Binke Interviews gibt, ist sie immer noch aufgeregt. Nicht mehr so sehr wie am Anfang ihrer Karriere als Schauspielerin, aber immer noch genug. Auch an den roten Teppich hat sie sich noch nicht gewöhnt – aber eigentlich will sie das auch gar nicht. „Es ist, als würde man kurz mal in eine andere Welt eintauchen, und es ist natürlich total cool, das zu erleben.“ Aber: „Wenn ich das jeden Tag hätte, könnte ich es nicht genießen.“ Der Gang über den roten Teppich gehört zu den schönen Seiten des Schauspieler-Lebens, das weiß Hanna Binke, obwohl sie erst 17 ist.

Ihre Karriere begann eigentlich durch Zufall, wie sie erzählt. Damals war sie neun und begleitete eigentlich nur ihre Schwester zu einer Schauspiel-Agentur – doch dann wurde sie angesprochen und selbst unter Vertrag genommen. Seitdem kommt eine Rolle nach der anderen, erst kleine, nun immer größere – und das, obwohl die 17-Jährige nie Schauspielunterricht hatte. Am liebsten spielt das Naturtalent Figuren, „die ganz anders sind als ich selbst“. So wie Mika in den „Ostwind“-Filmen spielt. Auch die sei „ganz anders“ als sie selbst. Ebenso wie Amelie, die Hanna Binke im ZDF-Film „Frühling – Zu früh geträumt“ spielt: „Amelie geht es eigentlich schlecht, weil sie nicht schwanger sein will, und sie will dann ihrem Leben auch ein Ende setzen. Wobei ich glaube, dass sie sich in dem Moment nicht wirklich umbringen will – sie braucht einfach jemanden, der sich um sie kümmert. Das zu spielen, fand ich cool.“ Zu sehen ist das Melodram morgen um 20.15 Uhr im ZDF.

Hanna Binke geht noch zur Schule – in die elfte Klasse, zwei Jahre hat sie noch vor sich. „Bis jetzt habe ich meistens in den Sommerferien gedreht, dann war das natürlich kein Problem“, sagt sie. „Man verpasst vielleicht zwei Wochen Unterricht, aber da kommt man gut wieder rein.“ Beim Dreh des dritten Teils von „Ostwind“ war das schwieriger, weil nicht in den Sommerferien gedreht wurde. „Man kommt halt einfach schwer wieder in den Unterricht rein, das ist ätzend.“ Nicht alle Lehrer fänden das immer gut, ihre Mitschüler hätten ihr jedoch sehr geholfen.

Für Binke ist die Schauspielerei – noch – kein Job, „mit dem ich mir meine Brötchen verdienen muss“. Für sie sei das Drehen das, was für andere Ski- oder Bade-Urlaub ist, sagt sie. „Das ist das, was mir Spaß macht und was ich unbedingt machen will.“ Dennoch ist für die 17-Jährige klar: Zuerst macht sie die Schule fertig. „Zusammen mit meinen Eltern schaue ich, dass ich das hinkriege, dass es so nicht zu viel wird.“ Eine Grenze setzen sie ihr nicht – „das liegt allerdings auch daran, dass ich mir selbst diese Grenze setze, damit ich das mit der Schule auch schaffe“. Ob sie im Filmgeschäft bleiben will, weiß Hanna Binke noch nicht. Zwar gibt sie zu, dass sie sich freuen würde, wenn es so weitergeht wie bisher. „Aber ich kann jetzt nicht sagen, dass ich total auf die Schauspielerei fixiert bin.“ Einen Plan B gibt es aber nicht. „Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich noch so viel Schulzeit habe, um mir das zu überlegen“, lacht sie.

Im Sommer kommt der dritte Teil der „Ostwind“-Reihe in die Kinos – mit Hanna Binke in der Rolle der Mika, die für viele Fans eine Heldin ist. Zu viel bildet sich die 17-Jährige darauf nicht ein. „Ich kann mir schon vorstellen, dass ein paar Mädchen Mika bewundern, die ohne Sattel reitet und auf dem Pferd fast fliegt. Aber das bin ja nicht ich, Hanna Binke, sondern eben die Figur Mika. Die ist wirklich ein total cooler Charakter und absolut bewundernswert.“ Ein Traumprojekt sei der Film für sie. Auch wegen des Reitens, das sie für den Film gelernt hat. Ein neues Projekt ist noch nicht geplant. „Aber jetzt muss ich auch erst mal wieder Schule machen!“

 

Der Trailer zu "Ostwind":

Ausschnitte aus der Fortsetzung:

Ein Ausblick auf den dritten "Ostwind"-Film: