Überall auf der Welt werden in Castingshows Topmodels gesucht – auch in der Schweiz. „Switzerland‘s Next Topmodel“ (SNTM) heißt die Sendung dort, und Moderatorin Manuela Frey geht gut und gerne als die schweizerische Heidi Klum durch.

Ebenso wie die 46-Jährige aus Bergisch Gladbach, die vorwiegend in Los Angeles lebt, ist auch die halb so alte Frey Wahlamerikanerin: Die 23-Jährige lebt in New York – und das schon seit sieben Jahren.

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Aber eigentlich ist Frey ohnehin ständig unterwegs. Wie wohl so eine typische Woche aussieht? „Ich hatte am Wochenende ein Fotoshooting in Aspen, einem Wintersportort in Colorado, und bin nach einem Zwischenstopp in New York in die Schweiz geflogen“, erzählt sie. Anschließend ging es für eine Woche nach Korsika – mit ihrer Mutter. „Ich shoote und sie chillt!“, lacht das 1,81 Meter große Model.

Ohne die Schweiz könne sie nicht sein, sagt sie. Vater und Bruder sieht sie nicht oft, „deshalb schaue ich immer schnell vorbei und umarme sie, wenn ich in der Schweiz bin“. Manchmal gehe sie dann auch einfach mal in Brugg einkaufen, sagt Frey – obwohl ihr 10.000-Einwohner-Heimatstädtchen im Vergleich zu New York wohl keine allzu große Auswahl bietet.

Das Model und der Musiker

Und manchmal, da setzt sich Frey dann auch in einen BMW mit 523 PS. „Ich fahre damit manchmal nach Deutschland …“

Frey ist mit dem Schweizer Musiker Bastian Baker liiert (auch das eine Parallele zu Klum, die mit Gitarrist Tom Kaulitz verheiratet ist). Eine Rückkehr in die Schweiz kann sie sich im Moment nicht mal der Liebe wegen vorstellen.

Heidi Klum nimmt ihren Ehemann Tom Kaulitz (30, Gitarrist der Band Tokio Hotel) gern mit auf den roten Teppich. Aktuell arbeitet sie bereits an der 15. Staffel von „Germany‘s Next Topmodel“.
Heidi Klum nimmt ihren Ehemann Tom Kaulitz (30, Gitarrist der Band Tokio Hotel) gern mit auf den roten Teppich. Aktuell arbeitet sie bereits an der 15. Staffel von „Germany‘s Next Topmodel“. | Bild: Valerie Macon / AFP

Frey moderiert SNTM (ab Freitag auf ProSieben Schweiz) zum zweiten Mal. Das Jahr nach der Premiere sei eins der besten ihres Lebens gewesen. „Ich bin topmotiviert und fühle mich mega-gut“, sagt sie. „Als ich zu modeln begann, hatte ich auch coole und aufregende Jahre auf all den großen Catwalks bei den wichtigsten Designern. Aber ich war ein Mädchen und oft vom Heimweh geplagt.“ Jetzt, mit 23, sei alles perfekt.

Dank der Sendung sei sie wieder öfter daheim, aber auch in den USA profitiert sie davon. „In Amerika zieht es unheimlich, wenn sie ,Next Topmodel‘ und ,TV-Show‘ hören. Dann denken sie an Tyra Banks und Heidi Klum und behandeln dich sofort ganz anders – fast wie eine Königin!“ Ein Beispiel: Bei Modenschauen darf Frey inzwischen oft in der ersten Reihe sitzen, neben Stars wie Rihanna und Beyoncé.

Manuela Frey entscheidet allein

Ebenso wie in Deutschland gibt es auch in der Schweizer Model-Show keine feste Jury mehr. „Ich verbringe mehr Zeit mit den Kandidaten, lerne sie besser kennen und konzentriere mich auf ihr Verhalten in unterschiedlichen Situationen“, sagt Frey. „Außerdem hatten wir jedes Mal einen Gast zu Besuch, zum Beispiel einen Fotografen, Stylisten oder Blogger. Das macht die Show abwechslungsreicher.“

Auch das kennt man von Heidi Klum, die bei „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) quasi Alleinherrscherin ist – so wie Frey bei SNTM. Das sei „ein ganz schöner Druck“, gibt sie zu. Aus der Ruhe bringen lässt sie sich davon aber nicht. Sie fühle sich vor der Kamera jetzt sicherer. „Da hat sich das Kameratraining bei einer Schauspielfreundin ausbezahlt. Sie hat mir vor allem beigebracht, bei den Moderationen nicht zu stressen.“

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Was die deutsche und die Schweizer Ausgabe unterscheidet: In der Schweiz treten Frauen und Männer an. „Schlussendlich zählt bei jedem Model einfach das Gesamtpaket“, sagt Frey. „Ich wäge ab, wer international bessere Chancen hat, wer den besten Body, die richtige Größe hat, wer sich auf dem Catwalk sicher bewegt, für Shootings talentiert ist, eine starke Persönlichkeit hat und auf Social-Media-Kanälen gut ankommt.“

Frey ist ein absolut bodenständiger Mensch. Erst vor Kurzem habe sie sich ihre erste Louis-Vuitton-Tasche geleistet, erzählt sie. „Ich bin recht sparsam. Keine, die das Geld zum Fenster raus schmeißt. In diesem Business kann die Karriere morgen schon vorbei sein.“ Trotzdem träumt sie davon, auch noch eine dritte Staffel von „Switzerland‘s Next Topmodel“ zu drehen – und irgendwann einen Fallschirmsprung zu wagen.