Sich diesen Namen zu merken, dürfte machbar sein. Schließlich besteht er aus gerade mal vier Buchstaben und ist auch nicht schwer auszusprechen: Lauv. Benannt hat sich Ari Staprans Leff nach seinem Sternzeichen – Lauv ist das lettische Wort für Löwe. Der US-Musiker mit Wurzeln in Lettland gehört zu den jungen Talenten, die in dieser Woche beim „New Pop Festival“ von SWR3 zeigen dürfen, was in ihnen steckt. In Lauvs Fall ist das: Electro-Pop.

Auch wenn hierzulande noch nicht viele mit dem Namen Lauv etwas anfangen können – der 24-Jährige hat schon einiges vorzuweisen. Unter anderem war er im vergangenen Jahr mit Superstar Ed Sheeran auf Tour durch Asien. Als Songwriter hat er an Hits für Künstler wie Demi Lovato und Charli XCX mitgewirkt. „Ich hatte wirklich nicht vor, selbst als Musiker aufzutreten“, sagt er.

Dennoch sei er immer dann am glücklichsten gewesen, wenn er Musik gemacht hat, und wusste schon früh, dass er Musiker werden will.

Seit er zwölf Jahre alt ist, spielte Lauv in verschiedenen Bands. Seine Vorbilder waren damals unter anderem Künstlers wie Green Day und Eminem. Er verkaufte seine Musik über iTunes und organisierte sich selbst Auftritte.

Stundenlang saß er mit einem Freund nach der Schule am Computer und schrieb E-Mails an Veranstalter. „Manchmal landeten wir dann in Tennessee und spielten vor exakt null Leuten.“

Das sei drei oder vier Jahre so gegangen – dann begann Lauv, in New York Musiktechnik zu studieren, und fühlte sich endlich angekommen. Unter Gleichgesinnten habe er sich frei gefühlt. Heute wird seine Musik hunderte Millionen Mal gestreamt, seine Musik erreicht die Charts, er ist ein gefragter Songwriter. Allein Lauvs YouTube-Seite hat fast 870.000 Abonnenten, immerhin 331.000 sind es schon auf Instagram.

Lange fehlte ihm das nötige Selbstbewusstsein, was man heute kaum glauben will, wenn man den Musiker auf der Bühne erlebt. Lauv, der als Kind Klavier, Bratsche und Gitarre spielte und schon als Teenager wie besessen Songs schrieb, fühlte sich oft wie ein Außenseiter. „Ich hatte überall das Gefühl, nicht dazuzugehören, dass ich immer der Einzelgänger sein würde, der in Skinny Jeans Skateboard fuhr.“ Die Musik war sein Ausweg. Heute sagt er: „Ich denke, ich habe die Kraft, etwas wirklich Großes zu erreichen.“

Sein Konzert in Baden-Baden ist erst das dritte überhaupt in Deutschland – und vielleicht der Anfang von etwas wirklich Großem.