Vor acht Jahren war Gotyes Song „Somebody That I Used To Know“ weltweit ein Hit. 2013 wurde der belgisch-australische Musiker dafür mit zwei Grammys ausgezeichnet, nachdem bis dahin schon mehr als elf Millionen digitale Exemplare des Songs verkauft worden waren. Nun hat sich bei der Castingshow „The Voice Of Germany“ ein Trio an dem Lied versucht: Veronika Rzasa, Seyran Ismayilkhanov und Amanda Braga. Glück gebracht hat es aber nur einer Kandidatin: Veronika Rzasa aus Konstanz.

Die 27-Jährige war von der Song-Auswahl des Rappers Sido, der sie bei ihrem Vorsingen in sein Team geholt hatte, begeistert. Es sei ein cooles Lied – und vor allem in der Version, die gestern Abend im Fernsehen zu hören war, „sehr eigen“, wie sie sagt, fast schon ein bisschen orientalisch. Die beiden anderen Sänger aus dem Trio hätten ganz genau gewusst, was sie wollen. Sie seien starke Persönlichkeiten mit viel Erfahrung – anders als Rzasa, deren erster Auftritt noch nicht allzu lange her ist.

Das Rap-Duo Danny Fechtig (27, links) und Phillip Lemanski (23) aus Birkendorf im Landkreis Waldshut hat ebenfalls die Sing-Offs erreicht. Seit 2013 machen sie zusammen Musik – in ihrer Heimat kennt man sie unter dem Namen „Rookeys“.
Das Rap-Duo Danny Fechtig (27, links) und Phillip Lemanski (23) aus Birkendorf im Landkreis Waldshut hat ebenfalls die Sing-Offs erreicht. Seit 2013 machen sie zusammen Musik – in ihrer Heimat kennt man sie unter dem Namen „Rookeys“. | Bild: Sat.1/ProSieben/André Kowalski

„Das ist halt Fernsehen“

Bei „The Voice Of Germany“ mitzumachen, sei eine sehr gute Entscheidung gewesen, sagt sie schon jetzt – auch wenn die Reise noch nicht vorbei ist. Sie habe einen Einblick in die Fernsehwelt bekommen, wertvolles Feedback erhalten und „so viel Unterstützung“. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass Rzasa gelernt hat, über ihren Schatten zu springen. Sei sei durch die Sendung gewachsen, sagt sie. Noch mal machen würde sie es wohl trotzdem nicht, weil man in so einer Castingshow nicht ganz man selbst sein könne. „Das ist halt Fernsehen“, sagt sie. Aber genau das will sie: immer sie selbst sein.

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Schon nach ihrer Blind Audition war sie von den Reaktionen auf ihren Auftritt überwältigt gewesen. „Ich saß im Flugzeug nach Spanien, als die Sendung ausgestrahlt wurde“, erinnert sich Rzasa. Als sie nach der Landung ihr Handy eingeschaltet habe, sei es geradezu „explodiert“, habe sich wegen der Menge der Nachrichten schließlich sogar aufgehängt. „Mit Komplimenten bin ich jetzt bis ans Ende meines Lebens versorgt“, lacht sie.

Auch Giulia Grimaudo (19, links) aus Nordrach im Schwarzwald hat noch eine Chance. Ob sie es in die nächste Runde schafft, entscheidet sich am Donnerstag.
Auch Giulia Grimaudo (19, links) aus Nordrach im Schwarzwald hat noch eine Chance. Ob sie es in die nächste Runde schafft, entscheidet sich am Donnerstag. | Bild: Sat.1/ProSieben/André Kowalski

Um die drei Millionen Zuschauer haben bislang jede Folge der Castingshow verfolgt – viel Publikum für jemanden wie Rzasa. Das Video, das ihre Darbietung von Sias „Chandelier“ zeigt, wurde auf YouTube inzwischen 1,2 Millionen Mal angeklickt. Sie findet das „ehrenhaft“, wie sie beinahe beschämt sagt. Das Lied hatte sie bis zu den ersten Proben noch nie gesungen. Aber es habe ihr gefallen und sie habe Lust gehabt, etwas Neues auszuprobieren. Rzasa mag Herausforderungen. Und sie mag die Abwechslung. Die 27-Jährige, die unter anderem als Yoga-Lehrerin, Kindermädchen und Dolmetscherin arbeitet, ist selten lange an einem Ort. In Konstanz („Es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, der so schön ist“) wird sie demnächst aber wohl wieder häufiger sein, um doch weiterzustudieren – es sei ihr wichtig, einen Abschluss zu haben. Aber: Bei „The Voice Of Germany“ stehen jetzt erst einmal die Sing-Offs an.

Die letzte Battle-Runde läuft am Donnerstag um 20.15 Uhr auf ProSieben, am Sonntag geht es auf Sat.1 weiter.

Die Castingshow

„The Voice Of Germany“ läuft in diesem Jahr bereits in der neunten Staffel. Coaches sind die Musiker Rea Garvey, Alice Merton, Mark Forster und Sido sowie Nico Santos, der ausgeschiedenen Talenten eine zweite Chance gibt. Nach den Blind Auditions laufen derzeit noch die sogenannten Battles. Anschließend geht es mit den Sing-Offs weiter. Mitte November steht dann der Gewinner oder die Gewinnerin fest. Über die ganz große Karriere konnte sich bislang keiner der Sieger der Castingshow freuen. Viele Teilnehmer machen weiterhin Musik, mal weniger erfolgreich, mal mehr – so wie Max Giesinger, der in der ersten Staffel Vierter geworden war.