Wer verfolgt, was auf Deutschlands roten Teppichen los ist, kommt an Riccardo Simonetti nicht vorbei. Der 26-jährige hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt: vom Blogger zum Entertainer, der auch außerhalb des Internets erfolgreich ist. Simonetti ist nicht nur eine schillernde Persönlichkeit mit ausgefallenem Modegeschmack, sondern auch ein Mensch mit vielen Facetten.

  • R wie Reichtum: Es gebe da einen Spruch, sagt Riccardo Simonetti und legt los: „Manche Menschen sind so arm – alles, was sie haben, ist Geld.“ Es sei ein großes Geschenk, Geld zu haben, „weil es eine gewisse Sorglosigkeit und Freiheit mit sich bringt“. Aber der 26-Jährige weiß auch: „Um sich wirklich reich zu fühlen, braucht man meiner Meinung nach so viel mehr als nur ein gut gefülltes Konto.“
Perfekt gestylt: Riccardo Simonetti ist gern gesehener Gast auf roten Teppichen  – so wie bei der Berlin Fashion Week.
Perfekt gestylt: Riccardo Simonetti ist gern gesehener Gast auf roten Teppichen – so wie bei der Berlin Fashion Week. | Bild: Jens Kalaene
  • I wie individuell: Simonetti ist jemand, der aus der Masse hervorsticht – egal, wie viele Menschen um ihn herum sind. Dass er anders ist als die anderen, weit weg vom Durchschnitt, hat er nach eigenen Angaben gemerkt, „als mein Umfeld plötzlich versucht hat, mich in eine bestimmte Richtung zu drängen“. Das habe im Kindergarten angefangen – ihm sei gesagt worden, er „dürfe nicht mit Puppen spielen, weil Jungs das nicht machen“. Vier dürfte er da gewesen sein – und von da an habe er sich täglich gefragt, was wichtiger ist, „mein eigenes Ding durchzuziehen oder das zu tun, was andere von mir erwarten“? Das habe ihn geprägt.
Das könnte Sie auch interessieren
  • C wie Computer: Gut, mit so einem klassischen Personal Computer muss man Simonetti nicht kommen. Aber die Technik spielt eine große Rolle in seinem Leben, allein aus beruflichen Gründen. „Ich bin schon sehr viel am Handy“, gibt er zu. Allerdings gehe es nicht nur darum, online zu sein, sondern um das Smartphone an sich. „Ich bin eben auch im ständigen Austausch mit meinem Manager, gebe Interviews und führe Telefonate“, sagt er. Einige Stunden täglich kämen so sicher zusammen. Aber: „Einen Bankangestellten fragt man ja auch nicht, wie lange er am Tag in der Bank ist.“
  • C wie Celebrity: Simonetti hat sich schon immer berühmt gefühlt. „Als Junge in einer Kleinstadt, mit einem Faible für Pailletten und knallige Farben, lernt man schnell, wie es sich anfühlt, ständig das Gesprächsthema der Leute zu sein.“ Er kenne das gar nicht anders, sagt er. Einfach sei es deshalb trotzdem nicht immer. Viele Leute würden vergessen, „dass ich sie ja gar nicht kenne, sie auf der anderen Seite aber alles über mich zu wissen glauben“. Er könne sich an keine Situation erinnern, in der er noch nicht nach einem Foto gefragt worden oder heimlich fotografiert worden sei – „von der öffentlichen Toilette bis zum Wartezimmer beim Zahnarzt“. Dennoch überwiegen die schönen Momente und Begegnungen. „Es ist das größte Geschenk, Fans zu treffen, die das gut finden, was man tut, und einen unterstützen.“ Wenn er sie mit einer Umarmung oder einem Foto glücklich machen kann – dann tut er das auch.
Aye aye, Captain: Riccardo Simonetti ist stets zu neuen Abenteuern bereit.
Aye aye, Captain: Riccardo Simonetti ist stets zu neuen Abenteuern bereit. | Bild: Sophia Kembowski
  • A wie Arbeit: Die Online-Enzyklopädie Wikipedia führt Simonetti als Entertainer, Blogger, Moderator, Model, Schauspieler und Kolumnist. Das ist ziemlich viel auf einmal und klingt nach beruflichem Stress – aber wie sieht er sich selbst? „Ich glaube, der Begriff Entertainer fasst am besten zusammen, als was ich mich verstehe“, sagt der 26-Jährige. Der Grund dafür sei, dass es ihm bei allem, was er tue, wichtig sei, „einen Mehrwert für mein Publikum zu genieren und meine Haltung klar zu machen“. Simonetti weiß, was er will: inspirieren und trotzdem unterhalten.
  • R wie Reichenhall: Simonetti wuchs in einer kleinen Stadt auf – Bad Reichenhall, einem 17 000-Einwohner-Ort im Berchtesgadener Land in Oberbayern. Für ihn sei das Leben dort nicht immer einfach gewesen, gibt er zu. „Wenn ich heute zu Besuch bin, fühle ich mich immer daran erinnert, wie es war, als merkwürdiger Vogel in der Stadt bekannt zu sein und von dem Leben zu träumen, das ich heute führen darf“, sagt er. Dennoch habe er viele schöne Erinnerungen an seine Heimat und sei auch immer gern zu Besuch. Nicht nur seine Eltern leben dort, sondern auch viele Schulfreunde, zu denen er nach eigenen Angaben noch engen Kontakt hat. „Daher ist das Gefühl immer ein bisschen bittersüß“, sagt er und fragt sich, „ob die Leute dort mich auch heute so feiern würden, wenn ich eben kein Star geworden wäre, sondern zum Beispiel Englischlehrer“.
Riccardo Simonetti auf der Berliner Fashion Week.
Riccardo Simonetti auf der Berliner Fashion Week. | Bild: Monika Skolimowska
  • D wie „die“ Liste: Was für eine Anerkennung! Das deutsche „Forbes“-Magazin hat Simonetti unter die 30 einflussreichsten Menschen unter 30 gewählt. „Eine unglaubliche Ehre“, findet der 26-Jährige. Er hofft, dass das abfärbt und andere Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, motiviert, sich für etwas Gutes einzusetzen. Viele Prominente täten das zwar bereits – „viel zu viele tun es aber eben leider nicht“. Simonetti ist Botschafter von zwei Charity-Organisationen: Jugend gegen Aids und DKMSlife. Darüber hinaus spricht der Entertainer, der – wenn er nicht unterwegs ist – in Berlin und München lebt, über alles, was ihm wichtig ist: Er kämpft für Toleranz, gegen Homophobie und Ausgrenzung. „Ich finde, dass jeder sich eigene Ziele setzen und sich den Themen widmen sollte, die ihm oder ihr wichtig sind.“
  • O wie Optik: „Ich bin bestimmt wesentlich uneitler, als man denkt – aber bei meinen Haaren verstehe ich keinen Spaß!“, lacht Simonetti. Bevor er das Haus verlässt, kommt meistens sein Hairstylist Florian Ferino vorbei, denn „die Haare müssen sitzen“, wie er betont. Ansonsten sei er aber unkompliziert, sagt er von sich selbst. Simonetti kann auch über sich selbst lachen – was er gerade in den sozialen Medien, wo viele sich so perfekt wie möglich zu inszenieren versuchen, wichtig findet. Also: Auch Simonetti muss nicht immer perfekt aussehen – nach dem Sport zeigt er sich eben auch mal verschwitzt. „Ich möchte einfach mit dem Druck brechen, dass jeder ständig makellos sein muss.“