Irgendwann, da erwischt es einfach jeden. Der Schauspieler Heiko Ruprecht gibt zu, dass er früher durchaus Berührungsängste hatte, wenn es um Rosamunde-Pilcher-Filme ging. Aber: „Inzwischen ist das nicht mehr so, weil ich gemerkt habe, dass der Anspruch bei diesen Produktionen mittlerweile sehr hoch ist.“ Man könne da nicht irgendeine seichte Geschichte abliefern, „da muss es schon um etwas gehen.“ Und genau das sei auch bei der Pilcher-Verfilmung „Schutzengel“ der Fall, findet der Schauspieler, der 1972 in Friedrichshafen geboren wurde und in Lindau aufwuchs.

„Schutzengel“ sei ein Märchen für Erwachsene, findet er. Und was genau heißt das? „Ein Märchen für Erwachsene muss einfach eine schön erzählte Geschichte sein, die spannend ist und trotzdem emotional, die anrührend sein darf und trotzdem lebensecht sein muss. Die Menschen, die da gezeigt werden, müssen aus Fleisch und Blut sein und dürfen trotzdem ein bisschen heiler sein als die wirkliche Welt. Zumindest am Schluss der Geschichte.“ Der neue ZDF-Film ist einerseits genau das, was man als Zuschauer erwartet, aber doch auch ein bisschen mehr.

Ein wenig fällt der Film aus der Reihe – weil er keine reine Liebesgeschichte ist, sondern die Romanze in eine Krimi-Handlung integriert ist. „Geradezu ein Pilcher-Tatort“, lacht Ruprecht, der als Dave Granger die Frau wieder trifft, die vor Jahren ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde, weil sie gegen ihren Mann ausgesagt hatte. Nun, nach dessen Freilassung, fürchtet sie Rache. „Mich hat die Kombination aus Krimi und Herzkino gereizt – und die Wiederbegegnung zweier Menschen, die etwas Intensives verbindet, nach 20 Jahren“, sagt Ruprecht, der bei der Rollenauswahl sein Bauchgefühl entscheiden lässt. Die Vorgeschichte der Figuren in jedem Moment mitzudenken und mitzuspielen, sei für ihn hochinteressant.

Auch beim „Bergdoktor“ dabei

Ruprecht hat die Arbeit in Cornwall unglaublich genossen, wie er sagt. Da geht es ihm nicht anders als vielen Kollegen, die für gewöhnlich vom Drehort schwärmen. Vor allem von Newquay, direkt am Atlantik gelegen. „Dort dreht sich wirklich alles ums Surfen“, sagt Ruprecht. Selbst bei 15 Grad Außentemperatur würden ganze Familien im Neoprenanzug und mit Surfbrett unterm Arm barfuß zum Strand gehen, erinnert er sich. „Und danach legen sie sich auch noch an den Strand!“ Nach zwei Wochen konnte er nicht anders, als es den Briten nachzumachen – zumindest das Surfen.

Dabei hat er auch was gelernt: „Im Neoprenanzug friert man nicht.“Die Erfahrung konnte Ruprecht beim Dreh eines „Bergdoktor“-Specials nutzen – in der ZDF-Serie spielt er Hans Gruber, Bruder des Titelhelden. Als solcher musste er – im Neoprenanzug – in einen zugefrorenen See springen und ein Kind retten. Vom Erfolg der Serie ist er manchmal selbst überrascht – so wirkt es im Gespräch, wenn er erzählt, wie Zuschauer die Figuren fast als Familienmitglieder betrachten. „Das ist manchmal sehr anrührend, und es beschämt einen fast ein bisschen, wenn man merkt, was für eine wichtige Rolle wir offensichtlich im Leben von vielen Menschen spielen.“ Dabei sei das ja schließlich seine Arbeit.An Ostern wird Ruprecht mal wieder in seiner Heimat sein. Jedes Mal, wenn er nach Lindau kommt, den See und die Berge sieht, sei das „ein emotionaler Moment“. Zum Pflichtprogramm in Lindau gehört für Ruprecht der Spaziergang am Eisenbahndamm. Dort treffe er immer frühere Nachbarn oder Schulkameraden, „man hält eigentlich alle 20 Meter an und schwätzt ein bisschen“.

Der Film „Rosamunde Pilcher: Schutzengel“ läuft am Sonntag, 27. März, 20.15 Uhr, im ZDF

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