Zum Ende des alten Jahres beglückte das ZDF die Bergdoktor-Fans mit einem Spezial zur Serie, zum Beginn des neuen Jahres startet die neunte Staffel des Formats. Wieder mit dabei, keine Frage: der Österreicher Hans Sigl in der Rolle des heimatverbundenen Arztes. Man wird den Eindruck nicht los, dass er mit der Figur des Dr. Martin Gruber eins geworden ist. Kein Problem für ihn. „Es ist einfach ein großes Glück, dass wir mit unserer Serie offenbar so viel Freude bereiten und so viele treue Fans haben, dass wir im nächsten Jahr bereits die zehnte Staffel drehen dürfen“, freut er sich. „Dass man als Schauspieler über einen so langen Zeitraum eine Figur spielen darf, ist ein Segen“, sagt der 46-Jährige. Und obwohl er nicht glaubt, dass die Zuschauer ihn mit der Rolle gleichsetzen, sagt er: „Selbst wenn es so wäre, ich mag Martin Gruber …“

Es gibt wohl auch nichts, was man an dem Arzt nicht mögen könnte. Sigl will sich dennoch nicht auf die Rolle festlegen lassen. „Mein Beruf bringt es mit sich, dass eine große Lust herrscht, Dinge auszuprobieren, unterschiedlichste Facetten darzustellen und – ja, auch mal den Bösen zu spielen. Ganz sicher suche ich mir die Rollen nicht nach dem Grad der Nettigkeit aus, das wäre langweilig.“ Nicht zuletzt der Nettigkeit des Bergdoktors verdankt die Serie jedoch ihre Top-Quoten. Sieben Millionen Zuschauer sahen das Finale der achten Staffel – ein Rekord. „Natürlich macht es einen stolz, zu sehen, dass das Interesse der Zuschauer stetig wächst“, sagt Sigl und betont, das bedeute nicht, „dass wir uns nun zurücklehnen“. Schließlich sei jede Staffel eine neue Herausforderung – und biete gleichzeitig die Chance, noch besser zu werden.

Die Serie, die sogar in China Fans hat, wird in der Region Wilder Kaiser gedreht, die durchaus ihren Beitrag zum Erfolg leistet. „Natürlich ist die grandiose Landschaft ein Pfund, und manchmal ist der pure Anblick dieser Natur schon fast zu schön, um wahr zu sein“, schwärmt Sigl, der aus der Steiermark stammt. Beim Anblick des Bergpanoramas denkt man automatisch an Heimatfilme, und das ohne negativen Beigeschmack. „Wir machen gerne Heimatfilm – und nur weil die Landschaft fast kitschig schön ist, hat das mit den Inhalten nichts zu tun“, sagt Sigl. Für die Schauspieler ist es gar nicht mal so einfach, gegen die Optik anzukommen. Die Geschichten um den Arzt, der nach Jahren der Wanderschaft in seine Heimat zurückkehrt, komplizierte Fälle in Verbindung mit tragischen Schicksalen und zwischenmenschlichen Differenzen löst, sprechen jedenfalls für sich.

Als Bergdoktor bekommt Sigl, der in Österreich eine Briefmarke ziert, nicht nur E-Mails und Facebook-Nachrichten, sondern auch Briefe und Karten. „Darüber freue ich mich immer sehr“, sagt er und schmunzelt: „Manche Menschen stecken ihre Post sogar in ,meinen' Briefkasten an der Bergdoktor-Praxis. Da sind Bilder dabei, die Kinder für mich gemalt haben, aber auch sehr persönliche Briefe, die mich wirklich bewegen.“ Das seien in erster Linie „liebe Briefe und nicht, wie ich mal falsch zitiert wurde, Liebesbriefe“, betont Sigl, der seit 2008 verheiratet ist – dem Jahr, in dem die Neuauflage der Serie (das Original lief in den 90ern) startete.

Allzu weit hergeholt ist das Stichwort Liebesbrief nicht: Für den Staffel-Start wird Sigl als „McDreamy der Berge“ angepriesen. McDreamy ist der Spitzame von TV-Arzt Derek Sheperd aus der Serie „Grey's Anatomy“. Sigl gibt darauf nicht viel. Wobei: „Lieber McDreamy als Frankenstein, oder?“ Nicht nur die Zuschauer, auch Sigl schätzt den ärztlichen Berufsstand. „Natürlich ist es in keiner Arztpraxis so wie bei Dr. Gruber, aber engagierte, gute Ärzte gibt es und zu denen habe ich Vertrauen.“


Wo der Bergdoktor zu Hause ist

Tirols Touristiker werben mit der Serie „Der Bergdoktor“, die in der Region Wilder Kaiser spielt, um Urlauber. Ellmau ist das Bergdoktor-Dorf. Für Fans gibt's die Bergdoktor-Wochen, zu denen auch Hans Sigl kommt. Wer will, kann auch Bergdoktor-Touren machen oder Souvenirs erstehen. Für die Region lohnt es sich: Allein durch Produktionskosten bleibt jedes Jahr eine siebenstellige Summe dort. (nri)

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