Mr. Cavill, Sie gelten als einer der begehrtesten Junggesellen in Hollywood. Dabei teilen Sie Ihr Leben, wie man Ihrem Instagram-Account entnehmen kann, ja doch mit jemandem, nicht wahr?

Ha ha, in der Tat, seit fast fünf Jahren. Meinen Akita-Rüden Kal habe ich seit über vier Jahren. Im November wird er fünf! Ein unglaublich toller Hund, mit unglaublich vielen Haaren. Ich versuche, ihn so oft wie möglich mit auf meine Reisen zu nehmen. Geht natürlich nicht immer, denn manche Trips wären einfach zu stressig für ihn. Aber er ist mein Komplize und auf jeden Fall schon gut herumgekommen.

Ihr Leinwand-Partner und Komplize in „Mission: Impossible – Fallout“ ist nun Tom Cruise. Ist der ein so besonderer Kollege, wie man es immer hört?

Besonders ist gar kein Ausdruck! Dieser Mann lebt, atmet und blutet Film. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so genau weiß, wie man vor und mit der Kamera arbeitet, wie er. Es ist ein ziemlich einmaliges Erlebnis, mit jemandem zu drehen, der derart konzentriert und professionell ist wie er.

Klingt auch ein wenig anstrengend!

Das kann er auch sein, wie jeder Vollprofi. Aber zwischendurch ist er auch ganz locker. Wir hatten es am Set jedenfalls oft auch sehr lustig.

Cruise ist seit 35 Jahren ein Superstar. Eifern Sie ihm nach?

Man kann es ja fast nicht nicht tun. Denn wer würde nicht gerne über einen so langen Zeitraum so viele tolle Filme drehen wie er? Allerdings hat Tom die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Ich muss mich also ganz schön ins Zeug legen. Aber ja, ich würde mich freuen, wenn ich in 15 oder 20 Jahren auch nur annähernd auf eine solche Karriere zurückblicken kann und auch in seinem Alter immer noch Action-Filme drehe. Vielleicht klappt’s ja. Insgesamt habe ich meine Karriere recht spät begonnen, und viele meiner Rollen in den ersten Jahren, von der Serie „The Tudors“ bis „Krieg der Götter“, waren eigentlich erst das Aufwärmprogramm. Ich habe erst in den vergangenen paar Jahren das Gefühl, dass ich so richtig in Fahrt komme.

Tom Cruise ist bekannt dafür, seine Stunts immer selbst zu drehen. Fühlt man sich da unter Druck gesetzt, auch selbst solche Risiken einzugehen?

Mich hat das nicht unter Druck gesetzt, sondern angespornt. Ich bin natürlich längst nicht so erfahren wie Tom, aber die Stunts, die ich selbst machen durfte, haben für einen echten Adrenalin-Kick gesorgt. Jetzt bin ich angefixt und will das häufiger haben. Kürzlich habe ich zum Beispiel meinen Motorrad-Führerschein gemacht und werde jetzt richtig üben, damit ich beim nächsten Film selbst fahren darf.

Apropos Neues ausprobieren: Werden wir Sie denn künftig öfter mal mit Schnurrbart sehen?

Eher nicht. (lacht) Ich fand ihn eine super Idee für diese Rolle. Aber ich habe mich nur schwer dran gewöhnt, dieses Ding im Gesicht zu haben. Ich mag’s am liebsten glattrasiert. Oder wenn schon, dann einen echten Bart.

In fast allen Ihren Filmen präsentieren Sie Ihre Muskeln. Haben Sie nie die Nase voll vom Fitness-Studio?

Zu Hause in Florida habe ich einen persönlichen Trainer, das hilft total. Der setzt mir Ziele, stellt mir einen Ernährungsplan zusammen und weiß genau, wo meine Grenzen liegen. Natürlich macht es nicht immer Spaß, vor allem, wenn man morgens gleich nach dem Aufstehen erst einmal laufen muss. Aber je mehr Routine es wird, desto leichter ist es. Und wenn man im Spiegel oder auf der Waage die Ergebnisse sieht, motiviert das enorm.

Moustachioed Frog #DurrellChallenge #Pogonotrophy

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Gesündigt wird nie?

Im Moment sieht mein Programm vor, dass ich alle vier Tage zumindest für eine Mahlzeit essen kann, was immer ich will. Das finde ich ganz gut, denn so habe ich nicht das Gefühl, komplett auf irgendetwas verzichten zu müssen. Aber klar sündige ich auch mal. Am liebsten mit Pizza. Pizza geht immer.

Wie kommt es eigentlich, dass Sie inzwischen in Florida leben?

Haben Sie sich mal das Wetter dort angeguckt? Ich liebe es, dass dort immer Sommer ist. Vor allem, weil ich früher den Sommer so oft verpasst habe, weil ich das ganze Jahr gedreht habe und nur über Weihnachten mal ein paar Wochen am Stück frei hatte. Außerdem habe ich dort einfach viel mehr Platz als in London, wo ich auch einen großen Teil meiner Zeit verbringe. Dort ist es ja so teuer, dass man überhaupt schon froh sein kann, ein bezahlbares kleines Apartment zu finden.

Im Frühjahr gab es das Gerücht, Sie seien gestorben. Was ist das Absurdeste, das Sie je über sich gelesen haben?

Dass auf Wikipedia stand, ich sei tot, war sicher das Merkwürdigste. (lacht) Weil ich gar nicht verstanden habe, wie jemand darauf kommen könnte. Oder warum sich jemand so etwas ausdenkt, falls es eine bewusste Falschmeldung war. Ansonsten ging es in der Regel um die üblichen Gerüchte. Ich sei verheiratet, hätte ein heimliches Kind, solche Sachen. Aber nichts ließ sich je so leicht dementieren wie mein Ableben.

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