ProSieben will offenbar gar nicht erst versuchen, in Konkurrenz mit dem RTL-Dschungelcamp zu treten. Und so geht auch die zweite Staffel von „Global Gladiators“ im Hochsommer auf Sendung, wenn nicht unwesentliche Teile des potenziellen Publikums entweder im Urlaub sind oder lieber am Grill stehen, statt vor dem Fernseher zu sitzen.

Aber: Die Erfahrungen nach der ersten Staffel im vergangenen Jahr, die Comedian Oliver Pocher gewann, scheinen diese Strategie zu unterstützen. Als ProSieben acht Promis auf einen Abenteuer-Trip quer durch das südwestliche Afrika schickte, war der Marktanteil von 11,1 Prozent in der für den Sender wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen offenbar so überzeugend, dass gleich die Fortsetzung geplant wurde.

In diesem Jahr ist das Reiseziel ein anderes: Für die acht Promis geht es vom tropischen Dschungel Thailands über die Millionen-Metropole Bangkok bis an die Strände des Indischen Ozeans. Der Sinn dahinter, sagen die Kandidaten: die eigenen Grenzen überwinden. Und, auch wenn das keiner gern offen sagt: Ein wenig Geld wird’s für die Teilnahme schon auch geben.

Die Route quer durch Thailand ist 2000 Kilometer lang, die Promis nennen für vier Wochen einen ausgebauten fensterlosen Fracht-Container ihr Zuhause. Dort werden sie bis ins Detail überwacht – von 26 fest installierten Kameras und etlichen Mikrofonen. Zur Belohnung liegen die Stationen, an denen die „Global Gladiators“-Kandaten in Wettbewerben (neudeutsch: Challenges) antreten müssen, immerhin an „den spektakulärsten Orten des Landes“, wie der Sender mitteilt. So eine Challenge kann eine Fahrrad-Fahrt in den Abgrund sein, ein Matsch-Rennen im Reisfeld oder ein Unterwasser-Lauf auf dem Meeresboden. „Das ist das Krasseste, Verrückteste und Leichtsinnigste, was ich je gemacht habe – aber ich mache es trotzdem“, soll Musiker Lucas Cordalis vor seiner ersten Challenge gestöhnt haben. Sänger Ben, den man aktuell vor allem als Moderator beim Kinderkanal Kika kennt, zeigt sich da schon enthusiastischer: Die Sendung sei „ein Riesen-Spielplatz für Erwachsene“, sagt er – und das trotz (angeblich) extremer Höhenangst.

Die eigentliche Herausforderung – man kennt das vom Dschungelcamp oder auch „Promi Big Brother“ – sind allerdings nicht die Challenges, sondern die Stunden dazwischen. Acht Menschen, die auf 24 Quadratmetern wohnen, essen und schlafen, sich eine Dusche und ein Klo teilen und nächtigen auf schmalen Betten nächtigen – man kann sich durchaus angenehmere Formen des Reisens vorstellen. „Die Dinger sind ja hart wie Stahl“, motzt Rapperin Sabrina Setlur über ihre Matratze. „Innen drin ist es schon sehr spartanisch“, sagt Lucas Cordalis.

Wie bei allen Shows dieser Art geht es auch bei „Global Gladiators“ am Ende darum, einen Sieger zu küren. Zuerst lässt ProSieben Teams gegeneinander antreten, nach vier Sendungen wird die Abschussliste aktiviert – wer drauf steht, muss jederzeit mit dem Rauswurf rechnen. „Es gibt immer nur zwei Möglichkeiten“, sagt Kandidatin Sabia Boulahrouz. „Entweder wählt man strategisch – also den Teamstärksten – raus, oder man wählt nicht strategisch und wählt denjenigen, der einem am meisten auf den Sack geht.“

Boulahrouz gehört zu den Kandidaten, deren Teilnahme an der Show man als Zuschauer einigermaßen nachvollziehen kann. Eine ernst zu nehmende eigene Karriere hat sie nicht – da hilft Sendezeit, um im Gespräch zu bleiben. Auch Joey Heindle tingelt dank mangelnden Gesangs-Erfolgs von TV-Show zu TV-Show. ProSieben hat jedoch auch Promis verpflichtet, die diese Bezeichnung tatsächlich verdient haben – und denen man abnimmt, dass sie sich nicht aus Verzweiflung im Fracht-Container durch Thailand fahren lassen, sondern einfach, weil sie es wollen. So oder so: Die Zusammenstellung der Kandidaten bietet durchaus Unter
haltungs-Potenzial. Oder, wie der aus Freiburg stammende Schauspieler Manuel Cortez sagt: „Mal gucken, ob das gut geht …“

„Global Gladiators“ – ab 23. August um 20.15 Uhr auf ProSieben