Herr Engler, Sie hatten erst kürzlich eine Operation nach einem Bandscheibenvorfall. Die wichtigste Frage vorneweg: Sind Sie bis zur Tour wieder fit?

Ich hatte erst neulich einen Termin bei Dr. Müller-Wohlfahrt in München. Er hat mir in Aussicht gestellt, dass das in absehbarer Zeit wieder komplett in Ordnung kommt. Ich fühle mich absolut in der Lage, auf die Bühne zu gehen, wobei es natürlich schon noch die eine oder andere Einschränkung gibt. Das werden die Besucher aber nicht merken, so viel kann ich versprechen.

Die Leute kommen ja auch wegen der Musik und nicht wegen Ihrer Artistik …

Das schon, aber ich bin ja ein Ganzkörpersänger. Es ist schon eine körperliche Belastung. Deshalb fühle ich mich natürlich schon am liebsten richtig fit.

 

Am 25. Juli spielen Sie in Tettnang. Wie gut kennen Sie den Bodensee?

Meine Kenntnis hält sich da ehrlich gesagt in Grenzen. Das liegt daran, dass ich nicht so der Seebader bin. Ich habe aber einige Freunde, die am Bodensee ein Boot haben. Deshalb war ich schon das eine oder andere Mal auf dem See. Es ist eine wunderbare Region.

Sie haben auf Ihrer Tour nach Tettnang einen Tag frei, bevor es im brandenburgischen Wittenberge weitergeht. Nutzen Sie den Tag für Erholung am Bodensee?

Das wäre schön. (lacht) Leider müssen wir direkt nach dem Konzert weiterfahren, denn die Strecke bis nach Wittenberge ist doch ziemlich lang.

Sind Sie bei der Tour mit einem Nightliner-Bus unterwegs?

Nein, wir fahren mittlerweile mit Autos. Zugegebenermaßen sind es komfortable Limousinen mit Fahrern, aber so müssen die anderen nicht immer warten, bis ich fertig bin. (schmunzelt)

Wenn Sie nicht auf Tour sind, leben Sie in Bietigheim-Bissingen und auf Mallorca. Wo gefällt es Ihnen besser?

Bietigheim-Bissingen ist natürlich mein Zentrum, wo ich arbeite und wo meine Freunde sind. Mallorca ist nach wie vor ein Feriendomizil. Ich habe dort noch nie gearbeitet. Ich habe noch nie einen Text auf Mallorca geschrieben. Für mich ist das geradezu ein privates Verbot. Ich steige dort aus dem Flieger und dann ist Abschalten angesagt.

Wie oft sind Sie dann auf Mallorca?

Leider viel zu selten. Ich bin eigentlich nie länger als eine Woche am Stück dort. Dieses Jahr an Ostern hatten wir auch noch Pech mit dem Wetter. Ich habe mir sogar eine starke Erkältung geholt, mit der ich bis heute kämpfe.

Nehmen Sie die Fans in Tettnang mit auf eine Reise zwischen die Welten?

Definitiv sind wir zwischen den Welten unterwegs. So heißt ja auch unser neues Album, aus dem wir viele Lieder spielen werden. Aber dann springen wir natürlich auch in alle Jahrzehnte unserer Zeit und haben viele Hits dabei.

„Zwischen den Welten“ ist das 16. Studioalbum von Pur.
„Zwischen den Welten“ ist das 16. Studioalbum von Pur. | Bild: Universal Music

Haben Sie nach all dem Erfolg und den zahlreichen Hits einen persönlichen Lieblingssong von Pur?

Nein, eigentlich nicht. Natürlich kann man sagen, dass „Abenteuerland“ ein Glücksfall ist, weil es kein Liebeslied ist, weil es nichts Einfaches ist, sondern eine Geschichte vom kleinen Jungen, der einen Mann an die Hand nimmt. Wenn so etwas für eine Band steht, ist das zehn Mal schöner, als jemand hat halt einen Hit und das ist ein Liebeslied, das rauf und runter geträllert wird.

Aber „Abenteuerland“ ist in dem großen Hitmix von Pur gar nicht drin.

Das stimmt. Doch der Hitmix zeigt, dass wir etwa 15 bis 20 Lieder haben, die in Deutschland fast jeder kennt. Angefangen von „Hör gut zu“ über „Indianer“ bis „Lena“. Da lässt sich sehr gut damit arbeiten. (lacht)

Wird Keyboarder und Bandgründer Ingo Reidl, der an Krebs erkrankt ist und mehrere Operationen hinter sich hat, auf der Tour mit dabei sein?

Ich denke, er wird in diesem Sommer nicht dabei sein. Wir warten momentan noch auf ein Statement von ihm. Die Situation ist diesbezüglich gerade etwas schwierig, denn solche langwierigen Krankheiten verändern Menschen ja auch. Was im nächsten Jahr kommt, wird man sehen. Natürlich hoffen wir alle, dass Ingo zurückkommt. Wir haben uns aber dennoch so aufgestellt, dass unsere Konzerte und alles, was Pur ausmacht, nicht gefährdet sind.

Auf dem aktuellen Album handelt der Song „Freund und Bruder“ von der Freundschaft zu Ingo Reidl. Werden Sie das Lied auf der Bühne singen?

Wir haben das Lied auf unserer Hallentour jeden Abend gespielt. Auch mit einer langen Ansage und der ganzen Sensibilität, was die Situation erfordert. Aber auf der Open-Air-Tour werden wir darauf verzichten. Wir wollen, dass die Leute einen freudigen Abend haben. Wir hoffen auf schöne warme Abende und auf einen rauschenden Sommer.