Die Online-Unternehmerin Leonie Charlotte von Hase aus Kiel ist die neue „Miss Germany“. Die 35-Jährige setzte sich bei der Wahl am Samstagabend im Europa-Park in Rust bei Freiburg gegen 15 Konkurrentinnen durch. „Ich will Deutschland mit Eleganz, Würde, Ausstrahlung und Power repräsentieren“, sagte sie nach der Wahl.

Von Hase war nach Angaben des Veranstalter die älteste Teilnehmerin des diesjährigen Wettbewerbs. Sie betreibt einen Internet-Shop für Vintage-Kleidung. Von Hase war im Dezember „Miss Schleswig-Holstein“ geworden und hatte sich so für die deutschlandweite Wahl qualifiziert. Ihre Amtszeit als „Miss Germany“ beträgt ein Jahr.

Laut den Organisatoren ist die 35-Jährige die älteste „Miss Germany“ in der Geschichte des seit 93 Jahren laufenden Wettbewerbs. Zudem ist sie die erste Mutter, die den Titel trägt. Von Hase ist nach eigenen Angaben Mutter eines drei Jahre alten Sohnes. Geboren und aufgewachsen ist sie in Namibia. Seit fünf Jahren lebe sie in Kiel, wie sie sagte. Dort habe ihre Familie ihre Wurzeln. Sie hat, wie von dem Wettbewerb gefordert, die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die 16 „Miss Germany“-Finalistinnen im Alter von 18 bis 35 Jahren präsentierten sich bei der Wahl einer Jury im Abendkleid und in Freizeitmode. Vize-Königin wurde die Studentin Lara Rúnarsson (22) aus Waldbüttelbrunn bei Würzburg in Bayern, Drittplatzierte die Studentin Michelle-Anastasia Masalis (23) aus Hamburg.

„Miss Germany“ ist laut dem Veranstalter der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland, es gibt ihn seit 1927.

Daten und Fakten

  • Zur Wahl der „Miss Germany“ dürfen Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren antreten. Sie müssen die deutsche Staatsangehörigkeit haben, von ihnen dürfen keine Nacktaufnahmen in der Öffentlichkeit sein. Die Frauen dürfen – das ist neu seit 2018 – Kinder haben sowie verheiratet sein. Unter 18-Jährige dürfen, im Gegensatz zu früheren Jahren, nicht teilnehmen.
  • „Miss Germany“ gibt es seit 1927. Gewählt wird jährlich. Die jeweilige Siegerin erhält Geld- und Sachpreise sowie einen Vertrag, der ihr während ihrer einjährigen Amtszeit nach Angaben der Organisatoren mehr als 200 öffentliche Auftritte sichert.
Die Jurorinnen Dagmar Wöhrl (hinten l-r), Anna Lewandowska, Frauke Ludowig und Sofia Tsakiridou stehen mit der Zweitplatzierten Lara Runarsson (vorne l-r) aus Bayern, Leonie Charlotte von Hase, der neuen “Miss Germany 2020„, und der Drittplatzierten Michelle-Anastasia Masalis im Europa-Park nebeneinander.
Die Jurorinnen Dagmar Wöhrl (hinten l-r), Anna Lewandowska, Frauke Ludowig und Sofia Tsakiridou stehen mit der Zweitplatzierten Lara Runarsson (vorne l-r) aus Bayern, Leonie Charlotte von Hase, der neuen “Miss Germany 2020„, und der Drittplatzierten Michelle-Anastasia Masalis im Europa-Park nebeneinander. | Bild: Patrick Seeger/dpa
  • Eine prominente Teilnehmerin früherer Wahlen war die spätere Fernsehmoderatorin Petra Schürmann (1933-2010). Sie kam nach Angaben der Organisatoren 1956 bei „Miss Germany“ unter die Top drei und wurde im gleichen Jahr „Miss World“. 1977 wurde Dagmar Wöhrl „Miss Germany“. Sie wurde später CSU-Politikerin und ist seit 2017 bei Vox in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ zu sehen. 1993 holte die spätere Werbe-Ikone Verona Feldbusch (heute Pooth) den Titel.
  • Früher erfolgten die Wahlen im Wechsel an verschiedenen Orten in Deutschland. Seit 2003 werden sie im Europa-Park in Rust organisiert.

(dpa)