Katherine Langford wusste schon früh, was sie will: Mit gerade einmal 19 Jahren hat sie ihrer Heimat den Rücken gekehrt und ist allein nach Hollywood gegangen. „Ich fand mich gar nicht mutig“, sagt sie zu diesem großen Schritt. In Australien habe sie schließlich nicht mehr viel gehalten – nur der Job als Bar-Frau und der, „für den ich Ostern im Hasen-Kostüm durchs Einkaufszentrum marschieren musste“. Sie sei schon abenteuerlich gewesen, damals vor drei Jahren, und wollte sich Castings in London und Los Angeles nicht entgehen lassen. „Ich habe gar nicht lange darüber nachgedacht, deswegen blieb auch keine Zeit, sich Sorgen zu machen.“

Ganz so leicht, wie es im Rückblick klingen mag, war die erste Zeit als Schauspielerin für die heute 22-Jährige allerdings nicht. In Los Angeles habe sie zur Untermiete „bei einer ziemlich komischen Frau“ gewohnt, an Geld mangelte es ihr dauerhaft – was dazu führte, dass sie „oft heulend nach Hause“ gelaufen sei. Auch das Heimweh spielte dabei eine Rolle, wie sie sagt.

"Hannah...I love you...and I let you go" Those are the words I was able to say six months ago, and now can finally share with you as my journey on @13reasonswhy has officially come to an end...as most of you know, this was my first ever job and I am so grateful to have had the opportunity to tell Hannah's story so fully in season 1, and to be asked back for a season 2. Thankyou to @netflix @paramountpics @anoncontent , the incredible producers, creatives, cast and crew for making these last 2 years so special. And to all of you here – Thankyou for filling my life with love and light ? This show will always be a special part of my life, and regardless of whether Hannah is there or not, I know that I will continue to strive to do work that is meaningful and has a positive impact – whether that be in film, music, or any other form of art. There is a lot coming up this next year, and I can't wait to share it with you ? #hannahbaker

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Die Zeiten sind längst vergessen, und das verdankt Langford vor allem ihrer Rolle in der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“; die zweite Staffel läuft bereits. Als sie die Rolle bekommen hat, habe sie mit gar nichts gerechnet, sagt Langford. „Das war damals ein Knackpunkt in meinem Leben: Ich hatte meinen großen Traum, die Schauspielschule, sausen lassen, um in Los Angeles für zwei Jobs vorzusprechen, die ich dann nicht bekommen habe. Für einen kurzen Moment war ich richtig verzweifelt – und dann bekam ich plötzlich den Zuschlag für diese Serie.“ Das sei mehr gewesen, als sie je zu hoffen gewagt hatte.

Innerhalb kurzer Zeit wurde sie durch die Rolle der Hannah Baker zum internationalen Star. „Vieles war schon richtig heftig“, erinnert sie sich. „Aber ich habe das alles begeistert aufgesogen, auch die Begegnungen mit den vielen Fans der Serie. Die gehören für mich zu den schönsten Seiten an diesem Job überhaupt. Nur dass einige auch bei meinen Eltern vor der Tür stehen, stört mich.“ Auch mit sozialen Medien hat Langford so ihre Probleme, wie sie sagt. „Deswegen lösche ich zum Beispiel immer mal wieder alle Fotos von meinem Instagram-Account.“ Ihre 11,6 Millionen Instagram-Fans müssen also auf Überraschungen gefasst sein.

I know you know ?

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Und obwohl ihr mittlerweile große Rolle angeboten werden, hat Langford vor einiger Zeit eine vergleichsweise kleine Nebenrolle im Film „Love, Simon“ übernommen, der gerade in den Kinos läuft. Sie fand die Geschichte wunderbar, sagt sie, „deswegen musste ich einfach vorsprechen“. Die Größe der Rolle sei ihr dabei egal gewesen, und immerhin komme ihrer Figur ja eine entscheidende Funktion zu. „Und dass sie sich sehr von meiner Rolle in der Serie unterschied, war für mich natürlich ein zusätzlicher Anreiz“, sagt sie.

Inzwischen gilt Langford auch als Fashion-Ikone. Für Mode habe sie sich schon als Schülerin begeistern können, erinnert sie sich. Damals hätte sie sich allerdings nie „träumen lassen, irgendwann mal Designerstücke zu tragen. Im Gegenteil habe ich mir damals so manches Outfit selbst zusammengebastelt. Ich konnte zwar nicht nähen, aber ich hatte eine Schere und Heißkleber“, lacht sie. „Und dazu habe ich dann wie wild mit Make-up experimentiert.“