Ob Michael B. Jordan jetzt, mit 31 Jahren, auch so eine sagenhafte Karriere vor sich hat wie Sylvester Stallone in dem Alter? Der 72-Jährige drehte sechs „Rocky“-Filme, war zudem vier Mal als John Rambo und in zwei „Creed“-Filmen zu sehen. In Letzteren allerdings geht es nicht mehr um ihn, zumindest nicht nur. Die Hauptfigur ist Adonis Creed, gespielt von Michael B. Jordan.

Für ihn ist „Creed II“ die erste Fortsetzung in seiner Karriere. „Ich fand es spannend, mir diese Figur noch einmal vorzunehmen, und war echt begeistert, dass wir einen Weg fanden, all die Beziehungen und Themen des ersten Films weiterzuentwickeln und in neue Richtungen zu leiten“, sagt er im Interview.

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Abgesehen davon sei es eine Freude gewesen, „wieder mit Rocky, äh, Sylvester Stallone zu arbeiten“, lacht der Schauspieler. Mit der Reihe sein eigenes Franchise zu haben und für die Fans ein Vorbild zu sein – das findet er cool.

Jordans Karriere begann als Kindermodel, später hatte er Rollen in Serien wie der Seifenoper „All My Children“. Im Film „Fantastic Four“ war er 2015 als Menschliche Fackel zu sehen, auch in „Black Panther“ war er dabei. Alles ein Zuckerschlecken im Vergleich zu „Creed“, wo er beim Dreh auch Blessuren davontrug. Stichwort: Schleudertrauma. „Einfach, weil man ständig seinen Nacken nach hinten wirft, weil man ja so tun muss, als sei man getroffen. Das ist schon heftig.“

Blaue Flecken? Kein Problem!

Dazu kämen blaue Flecken, Schwellungen – „das Übliche“, winkt Jordan ab. Allerdings hat ihn der Deutsch-Rumäne Florian Munteanu, sein Filmgegner, auch mal richtig getroffen. Jordan sieht’s gelassen: „Manchmal ist man so drin in der Rolle, so sehr in seinem Element, dass man alles um sich herum vergesst. Außerdem war das für ihn ja der erste Film, das passiert das vielleicht noch schneller.“

Den Zuschauern scheint’s zu gefallen: In Deutschland ist „Creed II“ auf Platz drei gestartet – mit fast 200.000 Besuchern am ersten Wochenende. Es ist nicht Jordans erster Kinohit: Zwischen den beiden „Creed“-Filmen war er in „Black Panther“ zu sehen. Karrieretechnisch ein Meilenstein, daran besteht kein Zweifel. Die Aufmerksamkeit für Comicverfilmungen sei riesengroß, die Fans geradezu besessen, sagt er.

Er kämpft für den Fortschritt

Dazu kommt: „Wir konnten zeigen, dass ein Film auch eine Menge Geld machen kann, wenn der Held nicht weiß ist, und das hat Folgen, in der Filmbranche, aber auch darüber hinaus.“ Jordan jedenfalls sagt, er sei sehr stolz darauf, ein Teil davon zu sein. Und diesen Fortschritt will er weiter vorantreiben.

Deshalb arbeitet er verstärkt auch hinter der Kamera, weil es ihm wichtig ist, „ein wenig Mitspracherecht zu haben, wenn es darum geht, Geschichten auf die Leinwand oder den Bildschirm zu bringen. Deswegen will ich ein Teil des Systems sein und Einfluss ausüben.“

Fast wäre er Koch geworden

Er habe schon als Jugendlicher gemerkt, wie die Filmindustrie funktioniert – und dass seine Chancen auf eine große Karriere nicht allzu gut standen. „Doch statt mich davon entmutigen zu lassen, hat das eher meinen Ehrgeiz entfacht, mich durchzusetzen und vielleicht etwas zu verändern.“

Wenn Jordan nicht Schauspieler geworden wäre, dann vielleicht Meeresbiologe. Oder Koch. „Ich war von klein auf viel in der Küche“, sagt er. „Ich liebe alles, was mit gutem Essen zu tun hat.“ Das Gericht, das er am besten kann („vermutlich selbst mit verbundenen Augen“): Barbecue-Lachs mit Kartoffelbrei und gegrilltem grünen Spargel mit Parmesan. „Schmeckt verdammt gut, um mich mal selbst zu loben.“