Man hat Britney Spears ja schon so einige Male abgeschrieben – ganz von der Bildfläche verschwunden ist sie aber nie. Und das wird wohl auch nicht passieren, denn irgendwie schafft es die 37-Jährige, sich im Gespräch zu halten. Zuletzt gelang ihr das mit der – zugegeben – aufregenden Neuigkeit, dass sie ein eigenes Musical bekommt. „Once Upon A One More Time“ heißt es und soll ab Herbst in Chicago zu sehen sein.

Das nächste Ziel heißt Broadway – auch dort soll das Stück, eine Art feministisches Märchen, Spears’ Erfolgsgeschichte fortschreiben. „Ich freue mich so sehr, ein Musical mit meinen Songs zu haben – insbesondere eines, das in einer magischen Welt spielt, mit Charakteren, mit denen ich aufwuchs und die ich liebe“, erklärte die Sängerin und fügte hinzu: „Für mich wird ein Traum wahr.“

Als wäre sie immer noch ein Teenager: Britney Spears lässt es 2016 auf der Bühne krachen.
Als wäre sie immer noch ein Teenager: Britney Spears lässt es 2016 auf der Bühne krachen. | Bild: Kevin Winter / AFP

Laut Spears’ Internetseite geht es in dem Musical um berühmte Märchenprinzessinnen wie Schneewittchen und Aschenputtel und ihren Buchclub, der eines Tages von einer „schurkischen Fee-Stiefmutter“ heimgesucht wird, die ihnen den Klassiker „Der Weiblichkeitswahn“ der US-Feministin Betty Friedan „in ihre geschnürten Schöße fallen lässt“. Das Buch beschert ihnen „königliche Offenbarungen“, heißt es weiter.

Spears war von 2000 bis 2005 die bestbezahlte Sängerin der Welt – in der aktuellen Liste des „Forbes“-Magazins steht sie hinter Schlagerstar Helene Fischer auf Platz neun. Aber auch das ist aller Ehren wert, erst recht, wenn jemand schon so lange im Geschäft ist.

Bei den MTV Europe Music Awards räumt Britney Spears 1999 gleich vier Preise ab.
Bei den MTV Europe Music Awards räumt Britney Spears 1999 gleich vier Preise ab. | Bild: Joel Saget / AFP

1999 kam Spears Karriere mit „Baby One More Time“ ins Rollen, da war ihre Zeit beim „Mickey Mouse Club“ lange vorbei. In der Fernsehsendung hatte sie ihre ersten Schritte gemacht – mit einigen anderen, die heute Stars sind.

Spears gilt als erfolgreichste Musikerin der 2000er-Jahre und gehört mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Künstlern aller Zeiten. 2016 gab es sogar schon einen Preis fürs Lebenswerk. In Deutschland landeten drei Alben der Multimillionärin auf Platz eins, „Glory“ (2016) immerhin auf Platz drei.

Rückschläge aller Art

Auch berufliche und private Rückschläge gehören wohl dazu, wenn man schon so früh ein Weltstar wird. 2004 geriet Spears in die Schlagzeilen, als sie ihren Jugendfreund heiratete – die Ehe wurde nach 55 Stunden annulliert.

Die Ehe mit Kevin Federline hielt länger (nicht ganz drei Jahre), daraus gingen die Söhne Sean (13) und Jayden (12) hervor – für Spears die wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Danach dürfte wohl ihr Vater kommen, bis heute ihr gesetzlicher Vormund. 2008 war Spears nach einem Totalzusammenbruch entmündigt worden – wer erinnert sich nicht: Vor laufenden Kameras rasierte sie sich ihren Kopf kahl.

Aber das ist lange her, wenn auch nicht ganz so lange wie der spektakuläre Kuss mit Madonna 2003. Schon da war das Image des Mädchens von nebenan passé gewesen – aber das braucht Spears auch nicht mehr. Sie steht gerade wieder in Las Vegas auf der Bühne, und das ist kein Armutszeugnis, sondern eine Ehre. Zu regelmäßigen Auftritten dort konnten nicht einmal Elton John und Lady Gaga Nein sagen.