Herr Roesner, Ihre Leidenschaft ist das Meer, insbesondere das Surfen. Was reizt Sie daran?

Wenn ich im Wasser bin, bin ich in einer anderen Welt. Dort kann ich all das, was am Land passiert – egal, ob es gut oder schlecht ist – hinter mir lassen, total abschalten, den Kopf frei bekommen. Ob auf oder unter Wasser, ich kann mich komplett auf das Element fokussieren. Das Meer ist mein Ruheort, der Ort um aufzutanken.

Ständig sind Sie in Bewegung, leben ein eher unkonventionelles, unangepasstes Leben. Würden Sie sich als rastlos bezeichnen?

Absolut. Unangepasst. Das stimmt. Rastlos auch. Im deutschsprachigen Gebrauch hat das Wort „unangepasst“ immer einen negativen Beigeschmack. Für mich hingegen nicht. Meine Oma sagte immer: „Wer rastet, der rostet“ und ich roste noch lange nicht, daher raste ich auch nicht. Bei alledem fühle ich mich absolut wohl, fühle mich bei mir selbst angekommen und ruhe in mir. Und sich angekommen fühlen, das ist unabhängig von dem Ort, an dem ich wohne oder wie ich wohne, sondern das kann ich überall empfinden.

Eine Zeitlang haben Sie in einem VW-Bus am Strand von Los Angeles gelebt. Für die Dreharbeiten zu Cora 11 wählten Sie ein Hausboot als „Zuhause“. Machen Ihnen Bürgerlichkeit und ein angepasstes Leben Angst?

Ja, allein der Gedanke, irgendwo in einer Wohnung im dritten Stock zu leben, engt mich schon ein. Ich freue mich, wenn sich andere da wohlfühlen, für mich hingegen wäre das der furchtbarste Ort überhaupt. Da die Dreharbeiten in Köln vorbei sind, habe ich mein Hausboot verkauft und mir wieder einen VW-Bus gegönnt, in dem ich momentan lebe.

Umweltschutz ist für Sie nicht nur eine Floskel, sondern bedeutet, wirklich aktiv etwas zu machen. Neben Ihrer Aktion „Müllsammeln am Rheinufer“, was tun Sie sonst noch?

Ich lebe umweltbewusst, nachhaltig, verbrauche so wenige Ressourcen, wie es geht. Für mich bedeutet das, die Zeit rückwärts zu drehen und mich an der Generation meiner Großeltern zu orientieren. Damals hat man zwangsläufig regional und saisonal gegessen – das versuche ich auch. Klamotten hat man so lange wie möglich getragen und bestenfalls, wenn sie ein Loch hatten, geflickt und weitergetragen. Das kostet Zeit, aber mal ehrlich, anstatt abends irgendeinen Schrott auf Netflix zu schauen, kann man sie sinnvoller nutzen. Und letztendlich gehört für mich zum Umweltschutz auch dazu, meine Flugreisen zu reduzieren. So wie früher sechs Mal im Jahr zum Surfen nach Fuerteventura, das gibt es jetzt nicht mehr.

Daniel Roesner unterstützt eine Kampagne gegen Einwegplastik. Hier betrachtet er mit einer Greenpeace-Aktivistin auf dem Greenpeace Schiff Beluga 2 in einem Filter gesammelte Plastikteilchen aus dem Rhein.
Daniel Roesner unterstützt eine Kampagne gegen Einwegplastik. Hier betrachtet er mit einer Greenpeace-Aktivistin auf dem Greenpeace Schiff Beluga 2 in einem Filter gesammelte Plastikteilchen aus dem Rhein. | Bild: Henning Kaiser

Bei „Alarm für Cobra 11“ hatten Sie die Möglichkeit, Ihrer Leidenschaft für „Action“ in vielen Stunts nachzugehen. Zum Ende des Jahres wird „Paul Renner“ die Autobahnpolizei verlassen. Wieso?

Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich als Schauspieler überhaupt die Möglichkeit hatte, mit dieser Rolle vier Jahre lang erfolgreich auf Sendung zu sein. Das ehrt mich, das macht mich stolz und ist für mich als Schauspieler wie ein großer Applaus. Tatsächlich habe ich meinen Beruf ursprünglich jedoch aus einem ganz anderen Grund ergriffen. Ich bin nicht Schauspieler aus Bequemlichkeit geworden oder um damit reich zu werden, sondern weil ich immer jemand anderes sein kann. Ob König oder Bettelmann, Zahnarzt, Mörder, Polizist, in die einzelnen Rollen und Persönlichkeiten einzutauchen, ist unendlich spannend und das fehlt mir nach vier Jahren Serie. In Cobra 11 bin ich immer der Polizist und der werde ich bleiben. Und daher musste für mich eine Veränderung her.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie geht es für Sie weiter, was ist geplant?

Ich möchte mich weiter dem Umweltschutz widmen und es steht zurzeit ein wahrliches „Herzensprojekt“ in Planung. Ein Spielfilm. Allerdings ist das noch nicht spruchreif. Zudem möchte ich eine Dokumentationen zum Thema Umweltschutz machen. Der Beruf als Schauspieler bietet uns die Plattform, dass uns die Öffentlichkeit hört. Daher möchte ich mich für sinnvolle Dinge einsetzten und weiß, dass ich viel bewirken kann.

Fragen: Nicola M. Westphal