Das muss ihr erst mal jemand nachmachen – mit 18 Jahren hat Lina Larissa Strahl schon eine ziemlich steile Karriere hingelegt. Zu verdanken hat sie den Erfolg vor allem den drei „Bibi und Tina“-Filmen, in denen sie als Hexe Bibi Blocksberg zu sehen war. Lina Larissa Strahl will – und kann – allerdings viel mehr. Jetzt, wo sie das Abitur in der Tasche hat („Über meine Noten kann ich nicht klagen, aber auf Mathe sollte man mich besser nicht ansprechen.“), kann sie damit auch richtig loslegen.

Gerade hat Lina, wie sie sich als Sängerin nennt, ihr erstes Album auf den Markt gebracht. „Official“ heißt es, ganz offiziell. 15 Songs sind drauf, alle von der 18-Jährigen selbst geschrieben. Die Musik ist gitarrenlastig, manchmal sogar ein bisschen punkig. Die Songs handeln vom Verliebtsein, vom Sich-Selbst-Finden und davon, dass man manchmal keine Lust auf Verpflichtungen hat. Da ist Lina gar nicht anders als andere Mädchen in ihrem Alter.

Auch in den „Bibi und Tina“-Filmen konnte sie schon mehr als einmal zeigen, dass sie singen kann. Mehr als 1,5 Millionen Menschen haben den dritten Teil im Kino gesehen, der Soundtrack zu dem Film schaffte es – eine echte Seltenheit – sogar auf Platz eins der deutschen Charts. Mit „Official“ hat es Lina immerhin schon auf Platz zwölf geschafft. Dabei klingt die Musik – ein Duett mit YouTube-Star Phil Laude ist auch dabei – gar nicht so wie das, was sie als Bibi gesungen hat.

„Mein Sound ist ein bisschen geheimnisvoller, auch rockiger“, sagt die 18-Jährige, die noch bei ihren Eltern in der Nähe von Hannover lebt. Sie höre auch privat viel Rockmusik, sagt sie. Foo Fighters zum Beispiel oder 30 Seconds To Mars. Aber auch mal Taylor Swift und Selena Gomez.
Dass es die 18-Jährige nicht nur vor die Kamera, sondern auch ans Mikrofon zieht, ist keine große Überraschung – denn angefangen hat ihre Karriere mit einem Musikwettbewerb. Mit dem Song „Freakin‘ Out“ gewann Lina vor drei Jahren den Wettbewerb „Dein Song“ beim TV-Sender Kika, der jedes Jahr Nachwuchs-Songwriter sucht. Obwohl Lina nicht aus einer übermäßig künstlerisch veranlagten Familie kommt, hat sie in der sechsten Klasse eine Mädchenband gegründet und angefangen, Texte zu schreiben und Gitarrespielen zu lernen. Inzwischen ist sie ein Profi. „Lina ist eigentlich eine What’s-App-Songwriterin“, sagt ihr Produzent Peter Hoffmann. „Sie versorgt mich per Smartphone-App ständig mit neuen Song-Ideen, kurzen Lyrics, gesungenen oder gesprochenen Sprachnachrichten und kleinen Selfie-Videos.“
Das Kinderstar-Image, das sie dank „Bibi und Tina“ hat, will Lina mit ihrem Album ablegen. Nicht, dass sie nicht hinter den Filmen stehen würde. Nur die Songs, die würde privat eher nicht hören, das gibt sie zu. Aber Image hin oder her – einen letzten „Bibi und Tina“-Film kann sich die 18-Jährige noch vorstellen. Irgendwie ist ihr die Rolle der frechen Hexe halt doch ans Herz gewachsen. Eins ist aber klar: „Ich mache mit 20 keinen ,Bibi und Tina‘-Film mehr.“ Schließlich wolle sie nicht immer Bibi bleiben, sondern auch mal Lina sein. Dass die Bibi-Fans sie ansprechen, macht ihr nichts aus: „Ich hätte Bibi Blocksberg oder meine anderen Stars als Kind auch überall erkannt.“

Sonst unterscheidet sich Lina nicht von ihren Fans ihrer Filme: „Ich bin ein sehr lebensfroher Mensch, der manchmal aber auch einfach keinen Bock hat, irgendwas zu machen. Und ich bin lustig. Ich kann gut über mich selbst lachen. Vielleicht habe ich es manchmal noch ganz gern, wenn ich die Verantwortung nicht ganz allein tragen muss.“ Auch auf der Bühne ist sie nicht allein, wenn sie nächste Woche auf Tour geht. Lampenfieber inklusive. Stress macht sie sich jedenfalls nicht. Nach dem Abi gleich studieren? Lieber erst mal reisen. „Ich bin nicht der Typ, der so krass Erfolg und Ruhm hinterhereifert“, sagt sie – und, ja, man glaubt ihr das sofort.