Man könnte meinen, Deutschlands Privatsender hätten nach einem Sommer voller Promi-Reality-TV-Shows ihr Pulver verschossen. Erst das „Sommerhaus der Stars“ bei RTL, dann „Promi Big Brother“ bei Sat.1, schließlich „Global Gladiators“ bei ProSieben. Aber von wegen – Sat.1 macht mit „Fort Boyard“ nahtlos weiter. Wetten, dass nach den vier Sendungen die Spekulationen um die Besetzung des neuen RTL-Dschungelcamps an Fahrt aufnehmen werden?

Fort Boyard liegt vor der französischen Atlantik-Küste.
Fort Boyard liegt vor der französischen Atlantik-Küste. | Bild: Sat.1 / Willi Weber

Vielleicht finden die Macher von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ unter den Kandidaten der erwähnten Shows potenzielle Teilnehmer für ihre eigene Sendung – sofern die Promis dort nicht schon längst gewesen sind. So wie bei „Fort Boyard“ zum Beispiel „Germany’s Next Topmodel“-Teilnehmerin Sarah Knappik, die in der zweiten Folge mit den Ex-Fußballern Mario Basler und David Odonkor, Schlager-Sternchen Jürgen Milski und der Ex-„Bachelor“-Kandidatin Carina Spack antritt.

Was heißt prominent?

Auf diesem Niveau – irgendwo zwischen richtig prominent und „nie gehört“ – bewegt sich die Besetzungsliste aller vier Folgen. Unter den 20 Kandidaten, die sich jeweils zu Fünfer-Teams zusammentun, sind auch Moderator Oliver Pocher, Ex-Turner Fabian Hambüchen, Musiker Evil Jared, Sängerin Fernanda Brandão und Ex-„Bachelorette“ Jessica Paszka sowie Ex-Fußballer Thorsten Legat, „Bachelor In Paradise“-Kandidat Sebastian Fobe, „Bachelor“-Kandidatin Evelyn Burdecki, Sängerin Linda Hesse und Neu-Schlager-Sternchen Eloy de Jong.

Ab in die Waschmaschine – die Moderatoren Nina Moghaddam und Jochen Schropp im Schaumbad.
Ab in die Waschmaschine – die Moderatoren Nina Moghaddam und Jochen Schropp im Schaumbad. | Bild: Sat.1 / Willi Weber

Auch in der ersten Folge der Show, die in Deutschland erstmals 1990 lief, hat Sat.1 sich nicht lumpen lassen. Neben Sängerin Sarah Lombardi (immerhin Zweite bei „Deutschland sucht den Superstar“ und Siegerin von „Das große Promi-Backen“) treten die Moderatoren Nina Moghaddam und Jochen Schropp (er moderierte zuletzt „Promi Big Brother“), Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink (er war schon in Shows wie „Let’s Dance“ und „Ninja Warrior Germany“ dabei) sowie Schlager-Star Ross Antony an. Man muss das so sagen: Gerade dem 44-Jährigen sieht man liebend gern beim Leiden zu. Das ist bei seinen Kollegen nicht anders – und das ist einer der Gründe für den Erfolg von Shows wie „Fort Boyard“.

Auf dem Weg in den Wassertank: Sängerin Sarah Lombardi stellt sich ihrer Platzangst.
Auf dem Weg in den Wassertank: Sängerin Sarah Lombardi stellt sich ihrer Platzangst. | Bild: Sat.1 / Willi Weber

In Folge eins erwischt es unter anderem Sarah Lombardi, die auf der Festung trotz Platzangst wagemutig in einen engen Wassertank taucht, wie Sat.1 ankündigt. „Der Wasserspiegel stieg immer höher. Da bekommt man extreme Panik“, so die 25-Jährige, deren Noch-Ehemann Pietro im vergangenen Jahr bei „Global Gladiators“ dabei war.

Adventure-Game-Show nennen die Macher ihre Sendung. Ziel sei es, „in spannenden Herausforderungen und spektakulären Prüfungen“ Schlüssel zu erspielen, um damit die Schatzkammer zu öffnen. Der Unterschied zu den üblichen Promi-Shows: Bei „Fort Boyard“ geht es nicht um Dauerbeobachtung durch Kameras oder große Geldgewinne. Hier geht es um Action (für die Kandidaten), Spaß (für die Zuschauer) und in der Schatzkammer verstecktes Gold (für einen guten Zweck). „Hier bestehen nur die Sportlichsten, die Tapfersten und die Härtesten“, sagt Moderator Matthias Killing. Die größte Herausforderung für Ross Antony: „Alles mit Höhe!“ Zu dumm, dass er – ausgerechnet – in einer Telefonzelle hoch über die Fort-Mauern katapultiert wird.

Das Gold in der Schatzkammer wird von Tigern bewacht.
Das Gold in der Schatzkammer wird von Tigern bewacht. | Bild: Sat.1 / Willi Weber