Die Wunschliste zu Weihnachten wird in diesem Jahr definitiv um einen Punkt bei vielen Kindern erweitert werden: ein rollender, höhenverstellbarer Schreibtischstuhl ohne Lehne, am besten in blau oder orange. Denn das, was die beiden Akteure im Stück „Angeknipst“ in der Werkstatt des Theater Konstanz damit so alles anfangen: wunderbar lustig und wunderschön anzusehen. Man kann damit herumrollen, sich daraufsetzen und legen, sich drehen oder drehen lassen und damit sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgereizt. So einfach ist dieses rollende Gefährt der ungekrönte Star des Nachmittags und sicherlich bald in einigen Kinderzimmern.

Wobei, nein: Eigentlich sind die beiden Schauspieler die heimlichen Helden. Ohne zu sprechen, kommunizieren Sarah Siri Lee König und Peter Posniak knapp 45 Minuten miteinander, mit dem Publikum und den rollenden Gerätschaften, mit allen Sinnen, pausenlos und zu Beginn gleich mit Saugrobotern.

Diese bewegen sich zur Musik, fahren hintereinander her, umeinander herum, aufeinander zu, voneinander weg. Sie könnten zwei Kinder sein, die Fangen spielen und sich dazwischen immer wieder betrachten und vorsichtig annähern. Dazu lustige, entspannte Musik, man könnte ewig zuschauen und wegträumen. Keine Worte stören die Idylle, es scheint keine Zeit und keinen Raum zu geben- nur die zwei Roboter, die langsam und gleichmäßig auf der Bühne umherkreisen. Die so aufgebaute Ruhe spüren auch die Kinder, bis auf einzelne herzliche Lacher bei gewollten oder ungewollten Zusammenstößen, schaut jeder gebannt den runden Dingern zu und träumt vor sich hin.

Artistisch und ohne Worte bewegen sich die Schauspieler in „Angeknipst“.
Artistisch und ohne Worte bewegen sich die Schauspieler in „Angeknipst“. | Bild: Ilja Meß / Theater Konstanz

Nach und nach bekommen die Saugroboter Gesellschaft, in Form von allerlei orangenen Gerätschaften, die wundersame Dinge vollbringen. Einmal angeknipst, scheint ein Eimer von allein zu laufen, eine Gießkanne Pirouetten zu drehen, ein Gerät eine Schnur zu bewegen, die wiederum beim Kreisen eine andere Figur ins Schwingen bringt, oder ein Xylophon bedient. Ein Klappern und Klimpern ist zu hören, einfach so. Ohne Auftrag.

Hier geht es nicht um gebastelte und erfundene Miniroboter, die sinnvolle Dinge tun. Nein, die Dinge bewegen einfach andere Dinge und genau dieser „NichtSinn“ macht das Stück so entspannend. Es ist, als würde man zwei Kindern dabei zuschauen, wie sie nach und nach einzelne Teile entdecken und diese ausprobieren, nur um sie dann wieder gegen ein neues auszutauschen, aber nicht ohne es vor dem Wegräumen noch einmal kurz anzustupsen.