Noch ist er persönlicher Referent des Intendanten an einer reinen Schauspielbühne. Doch schon ab Sommer nächsten Jahres wird er voraussichtlich als Generalintendant ein Vierspartenhaus leiten – inklusive kaufmännischer Verantwortung. Kein Zweifel: Daniel Morgenroth vom Theater Konstanz steht vor einem enormen Karrieresprung.

Zustimmung steht noch aus

Am Mittwochabend hat ihn der Görlitzer Kreistag mit großer Mehrheit zum künftigen Chef des Gerhart-Hauptmann-Theaters gewählt. Und so überraschend die Nachricht für viele kam, so vorsichtig gibt sich der frisch Gekürte gestern Vormittag am Telefon. Hundertprozentig sicher sei die Entscheidung ja eigentlich noch gar nicht, wiegelt er ab: „Es müssen erst noch die Stadträte zustimmen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Es bereitet ihm spürbar Unbehagen, dass die Sache schon jetzt bekannt geworden ist. Allerdings ist die Zustimmung der Stadträte nach Einschätzung von Beobachtern vor Ort nur eine Formsache. Zu deutlich ist das Kreistagsvotum mit 59 Befürwortern bei nur elf Gegenstimmen und sechs Enthaltungen zu seinen Gunsten ausgefallen. Der Wechsel nach Görlitz sei „sehr, sehr sicher“ heißt es.

„Riesiger Respekt“

Einen „riesigen Respekt“ habe er vor dieser Aufgabe, sagt Morgenroth. Und gleichzeitig sei er voller Vorfreude. Bei Görlitz und Zittau handele es sich nämlich um großartige Städte mit einem gut geführten Theater, das in der Bevölkerung großen Rückhalt genieße. „Weil es bis zur Fusion 2011 ja zwei eigenständige Bühnen gab, haben wir heute noch immer zwei Fördervereine, außerdem eine Theaterstiftung, in der sich unter anderem regionale Banken für die Kultur engagieren.“ Mit 150 000 Zuschauern pro Jahr sei auch die Auslastung für Städte dieser Größenordnung sehr beachtlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Also alles Gold im äußersten Osten der Republik? Erst im vergangenen Spätsommer hatte Görlitz bundesweit Aufsehen erregt, weil die AfD um ein Haar das Rathaus erobert hätte. Nur wegen der Bereitschaft eines breiten Bündnisses über die Parteigrenzen hinweg konnte der CDU-Kandidat im letzten Moment noch das Rennen für sich entscheiden. Im Kreistag stellt die AfD mit 27 Sitzen die stärkste Fraktion. Im Wahlprogramm hatte sich die Partei noch gegen ein „vorrangig politisch motiviertes, propagandahaft-erzieherisches Musik- und Sprechtheater“ gerichtet.

„Andere Verhältnisse“

Auf diese Rahmenbedingungen angesprochen, äußert sich Morgenroth diplomatisch: Es seien einfach politisch „ganz andere Verhältnisse“ als am Bodensee, ein anderes Klima und eine andere Art des Aushandelns.

Die drei Jahre am Theater Konstanz seien für die neue Herausforderung jedenfalls eine sehr gute Vorbereitung gewesen. Von einer „außerordentlich spannenden Zeit“, spricht Morgenroth rückblickend: „Ich habe viel gelernt, in verschiedenen Richtungen und auf verschiedene Weisen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Noch bleibt er der Bühne am See erhalten. Die Saison läuft offiziell noch bis Ende Juli, und mit „Hermann der Krumme oder die Erde ist rund“ gibt es sogar noch eine Premiere auf dem Münsterplatz. Sofern die Gemeinderäte seiner Ernennung zustimmen, bleibt ihm anschließend ein ganzes Jahr zur Vorbereitung auf die neue Aufgabe.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.