Kaum etwas ist so schwierig wie der Versuch, Kunst zu definieren. Andersrum scheint das leichter: Kunst und Kommerz schließen sich aus. Stephen King hat sich vermutlich damit abgefunden, dass er nie mit dem Nobelpreis geehrt wird, schließlich gilt er mit weit über 400 Millionen verkauften Büchern als einer der (erfolg-)reichsten Schriftsteller aller Zeiten.

Andere Auszeichnungen hat der Autor, der heute 75 Jahre alt wird, zur Genüge bekommen, aber sie tragen Namen wie „Edgar Allan Poe Award“ oder „Bram Stoker Award“, benannt nach Großmeistern der Schauerliteratur. In diesem Genre werden auch die Romane Kings verortet.

Viele Bücher aus den Anfangsjahren („Carrie“, „Christine“) waren in der Tat der pure Horror. Schon „Shining“, sein 1977 erschienenes erstes Meisterwerk, ließ ihn jedoch weit aus der Riege dieser gern als Schund geschmähten Gattung herausragen.

Heute gilt King als wichtigster Vertreter der American Gothic Fiction. Seine Geschichten erzählen zumeist von einem Schrecken, der aus heiterem Himmel über ganz normale Menschen hereinbricht.

Er schreibt und schreibt und schreibt: Eine Auswahl von Büchern von Stephen King im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann.
Er schreibt und schreibt und schreibt: Eine Auswahl von Büchern von Stephen King im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann. | Bild: Jens Kalaene/dpa

Oft ist es das ultimative Böse, mit dem sie konfrontiert werden, allen voran in Kings 1200 Seiten dickem Opus magnum „The Stand – Das letzte Gefecht“ (1978) oder in seiner acht Bände umfassenden Fantasy-Saga „Der dunkle Turm“ (1982-2004). Ebenso regelmäßig sind die Romane Reisen in die Abgründe der Psyche.

King selbst bezeichnet seine Arbeit als Ersatz für den Besuch beim Psychoanalytiker. Das Unbewusste spielt in seinem Werk mindestens eine ebenso große Rolle wie das Übernatürliche.

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