Die frühere ESC-Siegerin Jamala aus der Ukraine hat sich für eine Austragung des Wettbewerbs in Großbritannien ausgesprochen, falls die Schau 2023 wegen des Kriegs nicht in ihrem Heimatland stattfinden kann.

«Großbritannien ist Zweiter geworden, daher wäre es fair, den Wettbewerb in einer Eurer Städte auszutragen, wenn die Ukraine aus irgendeinem Grund nicht bereit ist, die Veranstaltung auszurichten», sagte die 38-Jährige der BBC.

Zugleich kritisierte die Sängerin die Entscheidung des ESC-Ausrichters Europäische Rundfunkunion, dass der Wettbewerb im kommenden Jahr nicht in der Ukraine stattfinden könne - obwohl der ukrainische Teilnehmer Kalush Orchestra den ESC in diesem Jahr gewonnen hatte. Die EBU spricht nun mit der BBC über eine «potenzielle Ausrichtung» des Wettbewerbs.

«Es ist wirklich schade, dass die EBU entschieden hat, diese Chance und diese Hoffnung wegzunehmen», sagte Jamala. Die Entscheidung sei voreilig und für die Ukrainerinnen und Ukrainer «sehr schmerzhaft». Sie verstehe aber, dass die Schau an einem sicheren Ort stattfinden müsse.

Jamala hatte den ESC 2016 mit ihrem Lied «1944» gewonnen. Der Titel ist eine Anspielung auf die Deportation der Krimtataren von der ukrainischen Halbinsel Krim durch Sowjet-Diktator Stalin. Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war Jamala aus Kiew geflohen. Beim Musikfestival Glastonbury in Südwestengland warb sie für Unterstützung ihres Heimatlandes.