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Um auf die enormen Nachwuchssorgen in der Musik- und Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen, sind am Dienstag zahlreiche bekannte Musiker bei dem Benefiz-Livestream-Konzert «All Hands on Deck» in Hamburg aufgetreten. «Es ist sehr besonders, aber auch selbstverständlich», sagte der Erfurter Sänger Clueso über das Event im Restaurant «Bullerei» von Tim Mälzer. Viele Leute aus der Branche seien in den vergangen zwei, drei Jahren aus den verschiedensten Gründen weggegangen. «Wir haben einen Mangel in der Branche. Das ist einfach so.» Doch die Musik sei Kunst und trage zur Orientierung bei und sei deshalb sehr wichtig für die Gesellschaft.

Clueso war einer von etwa 30 Musikern, die bei dem kostenlosen Benefiz-Livestream-Konzert dabei waren. Auf der Bühne waren am Abend unter anderem bereits Eko Fresh, Philipp Dittberner («Wolke 4»), Kayef, Jupiter Jones und Laith Al-Deen aufgetreten. Auch Beatrice Egli, Alvaro Soler, Conchita Wurst, Zoe Wees, Kelvin Jones, Jeanette Biedermann, Lina und Faye Montana sollten noch mindestens ein Lied präsentieren.

Sechsstündiges Konzert

Mit dem etwa sechs Stunden langen «All Hands on Deck»-Konzert sollen sowohl viele Spenden gesammelt als auch viele Tickets für ein Arena-Konzert im April in Berlin verkauft werden. Beides soll der Branche endlich wieder mehr Nachwuchs bringen. Denn der fehlt immens. Teilweise ist das Personal so knapp, dass eigentlich gut verkaufte Konzerte doch abgesagt werden müssen, wie die Mitorganisatorin Salome Agyekum bereits im Vorfeld sagte.

«All Hands on Deck» organisiert deshalb für den April 2023 mehrere Workshops für alle Gewerke der Branche - vom Licht über die Technik bis hin zum Ton. Jeder kann sich bewerben. Und 150 musikbegeisterte Frauen und Männer werden genommen. Und die Neulinge dürfen wenig später bei dem Arenakonzert in Berlin das Gelernte direkt anwenden.

Anfang 2021 hatte Agyekum mit einer Mitstreiterin das Benefiz-Konzert «All Hands on Deck» ins Leben gerufen, um auf die dramatische Lage der Branche aufmerksam zu machen und viele Spenden zu sammeln. Damit sollten vor allem die Crews der Künstlerinnen und Künstler unterstützt werden. Mehr als 300.000 Euro waren so zusammengekommen.