Nicolas Cage spielt Nicolas Cage: Der 58 Jahre alte Hollywood-Star und Oscar-Preisträger («Leaving Las Vegas») macht einen hartnäckigen Karriereknick zum Thema in «Massive Talent».

Nachdem der Kinostart mehrmals verschoben worden war, wurde er nun überraschend eine Woche vorverlegt. Der Film ist schon seit letzten Donnerstag (16.6.) im Kino zu sehen.

Er beginnt mit einem einst gefeierten Star, der den Zenit seiner Karriere überschritten hat, das auch weiß, aber niemandem gegenüber zugeben will - am wenigsten sich selbst gegenüber.

Legendär gescheitert

Irgendwann muss es doch wieder losgehen, sagt er sich im Zwiegespräch mit seinem erfolgreichen Ich von einst immer wieder - nur um gebetsmühlenartig zu betonen: «Nicht, dass ich je weggewesen wäre.»

«Sein Talent und seine Karriere sind legendär – legendär gescheitert», heißt es im Werbetext zum Film. «Cage (gespielt von Nicolas Cage) ein Superstar. Aber dann hat er einfach zu viele schlechte Filme gedreht.»

So weit, so nah an der Realität. Kürzlich sagte Cage dem Magazin «GQ», dass er eine Zeit lang viele Rollen nur angenommen habe, um seine Schulden in Millionenhöhe abzubezahlen. Der ganz große Erfolg aus den 90er Jahren, als er mit der Rolle eines sich in Las Vegas zu Tode saufenden Drehbuchautors einen Oscar gewann, liegen inzwischen tatsächlich schon ziemlich lange zurück.

Streben nach Ruhm und Anerkennung

Völlig uneitel zeigt er in seinem neuen Film seine Eitelkeit, sein Streben nach Ruhm, Bedeutung und Anerkennung und wie sehr es ihn wurmt, dass all das seit Jahren ausbleibt.

Weil es immer nur um ihn und sein «massives Talent» geht, sind die Beziehungen zu Frau und Tochter längst auf der Strecke geblieben - und das Geld wird langsam knapp. Als er die eine Rolle, die ihn wieder auf die Erfolgsspur zurückbringen soll, wieder nicht bekommt, nimmt er das Angebot eines dubiosen Geschäftsmannes (herzerwärmend: Pedro Pascal) an, zu dessen Geburtstag nach Mallorca zu reisen und auf der Party aufzutreten.

Die Motive des Spaniers? Unklar. Gehört er zur Mafia? Will er mit Nick Cage schlafen? Oder dass seine Frau mit ihm schläft? Oder handelt es sich schlicht und einfach um den größten Nicolas-Cage-Fan der Welt? 

Nicolas Cage auf dem zeiten Karriere-Höhepunkt

Satire, Bromance, Familiendrama, Actionspektakel: Der neue Film von Nicolas Cage ist eigentlich gleich vier Filme auf einmal - mindestens. Streckenweise ungeheuer lustig entwickelt er sich aber doch schnell zu einem sehr vorhersehbaren und oft erzählten Hollywood-Märchen des Mannes, der erst im Alter feststellt, dass Familie eigentlich wichtiger ist als die Karriere - selbst wenn man über so großes Schauspieltalent verfügt wie Nicolas Cage.

Cage selbst sieht sich im Übrigen inzwischen auf einem zweiten Höhepunkt seiner Karriere. «Ich schätze mich im Moment sehr glücklich», sagte er kürzlich dem US-Magazin «People». In den vergangenen Jahren habe er einige der «besten Arbeiten» seines Lebens hervorgebracht, welche mit allen früheren Erfolgen während seiner ersten 30 Jahre als Schauspieler mithalten können.

Einige seiner Filme aus den letzten fünf Jahren sehe er auf demselben Level mit Filmen aus den 90ern, die zu Kinohits wurden oder ihm sogar einen Oscar einbrachten, sagte Cage: «Ich stelle "Mandy" neben "Face/Off". Ich stelle "Pig" neben "Leaving Las Vegas".»