Mit einem Einbruch in die Wohnung von Lea (Anna Hausburg) und Jasmin (Jaëla Probst) nimmt das Unheil im beschaulichen Münster seinen Lauf. Lea vermutet ihren Vater dahinter, den Fleischfabrikanten Thomas Heitbrink, denn der scheint etwas gegen den Lebensstil seiner Tochter zu haben. In der neuen Folge «Schmeckt nach Mord» der «Wilsberg»-Krimireihe (ZDF, Samstag, 20.15 Uhr) gerät das detektivische Urgestein Georg Wilsberg (Leonard Lansink) in einen Vater-Tochter-Streit und muss einen etwas wirren Fall sortieren.

Ein handfester Hygiene-Skandal oder gefälschte Untersuchungsergebnisse? Der kauzige und ständig klamme Wilsberg («Ich bin zwar käuflich, aber nicht um jeden Preis») soll beim Veterinäramt herumschnüffeln und herausfinden, wer dem Fleischfabrikanten Heitbrink und seinem Betrieb vielleicht schaden will. Dafür mimt er kurzerhand einen Mitarbeiter des Verbraucherschutzes. Erste Verdächtige ist die Tochter des Fleischfabrikanten, die sich mit dem Vater überworfen hat. Dass Lea lesbisch ist und vegan lebt, hat ihr Vater ihr nicht verziehen.

Überraschende Wendung am Schluss

Ausgerechnet Leas Mitbewohnerin Jasmin Rudolph arbeitet allerdings bei dem Labor, das im Auftrag des Veterinäramtes die hygienischen Verhältnisse in Heitbrinks Fleischfabrik untersuchte. Spätestens als der «Fleischkönig von Münster» tot in seinem Büro aufgefunden wird - erstochen mit einem Obstmesser - und sich ein Konfliktherd im Labor auftut, gerät der Fall zu einem kleinen Verwirrspiel für Wilsberg.

Kriminalkommissarin Springer (Rita Russek) bemüht sich indes um eine Beförderung zur Kriminalrätin - mit Beziehungen zum Stadtrat Dr. Joachim Plöger, der täglich auf einer Restaurantterrasse feinste Meeresfrüchte isst und den Wein zurückgehen lässt.

Der windige Lokalpolitiker konferiert jedoch nicht nur mit Springer, sondern hat auch enge Geschäftsbeziehungen mit dem ermordeten Fleischproduzenten Heitbrink gepflegt. Und ganz nebenbei müssen sich Springer und Wilsberg auch noch mit dem philosophische Zitate ausspuckenden Kommissar Overbeck (Roland Jankowsky) herumschlagen.

Der neue Fall des Antiquars und Privatdetektivs kommt nur schwerlich in Fahrt und der Plot verstrickt sich zwischenzeitig zu sehr in Kleinigkeiten und parallelen Erzählsträngen. Die humorvollen und teils bissigen Dialogzeilen des schwafelnden Overbecks und des unausstehlichen Stadtrats gehen dafür auf. Der Schlussspurt gerät dann doch spannend und wartet mit einer überraschenden Wendung auf.