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Als der Fantasyfilm «Willow» mit Warwick Davis, Val Kilmer und Joanne Whalley 1988 in die Kinos kam, war es nicht der erwünschte Kassenhit. Und das, obwohl die Geschichte über einen kleinwüchsigen Helden, der das magische Baby Elora vor der bösen Königin rettet und dabei allerlei Abenteuer erlebt, aus der Feder von «Star Wars»-Schöpfer George Lucas stammt. Erst in den Folgejahren wurde «Willow» auf Video - als VHS-Kassette zum Kaufen oder Ausleihen aus der Videothek - ein großer Erfolg und avancierte zum Kultfilm. 34 Jahre später wird die Geschichte nun als TV-Serie fortgesetzt.

Der britische Schauspieler Warwick Davis (52), bekannt aus den «Star Wars»-Filmen und der «Harry Potter»-Reihe, übernimmt erneut die Titelrolle. «Damit wird in gewisser Weise ein Traum wahr, nicht nur für mich, sondern natürlich für die Fans», sagt Davis im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London. Regelmäßig sei er auf der Straße angesprochen worden: «Wann bekommen wir eine Fortsetzung von Willow? Wir lieben den Film! Wir sind damit aufgewachsen!»

Serie bei Streamingdienst Disney+

Nachdem George Lucas einem Sequel skeptisch gegenüberstand, kam es dank einer glücklichen Fügung dazu. Beim Film «Solo - A Star Wars Story» arbeiteten «Willow»-Regisseur Ron Howard und Davis, der eine Nebenrolle spielte, erneut zusammen. «Ich sah wie eine ältere Version von Willow aus», erinnert er sich. Howard machte ihn mit Drehbuchautor Jonathan Kasdan bekannt, der großer «Willow»-Fan ist. Das Trio nahm gemeinsam die Fortsetzung in Angriff. Mit Unterstützung der einflussreichen «Star Wars»-Produzentin Kathleen Kennedy landete das Projekt schließlich beim Streamingdienst Disney+ - mit Kasdan als Showrunner, Howard als Produzent und dem Wohlwollen von Lucas.

Die achtteilige Serie setzt die Geschichte etwa 20 Jahre später fort. Obwohl mit dem Tod von Königin Bavmorda eigentlich alles Böse besiegt sein sollte, plagen Willow düstere Visionen. Eines Tages steht eine Gruppe junger Leute vor seiner Tür, die seine Unterstützung braucht.

Viel mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn schon in den ersten Folge von «Willow» gibt es eine Überraschung.

Aus der Besetzung des Originalfilms spielen neben Warwick Davis auch Joanne Whalley als Sorsha und Kevin Pollack als Rool mit. Val Kilmer, der nach einer schweren Kehlkopfkrebs-Erkrankung seine Stimme verloren hat, wirkt nicht mit. «Es tat uns wahnsinnig leid, dass wir ihn nicht einbinden konnten», sagt Davis über Kilmer.

Tony Revolori («Grand Budapest Hotel»), Erin Kellyman (ebenfalls «Solo - A Star Wars Story») und Christian Slater («Mr. Robot») sind die bekanntesten Gesichter der sehr diversen Besetzung.

Die TV-Serie ist mitunter ziemlich düster und für jüngere Zuschauer vielleicht etwas gruselig geraten. Visuell kann sie nicht mit dem Charme des Kinofilms mithalten. Der Plot mit garstigen Monstern, einer düsteren Vision, einer geplanten Zwangshochzeit und einer heimlichen lesbischen Liebesgeschichte wirkt mit vielen Charakteren anfangs etwas konfus und überfrachtet. Doch das gibt sich, wenn der gealterte Willow erstmals auftaucht. «Es ist ein sehr emotionales Gefühl, wenn man Warwick Davis wieder mit seinem Umhang und Kostüm sieht», schwärmt Showrunner Jonathan Kasdan im dpa-Gespräch.

Nostalgie und Hoffnung

Nostalgie ist ein wichtiger Faktor. «Es bringt etwas zurück, von dem man denkt, dass man es als Erwachsener verloren hat», sagt der 43-jährige Kasdan, der als Sohn von Hollywood-Veteran Lawrence Kasdan («Jäger des verlorenen Schatzes», «Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück») in der Filmbranche aufgewachsen ist.

Kasdan hofft nun, viele «Willow»-Fans von damals zu begeistern. «Aber gleichzeitig ist es auch eine Last, so etwas fortzusetzen und so unterhaltsam und interessant wie möglich zu machen in einem Umfeld, wo es schon so viel Fantasy gibt. Das haben wir versucht.» Ob es Kasdan, Davis und Co. gelungen ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Jeden Mittwoch erscheint eine neue «Willow»-Episode.