Fehlmann wechselt nach fünf Jahren erfolgreicher Tätigkeit am Bodensee in diesem Sommer zur Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Vor seiner Zeit waren die Konzerte zu 70 Prozent ausgebucht, heute sind es im Schnitt 98 Prozent. Die für ihn letzte Sitzung im Orchester-Ausschuss am Dienstag hat den besonnenen Schweizer offenbar derart in Rage versetzt, dass er noch in der Nacht Oberbürgermeister Uli Burchardt und Kulturbürgermeister Andreas Osner bat, auf mögliche Feierlichkeiten zu verzichten.

Die E-Mail liegt dieser Zeitung vor. Fehlmann sieht seine Arbeit „systematisch desavouiert durch Frau Uhl und durch Verwaltung und Politik geringfügig unterstützt“. Gemeint ist Elisabeth Uhl, die Leiterin des Konstanzer Rechnungsprüfungsamtes. Während der fraglichen Sitzung hat sie offenbar den Zorn des Intendanten auf sich gezogen.

Der Hintergrund: Im Jahresabschluss 2016 wurde eine Versicherungssumme über 75.000 Euro erwähnt. Die Zahlung wurde 2016 zur Begleichung der finanziellen Probleme der Philharmonie 2011 und 2012 ausbezahlt. Die Stadt übernahm damals die Kosten, nun wurden sie zurückgebucht. Elisabeth Uhl vom Rechnungsprüfungsamt stellte diese Buchung als Ertrag nun in Frage, „ohne rechtliche Grundlagen anzubringen“, wie Kämmerer Ulrich Schwarz dieser Zeitung sagte. 

Fehlmann gegenüber dem SÜDKURIER: „Die Grenze zur Schikane wurde überschritten. Ärgerlich ist die Situation, weil die tendenziöse Darstellung des Sachverhaltes von Frau Uhl dazu führt, dass meine behutsame Arbeit der letzten Jahre dadurch diskreditiert wird.“ Elisabeth Uhl wollte ohne vorherige Absprache mit der Verwaltungsspitze keine Stellungnahme abgeben. Kulturbürgermeister Andreas Osner nahm trotz mehrmaliger Anfrage nicht zu dem Thema Stellung.