1953

Gary Cooper wettert gegen die Kommunistenjagd von US-Senator

Joseph McCarthy. Aufgrund des kurz vor dem Festival gewaltsam
niedergeschlagenen Aufstands in Ost-Berlin werden dieÄußerungen des
Hollywood-Stars zwiespältig aufgenommen.

1970

Michael Verhoeven erhitzt mit seiner Vietnam-Parabel „o.k.“ die
Gemüter. Weil sie den Film für „unamerikanisch“ hält, tritt dieJury
zurück. Ein Skandal, der Wettbewerb wird abgebrochen.

1974

Das Eis bricht: Auf dem Festival wird erstmals ein sowjetischer
Film gezeigt - eine Entscheidung weniger nach künstlerischen, denn
nach politischen Erwägungen. Im Jahr darauf ist mit Frank Beyers
„Jakob der Lügner“ erstmals eine DDR-Produktion im Wettbewerb.

1979

Die Ostblock-Staaten ziehen ihre Delegationen aus Protest gegen
Michael Ciminos US-Vietnamkriegsfilm „The Deer Hunter“ ab.

1988

Der Goldene Bär geht erstmals nach China. Den Hauptpreis für
„Rotes Kornfeld“ von Zhang Yimou wertet die Berlinale als
Solidaritätserklärung an die liberalen Kräfte im Land.

1990

Die Schauspielerinnen Julia Roberts und Sally Field stehen Hand
in Hand mit DDR-Volkspolizisten auf der Berliner Mauer.

2003

Das Festival steht im Zeichen des bevorstehenden Irakkriegs:
US-Prominenz wie Richard Gere, George Clooney, Dustin Hoffman und
Spike Lee nutzen die Berlinale zur Kritik an den Kriegsvorbereitungen
von US-Präsident George W. Bush. Der Goldene Bär geht an den
britischen Regisseur Michael Winterbottom für sein Flüchtlingsdrama
„In This World“ über die Folgen von Krieg und Terror in Afghanistan.

2011

Wegen einer Gefängnisstrafe kann der iranische Regimekritiker
Jafar Panahi seinen Platz in der Berlinale-Jury nicht einnehmen. Mit
dem Goldenen Bären für das Familiendrama „Nader und Simin“ von
Landsmann Asghar Farhadi setzt das Gremium ein klares Zeichen gegen
die Unterdrückung im Land.

2015

Im Fokus steht erneut Panahi: Obwohl der Iran über ihn ein
Arbeits- und Ausreiseverbot verhängte, gewinnt dessen heimlich
gedrehte und nach Berlin geschmuggelte Komödie „Taxi“ den Hauptpreis.

2016

Die Jury sendet ein klares Signal in Sachen Flüchtlinge: Das
erschütternde Dokudrama „Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi erhält den
Goldenen Bären. „Ich widme den Film allen Menschen auf Lampedusa, die
ihre Herzen all denen geöffnet haben, die zu ihnen gekommen sind“,
sagt der italienische Filmemacher.

2017

Die Eröffnungsgala ist gespickt mit Spitzen auf den vor wenigen Wochen vereidigten US-Präsidenten Donald Trump. Moderatorin Anke Engelke trägt aus Protest gegen seinen geplanten Grenzzaun nach Mexiko eine Art silbernes Gitter vorne an ihrem Kleid.