Kaum ein Sportler begeistert so viele Menschen wie er. Egal ob jung oder alt, basketballaffin oder nicht – jeder kennt ihn. Dirk Nowitzki hat in seiner Zeit als Profi-Basketballspieler unzählige Rekorde gebrochen und eine NBA-Meisterschaft gewonnen, die angesichts der Leistungsdichte in den USA eines Weltmeistertitels gleichkommt. Viel wichtiger ist aber aus meiner Sicht, wie er das geschafft hat, ohne einen Funken Überheblichkeit aufkommen zu lassen oder in ein Tal der Zufriedenheit zu fallen. Die Antwort gibt es im Buch, „The Great Nowitzki: Das außergewöhnliche Leben des großen deutschen Sportlers“.

Seit vergangenem Jahr ist Schluss, der Körper macht nach 20 Jahren auf allerhöchstem Niveau einfach nicht mehr mit. Darüber trauert die Basketballwelt. Doch es gibt viele Geschichten von den Spielfeldern und Kabinen aus den Sporthallen dieser Welt zu erzählen, die den „großen Blonden“ bis zu den abgelegensten Orten der Welt geführt haben.

Dirk Nowitzki beim Training 2015.
Dirk Nowitzki beim Training 2015. | Bild: Lukas Schulze

Der Autor Thomas Pletzinger hat einen der erfolgreichsten Deutschen Spitzensportler über mehrere Jahre immer wieder getroffen und begleitet, um den großen Dirk Nowitzki (2,13 Meter) zu porträtieren. Mich hat schon immer Nowitzkis unglaubliche Hingabe und Leidenschaft fasziniert, die er in seine tägliche Arbeit mit seinem Mentor Holger Geschwindner, der ihn einst als Teenager in Würzburg entdeckte, investiert. Auf seinem Weg zwischen Spielen in der nordamerikanischen Basketball-Liga (NBA) und der deutschen Nationalmannschaft ist viel passiert – die Höhen und Tiefen beschränken sich aber nicht nur auf glorreiche Triumphe und herbe Niederlagen im Sport.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch außerhalb der Halle gibt es zum ersten Mal viel über den Menschen Dirk Nowitzki zu erzählen. Dabei wird klar, wie es ein europäischer Basketballer geschafft hat, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit seiner eigenen Art eine Ära zu hinterlassen und warum sogar eine Straße in der texanischen Metropole Dallas seinen Namen trägt. Die Reise des fränkischen Basketballers endete im vergangenen Jahr im Mai nach seinem letzten Spiel für die Dallas Mavericks, deren Trikot er 20 Jahre lang trug. Erzählen wird man sie aber noch eine ganze Weile, nicht nur wegen dieses Buches, sondern weil so viele Menschen ihre ganz eigene „Dirk-Story“ haben, die sie mit dem sympathischen Basketballer und dem Menschen dahinter verbindet.

Thomas Pletzinger: „The Great Nowitzki“, Kiepenheuer & Witsch 2019; 512 Seiten, 26 Euro.
Thomas Pletzinger: „The Great Nowitzki“, Kiepenheuer & Witsch 2019; 512 Seiten, 26 Euro. | Bild: Cover