Update 27. April, 8:30 Uhr: Das Facebook-Profil von Serdar Somuncu ist mittlerweile wieder erreichbar. Stand jetzt ist aber ein vom Theater Konstanz auf Twitter verlinkter Post zur Premiere von "Mein Kampf", den Somuncu  zuvor auf seinem Facebook-Profil gepostet hatte, immer noch nicht erreichbar beziehungsweise scheint entfernt worden zu sein. 

Rätselraten um Serdar Somuncu: Vor einer Woche noch hatte der vor allem als Kabarettist bekannte Regisseur mit seiner Inszenierung des George-Tabori-Stücks „Mein Kampf“ am Theater Konstanz weltweit Aufsehen erregt.

Ersten Plänen zufolge hätte das Publikum wahlweise Hakenkreuze oder Davidsterne tragen sollen. Die Aktion war auf scharfe Kritik gestoßen, unter anderem beim Kulturbürgermeister der Stadt Konstanz, Andreas Osner.

Nachdem Somuncu daraufhin Osner noch zu Beginn dieser Woche auf Facebook einen Rücktritt nahegelegt und der Presse Sensationsgier vorgeworfen hat, war sein Profil bei dem sozialen Netzwerk plötzlich nicht mehr zu erreichen. Auch auf Twitter, wo Somuncu am Dienstag eigens den Hashtag #resignosner (Tritt zurück, Osner) eingeführt hatte, ist nur noch ein Tweet aus dem Jahr 2012 zu finden. Er lautet: „letzter eintrag“.

 

 

Was ist da los? Hat Somuncu womöglich wegen juristischer Androhungen seine Aussagen zurückgenommen? Aber wozu dann gleich ganze Profile abschalten?

Keine Einflussnahme von Konstanzer Stadtverwaltung

Vom Regisseur selbst war bislang keine Auskunft zu erhalten. Am Theater Konstanz zeigte man sich unterdessen überrascht. Erst am Montag, kurz nach der Premiere, hatte man die Internet-Kommentare des Regisseurs auf der eigenen Seite verlinkt. Inzwischen sind sie auch dort nicht mehr aufzufinden.

Eine Einflussnahme von Seiten des Hauses habe es jedenfalls definitiv nicht gegeben, erklärte Marketing-Chef Mario Böhler auf Anfrage. Und auch in der Konstanzer Stadtverwaltung weist man jede Einflussnahme zurück: Kulturbürgermeister Osner sei nicht gegen die Äußerungen des Regisseurs vorgegangen.

Für Unterhaltungskünstler ist die Kommunikation mit ihren Fans über soziale Netzwerke heutzutage von hoher Bedeutung. Dass sie ihre Profile ohne jede Vorankündigung und Begründung löschen und damit diese Kommunikation einfach abbrechen, kommt höchst selten vor.