Der Zauber der grünhäutigen Hexe Elphaba wirkt auch zum fünften Mal in dieser Woche. Begleitet durch spektakuläre Lichteffekte und eindrückliche Musik hebt Elphaba ab. Genauso entfaltet sich die Magie der Freundschaft im Publikum, als sie und die schöne Glinda sich an der Zauberkunst-Universität kennenlernen und die völlig unterschiedlichen Schülerinnen zu Freundinnen werden.

Der Funke springt auch über, als sich Glinda in die gute Hexe verwandelt und die als böse Hexe des Westens präsentierte Elphaba durch die Märchenwelt Oz reist und außergewöhnliche Abenteuer erlebt.

Eines der erfolgreichsten Musicals überhaupt

Wie immer belohnen an diesem Abend mehr als 2000 Zuschauer die Darsteller des Musicals „Wicked – Die Hexen von Oz“ am Ende der Aufführung mit Ovationen. Das soll auch für die nächsten Vorstellungen im Londoner Apollo Victoria Theatre gelten.

Die Inszenierung, basierend auf der im Jahr 1900 vom US-Autor L. Frank Baum veröffentlichten Geschichte des „Zauberers von Oz“, ist einer der größten Musical-Erfolge aller Zeiten – sowohl in der britischen Metropole als auch weltweit. Zehn Millionen Menschen haben das seit 2006 in London aufgeführte Stück bereits gesehen, drei Mal wurde es von Besuchern zur „besten West-End-Show“ gewählt.

In Europa hat London keine Konkurrenz

Die Produktion gehört zu den am längsten laufenden und reiht sich damit in die Liste der Hit-Musicals ein, die London seit Jahrzehnten beherbergt. Und die dazu beitragen, dass die Metropole unangefochten Europas Musical-Hauptstadt ist und weltweit lediglich mit New York konkurriert, wo am Broadway Produktionen stets deutlich teurer ausfallen

„Les Misérables“, „Der König der Löwen“, „Das Phantom der Oper“, „Mamma Mia“, „Matilda“ oder „The Book Of Mormon“ – zu den laufenden Musicals in London gehören Klassiker wie auch neue Inszenierungen. 20 bis 30 große Shows starten pro Jahr, es handele sich um „einen sich ständig weiter entwickelnden Markt“, sagt Michael McCabe begeistert. Der Brite ist der Chef-Produzent von „Wicked“ und arbeitet gerade an der Inszenierung „Der Prinz von Ägypten“, die nächstes Jahr in London auf die Bühne kommen soll.

Flucht aus dem Alltag und große Gefühle

Natürlich gehe es stets um Unterhaltung, um eine Flucht aus dem Alltag und um große Emotionen. Dabei sei die „neue Energie“ der frischen Shows neben den etablierten Stücken für die Szene im West End notwendig. Auch um sich die Reputation zu erhalten – und diese reicht weit zurück. „Londons Geschichte ist so durchdrungen vom Theater“, sagt McCabe über die Besonderheit der britischen Hauptstadt.

„Es ist zu einem Teil unserer Kultur geworden.“ Schon zu Zeiten von Königin Elizabeth I. herrschte eine außergewöhnliche Theaterbegeisterung, ausgelöst durch William Shakespeare, der mit dem Globe Theatre, wo der Schriftsteller Stücke auf die Bühne brachte und selbst als Schauspieler auftrat, das moderne Theater erfunden hat.

Als die Puritaner Unterhaltung verboten

Doch das allgemeine Volksvergnügen wurde jäh gestoppt, als Mitte des 17. Jahrhunderts Unterhaltung in London für einige Zeit illegal wurde. So verboten die Puritaner, über die sich das Theater in Form der scheinheiligen Streber gerne lustig machte, 1642 das Aufführen von Stücken für die Massen.

Zwar hatte es bereits zuvor theaterlose Zeiten gegeben, doch diese Pausen waren meistens Katastrophen wie der Pest geschuldet. Nun sollte das Verbot 17 Jahre andauern. Erst mit der Rückkehr der Monarchie 1660 kamen auch die Schauspieler wieder auf die Bühnen.

Im West End steht ein Theater neben dem anderen

Heute reiht sich im glamourösen wie brummenden West End im Stadtteil Soho neben Restaurants, Bars und Pubs ein Theaterhaus an das nächste, stets tummeln sich Massen von Menschen durch die von funkelnden Lichtern und bunten Schildern erleuchteten Straßen und Gassen.

Etliche der geschichtsträchtigen Gebäude mit ihren beeindruckenden Sälen sind so berühmt wie die Stücke, die in ihnen aufgeführt werden, wie das Theatre Royal Drury Lane, das London Palladium oder das Adelphi, das 1806 eröffnete und heute das Musical „Waitress“ beherbergt.

Theaterabend ist Pflicht für London-Touristen

„Die Gebäude sind einzigartig, die Menschen lieben es, nicht nur die Show zu sehen, sondern auch in solch einer Umgebung zu sein“, sagt McCabe mit Hinweis darauf, dass Londons ein beliebtes Reiseziel von Touristen aus aller Welt ist. Zu einem Besuch der Metropole gehört längst nicht nur ein Abstecher zum Buckingham-Palast oder zum Big Ben, sondern auch ein Theaterabend.

Das Einzigartige an London ist für McCabe die Vielfalt der Inszenierungen – romantisch oder tragisch, skurril oder lustig. Besucher können unter rund 40 Shows pro Abend wählen. Und in manche Häuser zu schreiten, sei „ein äußerst magisches Erlebnis“, sagt er. Und da ist er wieder, der Zauber, der längst nicht nur die Show „Wicked“ umgibt, sondern seit Jahrhunderten das gesamte West End in London.

Sollten Sie zufällig demnächst in London sein – weitere Informationen zum Musical „Wicked“ finden Sie hier.