Monique Würtz ist tot. Sie wurde 74 Jahre alt, sie starb an Krebs. Monique Würtz (Mädchenname Monika Büchler) wusste schon lange davon, daran erkrankt zu sein, aber sie machte daraus ein Geheimnis. Nur einen kleinen, intimen Kreis weihte sie ein. Sie wollte leben und arbeiten als gäbe es ihn nicht, den todbringenden Krebs in ihrem Leib. Noch im März führte sie im Rahmen der Reihe „Talk in der Rosenau“ ein Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer des Stadtmarketings, Eric Thiel. Alles schien gut.

Monique Würtz, in Konstanz geboren, führte viele Leben. Zumindest für ihre berufliche Tätigkeit lässt sich das sagen. Sie besuchte die Mädchenschule Zoffingen und das Ellenrieder-Gymnasium und marschierte los. Sie studierte in Freiburg, arbeitete an der Dreisam in einem Verlag. Bald entdeckte sie den Journalismus für sich, es folgten die Stationen Baden-Baden (Südwestfunk, SWF) und Stuttgart (Süddeutscher Rundfunk, SDR).

Obwohl kulturaffin, arbeitete sie vor allem als Wirtschaftsredakteurin. In der Landeshauptstadt lernte sie ihren späteren Mann kennen, Wolfgang Würtz, ein erfolgreicher Anwalt. Das kinderlose Paar gehörte zur besseren Stuttgarter Gesellschaft. Neben ihrer Tätigkeit für den SDR machte Monique Würtz PR-Beratung für Arbeitgeber- und Wirtschaftverbände. Sie war eine geborene Networkerin, so schien es. Als ihr Mann starb, kehrte sie Stuttgart den Rücken und zog in das Elternhaus.

Aber auch in Konstanz blieb sie journalistisch aktiv. Sie wurde Mitherausgeberin und Chefredakteurin von „Kultur am Bodensee“, dem Magazin des Internationalen Bodensee-Clubs (IBC). Die intelligent und gleichermaßen eloquente Monique Würtz war auch als Moderatorin gefragt. 2012 entstand die Idee „Talk in der Rosenau“, die sie gemeinsam mit Marina Gernard ausgebrütet hatte. Es wurde eine Erfolgsgeschichte. Aber auch bei anderen Gelegenheiten war sie gefragt, etwa im Unternehmerforum Lilienberg. Bis zuletzt strahlte sie eine unglaubliche Energie aus. Auf ihrer Homepage about.me steht der Leitgedanke, dem sie in ihrem so dichten Leben folgte: „Kultur ist der Kitt, der die Gesellschaft(en) zusammenhält“.