• Stadler-Verlag, Konstanz: „Die Zeiten für Verlage sind in den letzten Jahren nicht einfacher geworden“, sagt Geschäftsführer Christian Stadler. Als Gründe nennt er die politischen Auseinandersetzungen um das Urheberrecht, das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft Wort, aber auch die Marktkonzentration: Durch die Verdichtung und Reduzierung der Buchhandelsflächen seien Bücher des Stadler-Verlags nicht mehr so sichtbar wie bislang. Gemessen an diesen „enorm geänderten Rahmenbedingungen für Verlage“ gehe es dem Verlag aber noch sehr gut. Das liege vor allem an der Lage in einer Touristenregion und dem Sortimentsschwerpunkt Bodensee und Schwarzwald – mit dem auch eine regionale Vertriebsstruktur verbunden sei. Besonders gut laufen bei Stadler die regionalen Kalender, insbesondere der „Blodigs Alpenkalender“ und der „Literaturkalender Bodensee“. Bei den Büchern verspricht sich Stadler von den „Bodenseegeschichten“ der Konstanzer Autoren Ulrich Büttner und Egon Schwär Erfolg.
Christian Stadler
Christian Stadler (r.) | Bild: Claudia Rindt
  • Südverlag, Konstanz: Hier steht die Familie Mann hoch im Kurs. Neben „Wir waren fünf“, einer Autobiografie des jüngsten Bruders von Thomas und Heinrich Mann, ist auch ein Band über Spuren der Familie am Bodensee erhältlich. Das Buch war zur sehenswerten Ausstellung im Hermann-Hesse-Museum Gaienhofen erschienen. Was die Verlagssituation betrifft, so verweist der Geschäftsführer Walter Engstle auf eine Stellungnahme des Deutschen Börsenvereins. Der Punkt „Positive Entwicklungen“ fällt darauf spärlich aus, umso ausführlicher das Kapitel „Aktueller dringender Handlungsbedarf“. Hauptsorge: die Unsicherheit um das Urheberrecht.
Walter Engstle
Walter Engstle (l.) | Bild: Jörg-Peter rau
  • Gmeiner-Verlag, Meßkirch: Im Vergleich zum Vorjahr habe man eine deutliche Umsatzsteigerung erzielt, sagt Verlagssprecherin Petra Wendler. Gut laufen unter anderem der Politthriller „Tödlicher Befehl“ von Matthias P. Gibert und der Krimi „Das Stille Nacht Geheimnis“ von Manfred Baumann. Die Sorgen der Branche gehen gleichwohl auch an Meßkirch nicht vorbei. Die Konzentration im Buchhandel nehme immer weiter zu. Dabei ergeht es Gmeiner wie Stadler: „Große Filialisten übernehmen kleine und mittelständische Buchhandlungen. Das erschwert zunehmend eine Platzierung unserer Bücher.“