Und da sage noch einer, der klassische Gitarrenrock sei tot: Auch in diesem Jahr entern Gitarreros jedweden Kalibers die Bühnen der größten Hallen und Stadien, allen voran die unverwüstlichen Zombie-Rocker Rolling Stones. Die was-weiß-ich-wievielte Abschiedstour steht auf dem Programm, geplant ist unter anderem ein Auftritt in Stuttgart (Mercedes-Benz-Arena, 30.6.). Ob sich das lohnt, weiß der Himmel, die Ticketpreise jedenfalls (ab 240 Euro aufwärts) dürften wohl so manchen Rock-Fan abschrecken.

Die Rolling Stones, Mick Jagger (l. ) und Ron Wood (m.)
Die Rolling Stones, Mick Jagger (l. ) und Ron Wood (m.) | Bild: PATRICK KOVARIK (AFP)

Glücklicherweise sind jede Menge Alternativen geboten: etwa das Gastspiel der Foo Fighters in Bern (Stade de Suisse, 13.6.). Den schweren Schatten von Nirvana, der in den Anfangsjahren über Dave Grohls Band lastete, hat diese längst hinter sich gelassen und zu einem eigenen, unverwechselbaren Stil gefunden: zwar ruppiger, aber auch melodiöser Grunge-Rock, der sich, wie die CD-Verkaufserfolge zeigen, seit Jahren als extrem massenkompatibel erweist.

Und natürlich sind auch Metallica wieder auf Tour – allerdings sind alle Termine weit und breit seit Langem ausverkauft: Stuttgart (7. und 9.4.), München (26.4.). Eine kleine Hoffnung bleibt allerdings: dass – eventuell erst im Herbst – noch das eine oder andere Zusatzkonzert anberaumt wird. Trösten kann man sich allerdings mit Iron Maiden, den großen Konkurrenten: am 9.6. gastiert die Truppe um den charismatischen Sänger Bruce Dickinson in München (Königsplatz), am 30.6. in Freiburg (Messe) und am 10.7. in Zürich (Hallenstadion).

Schlagzeuger Lars Ulrich der US-Band Metallica.
Schlagzeuger Lars Ulrich der US-Band Metallica. | Bild: dpa

Kernigen (Punk-)Rock mit deutschen Texten gibt’s, wie gewohnt, von den Toten Hosen: am 21.7. in Stuttgart (Cannstatter Wasen), am 18.8. in Freiburg (Messe) und am 8.9. in Mannheim (Maimarktgelände). Auch die Alt-Punker von Bad Religion, die beim bisher letzten (seufz!) Rock am See in Konstanz 2016 mit einem wie gewohnt feinen Gig aufwarteten, sind wieder auf Tour: am 20.6. in Pratteln (bei Basel), am 9.8. im österreichischen Dornbirn (Conrad Sohm).

Die Mitglieder der Band Die Toten Hosen, Michael Breitkopf «Breiti» (l-r), Andreas von Holst «Kuddel», Andreas Frege «Campino», Vom Ritchie und Andreas Meurer «Andi».
Die Mitglieder der Band Die Toten Hosen, Michael Breitkopf «Breiti» (l-r), Andreas von Holst «Kuddel», Andreas Frege «Campino», Vom Ritchie und Andreas Meurer «Andi». | Bild: Gregor Fischer (dpa)

Von Rap bis Neo-Psychedelik ist für jeden was dabei

Aber nicht nur guter, alter Gitarrenrock ist schwer angesagt im Sommer 2018. Provo-Rapper Bushido etwa gibt sich ebenfalls die Ehre: am 4.5 in Stuttgart (Porsche-Arena), am 8.5. in Zürich (Komplex 457) und am 18.5. in Mannheim (Maimarktclub). Unheilig, die Synthie-Gothic-Truppe um den „Grafen“, gastiert am 24.5. in Stuttgart (Im Wizemann) und am 2.6. in Zürich (Komplex 457). Und die famosen Godspeed You! Black Emperor aus dem kanadischen Montreal, die nun schon seit Jahren „bildgewaltige“ Soundtracks zu imaginären Filmen produzieren, sind endlich auch mal wieder in Europa: am 25.4. in Winterthur (Salzhaus).

Der Rapper Bushido.
Der Rapper Bushido. | Bild: Bernd von Jutrczenka (dpa)

Die holländischen Neo-Psychedeliker Birth of Joy entern am 23.4. die Bühne des Konstanzer Kulturladens – am selben Ort treten am 12.5. die Steaming Satellites auf, die große österreichische Indie-Pop-Hoffnung. Die Hardcore-Punker Propaghandi aus dem kanadischen Winnipeg werden am 2.5. die Bühne des Lindauer Clubs Vaudeville zerlegen – und am 5.5. die des Obenuse-Festes in Zürich. Und am 11.4. hat sich eine der vielversprechendsten zeitgenössischen Indie-Pop-Bands in Ravensburg angesagt (Oberschwabenhalle): Wanda aus Wien mit ihrer unnachahmlichen Mischung aus coolem Rock’n’Roll und zynischen Texten.