Er ist Impressionist, Expressionist, Surrealist, Kubist, Dadaist – kurz: ein Allesist. Otto Waalkes kann es mit Künstler-Größen wie Paul Gauguin aufnehmen, Pablo Picassos Schönheiten noch einmal so schön malen und Salvador Dalí zeigen, wie so ein Elefant eigentlich auszusehen hat. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe wimdet diesem Multitalent mit kunsthistorischem Sachverstand jetzt eine eigene Schau. Ihr Titel: „Otto. Die Ausstellung.“

Inspiriert von Salvador Dalí: der „Dalífant“ (2018) von Otto ist eine Leihgabe der Walentowski-Galerien. Hier ist im Hintergrund ein Leuchtturm zu sehen.
Inspiriert von Salvador Dalí: der „Dalífant“ (2018) von Otto ist eine Leihgabe der Walentowski-Galerien. Hier ist im Hintergrund ein Leuchtturm zu sehen. | Bild: Otto Waalkes / Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Um wen geht es darin überhaupt? Der Künstler selbst sagt bescheiden: nicht um ihn, sondern um seine Kollegen. Also die Herren Gauguin, Picasso und Co. „Die Parodie ist für mich die aufrichtigste Form der Verehrung“, meint der 70 Jahre alte Otto, und wer seine Werke studiert, der glaubt tatsächlich, etwas von dieser Verehrung zu spüren.

Paul Gauguins Gemälde „Parau Api“ (etwa: „Gibt’s was Neues?“, 1892, links) wird bei Otto zu „An der Südseeküste II“ (2015) – und der Ottifant wird zum Streicheltier.
Paul Gauguins Gemälde „Parau Api“ (etwa: „Gibt’s was Neues?“, 1892, links) wird bei Otto zu „An der Südseeküste II“ (2015) – und der Ottifant wird zum Streicheltier. | Bild: Otto Waalkes / Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Irgendwie scheint die auf solche Weise in die Kunstgeschichte entsandte Verehrung aber auch wieder zum Verehrer zurückzukehren. Und das liegt an der Rolle eines kleinen Ottifanten, der sich allerorts ins Bild schleicht. Ob Picassos „Mädchen mit Taube“ oder Jeff Koons’ „Balloon Dog“: Sie alle streicheln, herzen oder küssen das Alter Ego des Emdener Künstlers so liebevoll, als stünde ihm im Olymp der bildenden Künste ein Sonderplatz in Aussicht – wenigstens als Kuscheltier.

Pablo Picasso malte das „Mädchen mit Taube“ im Jahr 1901. Otto Waalkes machte 2015 in seiner Reproduktion aus der Taube einen kleinen Ottifanten.
Pablo Picasso malte das „Mädchen mit Taube“ im Jahr 1901. Otto Waalkes machte 2015 in seiner Reproduktion aus der Taube einen kleinen Ottifanten. | Bild: Otto Waalkes / Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Ist das alles etwa nur Quatsch? Albereien auf Leinwand, wie man es von Otto halt kennt? Vorsicht! Wer sich die Gemälde genau ansieht, wird wenigstens eines zugeben müssen: Viele von ihnen sind handwerklich verflixt gut gemacht. Man merkt, dass Otto einmal als bildender Künstler angefangen, ja sogar ein Studium an der Hamburger Hochschule für bildende Künste aufgenommen hat. Vielleicht steckt also mehr in diesen Bildern, als mancher ahnt: Die Erschließung seines Werks durch die Fachwelt hat erst begonnen.

Auch Banksy ist vor Otto nicht sicher: „Otto Meets Banksy I – Flower Bomber With Art-Gun-Ottifant“ (2018) – der Blumen-Bomber trifft den Ottifanten.
Auch Banksy ist vor Otto nicht sicher: „Otto Meets Banksy I – Flower Bomber With Art-Gun-Ottifant“ (2018) – der Blumen-Bomber trifft den Ottifanten. | Bild: Joachim Hiltmann / Otto Waalkes / Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg