Wir befinden uns im Sommer 2028, und das Bild, das der Film „Hotel Artemis“ vom Los Angeles dieser wirklich nicht mehr fernen Zukunft zeichnet, ist einigermaßen bedrückend. Die Wasserversorgung der Stadt liegt längst in privater Hand, was zu gewalttätigen Unruhen auf den Straßen führt, als es nur noch den Superreichen möglich ist, zu Hause den Wasserhahn aufzudrehen. Überhaupt ist natürlich Geld der Schlüssel. Auch im Hotel Artemis: Hier kommt nur rein, wer Mitglied ist und entsprechend in schöner Regelmäßigkeit einen ordentlichen Batzen Dollars hinlegt.

Ein Hotel ist das Artemis allerdings schon lange nicht mehr, sondern seit 22 Jahren ein exklusives, privates Mitglieder-Krankenhaus. Zielpublikum dieses Clubs sind die Strippenzieher der Unterwelt, lauter verletzte Gangster und Verbrecherinnen, um die sich vor Ort dann eine Schwester (Jodie Foster) kümmert, die seit dem Tod ihres Sohns dem Alkohol zugetan ist und deswegen ihre Zulassung als Ärztin verlor.

In einer verhängnisvollen Nacht bekommen sie und ihr Assistent (Dave Bautista) unerwartet viel zu tun. Zusätzlich zu bereits anwesenden Patienten wie einer Auftragskillerin (Sofia Boutella) oder einem Waffenhändler (Charlie Day) schaffen es ein Bankräuber (Sterling K. Brown) und sein Bruder inmitten der Unruhen ins Artemis. Doch dann kündigt auch Mafia-boss und Klinikbesitzer The Wolfking (Jeff Goldblum) sein Kommen an und schickt seinen Sohn (Zachary Quinto) samt Dutzender Handlanger voraus, während eine verletzte Polizistin (Jenny Slate) vor der Tür die Schwester dazu bringt, alle Regeln zu brechen, die sonst für den reibungslosen Ablauf in diesem Krankenhaus sorgen.

Brutale Angelegenheit

Dass am Ende dieser Nacht nicht jeder mit dem Leben davongekommen sein wird, versteht sich in „Hotel Artemis“ schnell von selbst, denn Regisseur Drew Pearce inszeniert sein Regie-Debüt als ziemlich brutale Angelegenheit. Tief geschürft wird dabei nicht, und über die in der Zukunft lauernden Gefahren wird dann letztlich doch nicht viel erzählt. Eine recht kurzweilige und durchaus originelle Sache wird aber dennoch daraus, dank zwei, drei wirklich gelungener Action-Szenen kombiniert er mit einer guten Portion schrägen Humors und einem wirklich reizvollen Schauplatz. Das Beste an „Hotel Artemis“ ist aber ohne Frage das bemerkenswert erlesene Schauspieler-Ensemble. Ein Wiedersehen mit Jodie Foster allein wäre Grund für einen Kino-Besuch, doch Altmeister Jeff Goldblum, die an Coolness kaum zu überbietende Sofia Boutella oder der für Serien wie „This Is Us“ und „American Crime Story“ gefeierte Sterling K. Brown sind kaum weniger sehenswert.